Changeling (2008)
Der fremde Sohn
Changeling (2008) Der fremde Sohn
Dass Clint Eastwood sein filmisches und schauspielerisches Handwerk beherrscht, hat er uns im Jahr 2008 mit Changeling (Regie) und Gran Torino (Regie und Hauptrolle) einmal mehr eindrücklich bewiesen. Dass dies auf sein musikalisches Können leider nicht zutrifft, hat er mit Changeling dafür auch wieder betont.
Das Frustrierendste an Eastwoods Kompositionen ist ihre unglaubliche Simplizität, die einem nach fünf Minuten einfach zu Tode langweilt. So auch hier. Während am Hauptthema an sich nicht viel auszusetzen wäre (es ist eingängig und passend), so wird es auf dem Album und auch im Film aber unaufhörlich zitiert und dargeboten; mal auf Klavier, mal mit der einsamen Trompete, mal auf weinenden Streichern, mal over-the-top und mal zerbrechend traurig, aber immer sehr simpel und immer gleich. Es wird keine Variation gezeigt, keine Schichtung, nichts! Das hat man nach zwei Mal einfach gehört, doch es kommt noch weitere vierzehn Male...
Die Stücke "We Killed some Kids" und "I Won't Sign It" sind zwei weitere Paradebeispiele dafür, dass Eastwood eigentlich schon wüsste, was die Musik an der entsprechenden Stelle effektiv(er) machen könnte. Er kann es aber einfach nicht umsetzten. So fügt er in "We Killed some Kids" relativ unbeholfen und ruppig plötzlich geisterhafte Frauenstimmen ein. Diese kommen aus dem Niergendwo und verschwinden mit dem Verklingen des Stücks auch wieder auf die gleiche Weise. In "I Won' Sign It" wird es dann sehr dramatisch und die Komposition wird hektisch. Die Streicher fahren urplötzlich mit einer ruppigen Figur auf. Das passt einfach nicht und wirkt extrem künstlich und unsauber ausgearbeitet.
Fazit: Auch Changeling ist einmal mehr überzeugendes Kino von Clint Eastwood geworden, doch die Musik dazu ist nervtötend. Würde Eastwood "nur" als Musical Advisor fungieren und einen gelernten Komponisten anstellen, wäre das Resultat sicher besser.
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