The Boy in the Striped Pyjamas (2008)
Der Junge im gestreiften Pyjama
The Boy in the Striped Pyjamas (2008) Der Junge im gestreiften Pyjama
Oder: Diese Schlafanzüge sehen aber gemütlich aus!
Berlin 1940. Der achtjährige Bruno (Asa Butterfield) ist der Sohn eines hohen Nazi-Offiziers, der bisher in der Hauptstadt Berlin gearbeitet hat. Deshalb konnte Bruno seine Freizeit auch mit Abenteuerbüchern und seinen Freunden in einer heilen Welt verbringen. Daher ist Bruno auch äusserst überrascht, als er eines Tages nach Hause kommt und dieses in emsigen Vorbereitungen vorfindet. Wie ihm gesagt wird, hat sein Vater eine Beförderung erhalten, und die Familie wird aufs Land ziehen. Bruno ist überhaupt nicht begeistert, doch es bleibt ihm keine andere Wahl, als mit seinem Vater (David Thewlis), der Mutter (Vera Farmiga) und seiner älteren Schwester Gretel (Amber Beattie) aufs Land zu ziehen. Nach dem Umzug dauert es aber nicht lange, da langweilt sich Bruno, da er überhaupt niemanden zum Spielen hat, seine Schwester ihre Puppen sortiert und er nicht einmal die seltsame Farm erkunden kann, die er von seinem Schlafzimmer aus sieht.
Seine Mutter, welche schon von diesen Arbeitslagern gehört hat, verbietet Bruno sofort, diese "Farm" zu erkunden, doch schon bald siegt Brunos Neugier über das Verbot seiner Mutter: Er schleicht sich weg, nähert sich der seltsamen Anlage und lernt dort den ebenfalls achtjährigen Shmuel (Jack Scanlon) kennen. Dieser trägt, wie alle anderen Leute auf der Farm, ein seltsames gestreiftes Pyjama und sitzt gleich am Zaun, der die Farm umgibt. Schnell entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den Jungen, und Bruno beginnt, Shmuel regelmässig zu besuchen. Allerdings ist Bruno immer noch nicht ganz klar, weshalb Shmuel wie die anderen dort eingesperrt ist. Als ein Privatlehrer ihm noch einzutrichtern beginnt, dass alle Juden böse wären, versteht er die Welt nicht mehr. Hin und her gerissen zwischen Shmuel und der Nazipropaga realisiert Bruno, dass hinter dem Zaun doch etwas sehr Böses vor sich geht und sein Vater vielleicht doch nicht so ein guter Mensch ist, wie er immer geglaubt hat. Langsam öffnet Bruno seine Augen und macht seine ersten Schritte in die düstere und unheimliche Welt der Erwachsenen...
DVD-Rating
Den Horror und die Absurdität des Zweiten Weltkrieges zu verdeutlichen, ist die Mission von The Boy in the Striped Pyjamas. Dies aus der Perspektive eines Achtjährigen zu tun, ist ein Meisterstreich, sowohl vom Autor der Vorlage, John Boyne, als auch von Regisseur Mark Herman, der den Roman adaptierte und das Drehbuch an manchen Stellen mit eigenen Szenen etwas anreicherte.
Doch nicht nur die Vorlage und das Drehbuch sind bemerkenswert, es sind vor allem die Schauspieler, durch die der Film lebt und sich entfaltet. David Thewlis, ein sehr guter britischer Schauspieler, der immer Nebenrollen hält, darf hier, wenn auch weiterhin nicht in der Hauptrolle, mal etwas mehr von seinem Können zeigen. Er spielt den Nazi-Kommandanten, der im Grunde ein liebender Familienvater ist, dies aber im Rahmen seiner Arbeit nicht zulassen kann, mit viel Energie und etwas verzweifelt Tragischem. Auch seine Filmfrau, Vera Farmiga, verkörpert die Rolle der Hausherrin und Mutter, deren starke Fassade nach und nach bröckelt, mit einer kraftvollen Subtilität. Dass in diesem Film alle Nazis mal wieder britisches Englisch sprechen ist zwar ein Klischee, aber hier stört es eigentlich nicht, zumal auch der Amerikanerin Farmiga nicht ein Ausrutscher ins Amerikanische passiert.
Trotz perfekt besetzter Nebenfiguren hängt die Geschichte aber an den ausserordentlichen schauspielerischen Leistungen von Asa Butterfield und Jack Scanlon. Selbst den grössten Kinderhassern wird hier das Herz schmelzen. Eine Jumbopackung Taschentücher neben der Fernbedienung zu haben, ist hier durchaus angebracht. Nicht nur die einzelnen Leistungen der beiden sind genial, es ist ihre Chemie miteinander, die dem Film erheben zur Klasse der modernen, kleinen aber feinen, man muss es beim Namen nennen: Meisterwerke.
Die DVD ist nicht nur für den Film lohnenswert. Zwar enthält sie eine Reihe unangenehmer Kleinigkeiten - eine Blu-ray-Werbung, einen Trailer für einen anderen Film (heutzutage muss man aber wohl schon froh sein, wenn es nur so wenig Quatsch am Anfang hat) und eine leicht falsch gemixte Tonspur im Englischen, wo die Dialoge leiser sind als die restlichen Geräusche - ansonsten ist sie aber gut ausgestattet. Es gibt vier Tonspuren und eine Myriade Untertitel. Dazu kommen noch ein absolut sehenswerter Dokumentarfilm über den Dreh und den Film, eine Audiokommentarspur mit Herman und Boyne, sowie ein paar zusätzliche Szenen. Der Kauf lohnt sich allemal.
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DVD-Infos
DVD erschienen am 17.09.2009
- Bildformat: 16:9/1,85:1
- Sprachen: Deutsch; Englisch; Italienisch; Türkisch (alle DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch; Englisch; Englisch für Hörgeschädigte; Italienisch; Hebräisch; Türkisch; Kroatisch; Slowenisch; Serbisch
- Extras: Dokumentarfilm: "Freundschaft, die Zäune überwindet"; Audiokommentar von Autor/Regisseur Mark Herman und Autor John Boyne; Zusätzliche Szenen



