The Bucket List (2008)
Das Beste kommt zum Schluss
The Bucket List (2008) Das Beste kommt zum Schluss
Oder: Noch ist nicht aller Tage Abend
Unternehmer Edward Cole (Jack Nicholson) will, dass sein Geld für ihn arbeitet. Und da er jenes auch in Krankenhäuser investiert, ist seine Ansicht klar. Keine Extrawünsche bei der Zimmerbelegung. In jedes Zimmer zwei Patienten. Fertig. Ausgerechnet jetzt wird bei Cole Krebs diagnostiziert und er wird in eines seiner Krankenhäuser eingeliefert. Da auch er keine Spezialwünsche zugesprochen bekommt, muss er sich das Zimmer mit dem alten Automechaniker Carter Chambers (Morgan Freeman) teilen, der ebenfalls unheilbar an Krebs erkrankt ist.
Trotz anfänglicher Abneigung, Skepsis und Antipathie nähern sich die beiden älteren Herren an und beschliessen, das Schicksal Krebs nicht einfach so zu akzeptieren, sondern die ihnen verbleibende Zeit aufregend und aktiv zu gestalten. Aus diesem Grund erstellen sie eine sogenannte Bucket List, auf der jene Dinge stehen, die sie unbedingt vor dem Tod noch erleben wollen. Fallschirm springen, eine Safari in Amerika, Motorradfahren auf der chinesischen Mauer, ein Tattoo stechen und ähnliches. Und mit den Millionen auf Coles Bankkonto ist auch die Finanzierung der Abenteuer möglich.
Dass solche Abenteuer und Reisen nicht nur kulturell was bieten, stellen die beiden Männer bald fest. Denn täglich lernen sie gegenseitig voneinander und müssen sich eingestehen, dass es vor dem finalen Tod auch noch Dinge zu erledigen gibt, die wichtiger und ernster sind, als all die gekauften Erinnerungen.
Kinofilm-Rating
Dass Hollywood immer wieder Geschichten aus verschiedensten Ländern als Inspiration für eigene Produktionen nimmt, ist bekannt. 1997 sahen wir in Knockin on Heavens Door die Geschichte zweier Krebspatienten, die sich zusammentun, um sich einen letzten Wunsch zu erfüllen, bevor der Tod eintrifft. Nun kommt The Bucket List, in dem sich zwei Grossmeister des amerikanischen Kinos als Krebspatienten gegenüberstehen und anfangen wollen, die ihnen verbleibende Zeit so optimal und positiv wie möglich zu nützen.
Gegen Jack Nicholson und Morgan Freeman als Hauptdarsteller ist natürlich grundsätzlich grad mal gar nichts einzuwenden, auch wenn Ersterer schon länger nichts mehr wirklich Gutes gezeigt hat. The Departed ist hier selbstverständlich ausgeschlossen. Morgan Freeman hingegen konnte mit Lucky Number Slevin oder Gone Baby Gone schön punkten.
So haben wir also in The Bucket List ein imposantes Darsteller-Duo, das sichtlich bemüht ist, den Mix zwischen spassiger Unterhaltung (wenn die Herren Ausflüge machen und miteinander streiten) und den ernsten, weil tragischen, Momenten zu finden. Das gelingt ihnen meistens recht ordentlichund unterstreicht ihre schauspielerische Klasse. Leider lässt das höchst durchschnittliche Drehbuch keine grossen Sprünge zu, sondern beschränkt sich auf kurze Ausflüge, nur um dann bald wieder in den Alltagstrott zurück zu finden. Die Geschichte ist zwar tragisch-komisch, bringt aber überhaupt keine Spannung oder neue Schritte ein. Dadurch flacht der Film leider zunehmend ab und wer sich für die beiden Hauptdarsteller nicht begeistern kann, den erwarten "harte" Zeiten.
Die Positionen der Figuren sind klar verteilt und bald schon ist auch dem der Zuschauer klar, das der Familienmensch seinem Gegenüber noch das eine oder andere gutgemeinte Stöckchen vor die Füsse wirft, damit auch am Ende alle Schulden beglichen, die Probleme gelöst und in aller Zufriedenheit gestorben werden kann. Leider haben es die Verantwortlichen verpasst, aus diesem eigentlich charmanten und sehr gut gespielten Film etwas Spezielle(re)s zu machen. So ist es halt Starkino, das verzweifelt nach Inhalt und Fleisch am Knochen sucht.
Fazit: The Bucket List lebt vor allem von seinen zwei Hauptdarstellern, die den Spagat zwischen Komödie und Tragödie mehrheitlich gut packen. Der Film leidet an der zu normalen und in diesem Sinn unspektakulären Geschichte, die allerdings für Fans der beiden Stars, sowie für Freunde des etwas ruhigeren Films, sicherlich einen Blick wert ist.
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4.2 Sterne (71 Bewertungen) | 10 Kommentare



