1½ Ritter - Auf der Suche nach der hinreissenden Herzelinde (2008)
1½ Ritter - Auf der Suche nach der hinreissenden Herzelinde (2008)
Oder: Ein Depp und ein halber
König Gunter (Thomas Gottschalk) ist lang nicht mehr so reich, wie der Adelsmann es früher einmal war. Umso schlimmer, dass sich sein Töchterchen, Prinzessin Herzelinde (Julia Dietze), der Vermählung mit Graf Leopold (Udo Kier) verwehrt, welcher das nötige Kleingeld in die arrangierte Ehe bringen könnte. Stattdessen träumt Herzelinde von einer Liebesheirat mit ihrem Leibwächter Ritter Lanze (Til Schweiger). Dieser hegt zwar auch Gefühle für die schöne Maid, will sich aber keinesfalls über die Standesgrenzen hinwegsetzen.
Umso mehr wurmt es Ritter Lanze, als er die Entführung der Prinzessin nicht verhindern kann. Fiese Gesellen haben ihm in der Disco Wodka statt frisches Quellwasser vorgesetzt und seine temporäre Bewusstlosigkeit gnadenlos ausgenützt. Nach einem Kurzaufenthalt im Kerker wird er aber mit dem türkischen Kleinganoven Erdal (Rick Kavanian) los geschickt, um Herzelinde wiederzufinden. Die Fahndung nach dem schwarzen Ritter bringt die beiden aber vorerst nur in allerlei bordellähnliche Etablissements.
Kinofilm-Rating
Seit Siegfried wissen wir definitiv, dass deutsche Blödelfilme im Mitteraltermillieu nicht wirklich witzig sind und dass man sie sich, wenn überhaupt, nur wegen der weiblichen Nebenrolle anschauen sollte. Bei Tom Gerhardt hiess die Dame Daniela Wutte. Til Schweiger hat nach Nora Tschirner in Keinohrhasen eine weitere Schönheit für sich entdeckt: Julia Dietze. Die Zuckermaus ist denn auch wirklich richtig knuffig, wenn sie auf der Leinwand lächelt, aber leider auch nicht mehr. Das reicht super für einen härzigen 40-Sekünder von McDonald's, aber einen ganzen Film lang verleiden einem auch die schönsten Frauen einmal. Zumal es sonst wenig Erwähnenswertes gibt.
Thomas Gottschalk ist gut in seiner ersten grösseren Filmrolle seit Late Night vor knapp zehn Jahren. Zwar spielt er im wesentlichen seine Showmasterrolle, aber die kann er dafür aus dem Ärmel schütteln. Der Film ist auch nett gefilmt, kleine Details im Set Design erfreuen das Herz, und man könnte auch all die vielen Anspielungen auf die Jetztzeit, wie zum Beispiel die schon zur Ritterzeit omnipotente Schild-Zeitung, lustig finden. Eigentlich ist das alles erfreulicher als bei Siegfried. Das Problem ist nur, dass Schweiger, der hier auch als Regisseur amtet, kein Komödiant ist. Er wirkt den ganzen Film etwas verloren unter seiner Prinz-Valiant-Frisur. Wenn Gerhardt seine Komikerkumpels aufbietet, ist da jeweils auch noch der eine oder andere Knaller mit dabei. Die, welche mit Schweiger blödeln wollen, sind hingegen Alt-Stars von Johannes Heesters bis zu den New Kids on the Block, um nur den ältesten und die jüngsten zu nennen. So wirken all die Gastrollen in diesem Til Schweiger-Film eher als celebrity-technische Vorstufe zum Abstieg ins Dschungel-Camp als wirklich freundliche gemeinte Cameos. Nur dass Roberto Blanco seine Finger im Fladenbrot hatte bei der Erfindung des Döner Kebabs, hätte man nicht für möglich gehalten.
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2.4 Sterne (39 Bewertungen) | 7 Kommentare



