The Bank Job (2008)
The Bank Job (2008)
Oder: Schatz, ich habe eine Bank ausgeraubt!
Terry Leather (Jason Statham) besitzt eine kleine Garage, in der er alte Autos aufmöbelt. In letzter Zeit wird er aber immer wieder von Schlägern bedroht, die ihn nachdrücklich bitten (indem sie seine Autos kaputtmachen), dass er doch die ausstehenden Zahlungen endlich begleichen soll. Doch Terry kann nicht. Bis die schöne Martine (Saffron Burrows) auftaucht und ihm einen Job anbietet. Einen Bank Job.
Terry schart seine Kollegen und Gaunerkumpanen um sich und zusammen entwickeln sie einen Plan, die Bank durch eifriges Graben von einem Gebäude nebenan zu unterwandern. Ausgerüstet mit Walkie-Talkies und allerlei Instrumenten geht die Arbeit voran. Was aber keiner der Gruppe weiss, ist, dass ihre Gespräche über die Funkgeräte von einem Funk-Amateur abgehört werden, der sich an die Polizei wendet. Diese will nun herausfinden, in welcher Bank dieser Raub überhaupt vonstatten geht.
Was Terry und seine Kollegen ebenfalls nicht wissen, ist, dass in diesen Schliessfächern, die demnächst aufgebrochen und geleert werden, heikle Sachen aufbewahrt werden. Vor allem die schöne Martine steuert schnurstracks auf ein spezielles Schliessfach hin und will sich dessen Inhalt schnappen - Fotos eines Mitglieds der englischen Königsfamilie beim flotten Dreier-Liebesspiel. Diese enthüllenden und sogar für England skandalösen Bilder wurden von einem Mann namens Michael X (Peter de Jersey) organisiert und deren Existenz als Druckmittel gebraucht.
Terry und Kumpanen staunen nicht schlecht, als sie entdecken, dass in den Fächern Fotos, Schuldbücher und ähnliches ans Tageslicht kommt. Und bevor sie sich versehen, sind ihnen auch schon diverse Leute auf den Fersen. Auf der einen Seite solche, welche die Tat auflösen und die Gangster hinter Gitter bringen wollen. Auf der anderen Seite, und die sind viel gefährlicher, solche, die verhindern wollen, dass die Inhalte der Fächer bekannt werden.
The Bank Job basiert lose auf dem realen Bankraub aus dem Jahr 1971, der den Verbrechern schlussendlich nur geringe Haftstrafen einbrachte, während die Unterlagen und Fotos des mysteriösen Michael X bis (kein Witz!) ins Jahr 2054 unter Verschluss gehalten werden müssen.
DVD-Rating
Inside Man hat vor einigen Jahren eindrücklich demonstriert, wie ein simpler Bankraub nicht nur ungemein spannend, sondern auch durch viele Beteiligte, politische Machtspiele und einigen interessanten Handlungswendungen sehr abwechslungsreich gestaltet werden kann. Bank Job hätte ein ähnliches Potential gehabt, denn er basiert auf dem realen Baker Street Robbery, der im Jahre 1971 für grosses Aufsehen sorgte, als etwa 3 Millionen Pfund gestohlen wurden. Die genauen Umstände wurden aber nie ganz geklärt, und vieles steht bis heute noch unter Geheimhaltungsstufe. Bank Job ist in dieser Hinsicht aber keine nachträgliche Aufklärung des Bankraubs, denn auch er bedient sich einer guten Portion Fiktion, um den Film zügig voranzutreiben.
Inside Man wurde als Messlatte bereits genannt, eine Messlatte, welche Bank Job aber nicht erreichen kann. Dazu ist er zum einen zu träge und zum anderen spielt er mit zu offenen Karten. Da nützt ihm auch die verschachtelte und in Zeitsprüngen unterteilte erste Hälfte nicht, welche sehr kompliziert in ein an sich einfaches Szenario einführt und die vielen Storylines ohne Erklärung dem Zuschauer an den Kopf wirft. Nach einiger Zeit kennt man aber die beteiligten Figuren, und man kann sich darauf konzentrieren, wie die Schachfiguren geschickt auf ihre Positionen gebracht werden, um sie dann gegeneinander auszuspielen. Doch leider ist viel zuviel schon am Anfang bekannt, und handlungsmässig gibt es kaum Überraschungen oder Aha-Momente. Dennoch bleibt es unterhaltend, den Amateuren zuzusehen, wie sie in einer Liga spielen, in der sie überhaupt nichts zu suchen haben und sich trotzdem erfolgreich zur Wehr setzen.
Schauspielerisch bietet Bank Job natürlich mit Jason Statham einen grossartigen Anker, der sowohl den liebenden Familienvater, als auch den Bankräuber überzeugend spielen kann. Auch die anderen Nebenfiguren sind durchwegs sehr gut gecastet, fallen glaubwürdig aus und sind auch sehr charakteristisch ausgesucht. Saffron Burrows hingegen wirkt eher deplatziert. Unter dem Strich wird dann auch ein gutes Familienensemble geboten, welches schnell sympathisch wird und das man auch gerne auf seinem Abenteuer begleitet, was doch etwas weitere Kreise zieht, als vorerst angenommen.
Fazit: Etwas mehr Geheimniskrämerei hätte Bank Job nicht geschadet. Trotz verschachtelter Erzählweise ist viel zu schnell klar, wer da mit wem unter einer Decke steckt, weshalb viel Spannung und Dramatik wegfällt. Dennoch bleibt es ein sehr kurzweiliges Stück Film, das dank sympathischen Figuren und immer mehr Spannung in der zweiten Hälfte, sehr gut bei Laune hält und man auch sehr gerne bis zum Schluss dabei ist.
Die DVD überzeugt mit sehr guter Bildqualität und arbeitet gut, wenn auch zurückhaltend mit dem Surround. Das Bonusmaterial setzt sich aus den üblichen Bestandteilen aus Audiokommentaren, entfallenen Szenen und Trailern zusammen. Der Kern bildet aber ein Making of des Filmes sowie eine Dokumentation über den eigentlichen Bankraub. Beide fallen durchaus informativ aus und geben einen schnellen Überblick über die Geschehnisse in der Realität und hinter den Kulissen des Filmes.
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4.4 Sterne (81 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 20.11.2008
- Bildformat: Widescreen 2.35:1 (Anamorph)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Audiokommentar; Deleted Scenes; Inside the Bank Job; The Baker Street Bank Raid; Interview mit Jason Statham; Making of; Trailer



