21 (2008)
21 (2008)
Oder: 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, ...
Der Bostoner Ben Campbell (Jim Sturgess) ist ein beinahe typischer M.I.T.-Student. "Freitag"-Tasche (!), Fahrrad statt Auto und obschon er jobbt, hat er dennoch kaum Geld. Allerdings ist Ben auch überaus brillant - besonders im Umgang mit Zahlen - und es scheint für ihn nichts Einfacheres zu geben, als in Prüfungen und Tests Bestnoten zu schreiben. So klug er auch sein mag, er ist mindestens genau so scheu. Aus diesem Grund wird ihm wohl auch ein 300'000 Dollar Stipendium für die "Harvard Medical School" durch die Lappen gehen.
Gerade als sein Traum zu zerplatzen droht, wird der Professor für nichtlineare Gleichungen, Micky Rosa (Kevin Spacey), auf Ben aufmerksam. Er lädt ihn ein, zusammen mit vier weiteren M.I.T.-Studenten "Black Jack" zu spielen. Dabei verfolgt dieses Team allerdings ein spezielles Ziel. Denn Rosa hat ein Kartenzählsystem entwickelt, dass es ihnen erlaubt, gegen die Bank zu gewinnen. Deshalb verbringen sie nun ihre Wochenenden in Las Vegas, um die Casinos um ein paar Dollar zu erleichtern.
Zögert Ben zuerst noch, kann ihn die verführerische Jill Taylor (Kate Bosworth) schliesslich doch überzeugen. Er wird in das eigentlich simple, da auf einfachster Mathematik basierende, Zählsystem eingeführt und kann schon bald als "Big Player" ins richtige Spiel einsteigen. Getrieben vom neugewonnenen Lifestyle und Geld, erkennt Ben nicht, welche Aufmerksamkeit er beim Casinoaufseher und Bluthund Cole Williams (Laurence Fishburne) weckt.
Kinofilm-Rating
Das System scheint ganz einfach; +1, +1, -1, +0, -1, +0, +0, +1 usw. Die sich daraus ergebende Summe zeigt an, wie viel oder wenig Chips man setzen soll. Doch ganz so einfach ist es dann wohl nicht. Zumindest wird das System nur in seinen Grundzügen erklärt, um am Ende das eher junge Zielpublikum doch nicht zu überfordern. So ist auch die Geschichte nicht besonders anspruchsvoll und man wir kaum von irgendwelchen Wendungen überrascht. Nach den ersten zehn Minuten wusste ich zumindest schon, wie der Film ausgehen wird.
Die Geschichte selbst konzentriert sich grösstenteils auf die Figur des Ben Campbell und deren Veränderung. Dafür hat man mit Jim Sturgess eine gute Wahl getroffen. Der junge, britische Schauspieler, der bei uns zuletzt in Across the Universe und The Other Boleyn Girl zu sehen war, gibt den intelligenten, schüchternen und unbeholfenen Studenten jedenfalls einnehmend und authentisch. Hingegen enttäuscht Kevin Spacey einwenig. Er liefert zwar ein solides Schauspiel, hinterlässt jedoch den Eindruck, auf Autopilot gelaufen zu sein. Und bis auf Laurence Fishburne bleibt der Rest des Casts äusserst blass und bisweilen auch sehr stereotypisch.
Der Film vermag trotz einfacher Geschichte und eher gewöhnlichen Figuren dennoch zu interessieren und auch zu faszinieren. Da die Geschichte wieder einmal auf einer wahren Begebenheit basiert (eigentlich auf dem Sachbuch "Bringing Down the House" von Ben Mezrich, über die sechs echten M.I.T.-Studenten), ist man direkte nochmals einwenig mehr fasziniert von der Leistung, dieser jungen Menschen. Zudem wirkt das simple Kartenaufdecken durch hypercoole Kammerfahrten über Spielkarten und Chips sogar einigermassen spannend. Und zum Schluss wird das Ganze noch mit einem zeitgemässen Soundtrack garniert. Eben nach System.
![]()
4.0 Sterne (91 Bewertungen) | 13 Kommentare



