27 Dresses (2008)
Kleider machen Bräute
27 Dresses (2008) Kleider machen Bräute
Oder: Boy gets girl, boy loses girl...
Jane (Katherine Heigl) träumt von der perfekten Hochzeit. Und von ihrem Boss George (Edward Burns). Doch tut sie letzteres nur heimlich, weshalb sie sich vorerst mit dem Organisieren von Hochzeiten anderer Leute zufrieden geben muss, 27 an der Zahl...
Dann verlieben sich ihre blonde Schwester Tess (Malin Akerman), die von ihrer Schwärmerei nichts ahnt, und George Hals über Kopf. Auch diese Hochzeit soll sie organisieren. Das bricht ihr zwar fast das Herz, nein sagen kann sie aber trotzdem nicht.
Als wäre das nicht genug, muss sie sich auch noch mit Kevin (James Marsden) herumschlagen, einem Journalisten, der zwar herzerweichende Hochzeitsberichte verfasst, die Jane ausschneidet und sammelt, sich aber als Zyniker ersten Grades beweist. Er will nämlich über Tess und Georges Hochzeit berichten - Sagt er zumindest. In Wahrheit wittert er die grosse Titelstory über die ewige Brautjungfer, in deren Schrank 27 einmal getragene, ziemlich geschmacklose Kleider hängen...
Kinofilm-Rating
27 Dresses ist eine romantische Komödie und romantische Komödien verlaufen ja meistens nach einem ganz bestimmten Rezept, das hier auch bis auf Punkt und Komma eingehalten wird. Laut Eigenwerbung endet der Film zwar für alle überraschend. Das ist aber etwa so wahr wie Eisbären am Südpol. Jane und Kevin können sich von Anfang an nicht ausstehen, was ja schon mal die beste Voraussetzung ist, denn was sich neckt, das - eben. Sie betrinken sich nach einer Autopanne im Regen in der Bar, singen laut und tanzen auf dem Tresen und dann - genau - und am andern Tag - jawohl - aber dann - wie gesagt. Romantische Komödie halt. Man kann sich den Film also getrost im Sinne einer Massnahme zum Mood-Management zu Gemüte führen. Aber irgendwie möchte man auch von einer romantischen Komödie mehr erwarten können, als lauter schon mal Gesehenes wie Beziehungsproblemebesprechung in der Yoga-Stunde à la Sex and the City, um nur ein Beispiel zu nennen...
Sehenswert dagegen sind aber die beiden Hauptfiguren. Katherine Heigl zeigt Gespür und das richtige Timing für ihre Rolle. Dass sie schauspielern kann, wissen wir seit Grey's Anatomy und Knocked up. Bleibt nur zu hoffen, dass sie nächstes Mal mehr Glück hat mit dem Drehbuch. Verantwortlich dafür ist Aline Brosh McKenna (The Devil Wears Prada). Leider fehlt ihr hier die witzige Romanvorlage und auch eine Figur wie die der Miranda Priestly. Der smarte James Marsden (Enchanted) mit dem umwerfenden Zahnpastalächeln übernimmt die Rolle des Zynikers, aber so ganz ernst ist es Kevin damit dann doch nicht. Allerdings ist er Janes passendes Gegenstück. Das Spiel zwischen den beiden funktioniert. Malin Akerman (The Heartbreak Kid) dagegen wackelt ständig mit dem Kopf und ihr Wutausbruch ist grottenschlecht. Burns bleibt flach und unscheinbar. Unter den Nebendarstellerinnen verdient einzig Judy Geer noch besondere Erwähnung. Sie bekommt für die an sich undankbare Rolle von Janes bester Freundin Casey leider viel zu wenig Leinwandpräsenz. Aber auch das gehört zur romantischen Komödie.
27 Dresses kommt am Valentinstag in die Schweizer Kinos. Und darum hier noch ein Tipp für bindungswillige Männer mit Hang zu Romantik: Das ist das ideale Setting für einen Heiratsantrag! Fans vom Heiraten und Frauen, die noch auf ihren Traumprinzen warten, werden auf ihre Kosten kommen, ZynikerInnen lieber draussen bleiben.
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3.5 Sterne (65 Bewertungen) | 4 Kommentare



