Zodiac (2007)
Zodiac - Die Spur des Killers
Zodiac (2007) Zodiac - Die Spur des Killers
Oder: XY ungelöst
Wir schreiben den 4. Juli 1969. Das Feuerwerk über San Francisco erhellt den Himmel und die Verliebten karren ihr Auto an die schönsten und einsamsten Plätze der Gegend. Unter ihnen auch ein Pärchen, das die Einsamkeit sucht, aber etwas ganz anderes findet. Als nämlich eine dunkle Gestalt auftaucht und anfängt die Leute nieder zu schiessen, überlebt nur der Junge ganz knapp. Damit diese Tat nicht als eine unter vielen katalogisiert wird, schickt der Täter Bekennerschreiben an die grössten Zeitungen der Bay-Gegend. Vollgekritzelt mit irgendwelchen Symbolen soll dieses Schreiben auf den Titelseiten des Chronicle und des Examiners erscheinen. Cartoonist Robert Graysmith (Jake Gyllenhaal) ist ebenfalls anwesend und völlig fasziniert von diesen Rätseln. Zusammen mit dem Starreporter Paul Avery (Robert Downey Jr.) versucht er, die Verschlüsselung zu lösen.
Zwei Monate später müssen zwei junge Leute an einem See dran glauben. Sie werden von einer vermummten Gestalt niedergestochen. Und wiederum erhält die Bevölkerung ein Zeichen des Killers. Dieses Mal auf die Tür eines Autos geschrieben. Ausserdem kommts in einer TV-Show zum Anruf des Mörders, der sich auch noch grad für zwei frühere Morde verantworlich zeigt. Doch damit nicht genug. Er hat Spass am töten und es wär doch cool, einen Schulbus verunfallen zu lassen und dann die "herauspurzelnden" Kinder abzuschiessen.
Als im Oktober 1969 in San Francisco selber (also nicht mehr in der Umgebung) ein Taxifahrer kaltblütig erschossen wird, mischen sich auch die beiden Detectives David Toschi (Mark Ruffalo) und William Armstrong (Anthony Edwards) in den Fall ein und auch der Killer, der sich nun Zodiac nennt, meldet sich wieder. Dieses Mal schickt er einen blutgetränkten Stoffetzen des Taxifahrers mit.
Die Ermittlungen ziehen sich in die Länge. Der Killer meldet sich immer seltener, ein herbeigezogener Spezialist für Psychologie (Brian Cox) vermag ebenfalls nicht zu helfen und die ermittelnden Cops müssen sich mit Brotkrumen begnügen. Verdächtige gibts genug. Aber die Beweise fehlen. Und auch der Hauptverdächtige, ein Mann namens Arthur Leigh Allen (John Carroll Lynch), kanns am Ende doch nicht gewesen sein. Es ist zum verrückt werden und der Frust der Cops wird mit jedem Verdächtigen, den sie laufen lassen müssen, erdrückender.
Während in den Jahrzehnten der Ermittlungen immer mehr Personen aus dem Rennen ausscheiden, ist es ausgerechnet Cartoonist Graysmith, dem dieser Fall zu Besessenheit wird. Durch die vielen Jahre der Ermittlungen, des Suchens und Grübelns hat sich in seinem persönlichem Archiv einen Haufen an Material über den Zodiac angesammelt. Diese Menge will er nun in einem Buch verarbeiten. Und plötzlich scheint ihm klar zu sein, wer die Küste San Franciscos damals in Atem gehalten hat. Da klingelt das Telefon, aber ausser einem heftigen Atmen ist nichts zu hören. Ist der Zodiac zurück?
DVD-Rating
Wow. Da hat doch in der Tat ein Regisseur den Mut im Kleid eines 70er Thrillers aber ohne die üblichen Effekte und Handlungsstränge (= Action) einen Film zu zelebrieren und siehe da, der Film kommt beim Publikum kaum an. Selbst ein fantastischer Filmemacher wie David Fincher ist ohne Staraufgebot kein Garant für einen Kassenschlager - erst noch wenn er von seinen sonstigen Filmkonzepten abweicht.
Zodiac zeigt in intensivem, aber tempoarmem und oft fast dokumentarischem Masse die Jagd nach dem berüchtigten Zodiac-Killer, der über Jahre Südkaliforniens Bewohner ängstigte. Das fängt Fincher nicht mit plakativen Thrillerelementen, sondern mit Blicken auf die Investigationen der Polizei und zweier Zeitungsleute ein. Der Film ist sehr dialoglastig und um in dem Wirrwarr von Namen und Orten nicht den Überblick zu verlieren ist Aufmerksamkeit gefragt, die beim Langen in die m&m's Tüte schnell mal verfliegt. Also Augen auf und Ohren gespitzt - sonst heisst's dann wieder "I chum nid druus"!
Neben der Spannung, die sich durch die Entwicklung der Geschichte und deren Protagonisten aufbaut, sind es die Darsteller, die durchgehend ein tolles Bild abgeben. Allen voran gefällt Mark Ruffalo in der Rolle des kantig-unnachgiebigen, schlauen Cops, aber insbesondere Robert Downey Jr. als hippiger Journalist liefert eine absolute Glanzleistung ab. In Nebenrollen glänzen u.a. Brian Cox als eigennütziger TV-Anwalt oder Philip Baker Hall als Schriftenexperte. Toll, einfach toll gespielt!
Zodiac ist ein grandios gemachter, atmosphärisch dichter und tiefgehender Recherche-Thriller, der den Zeitgeist der End-60er/Anfangs-70er wunderbar einfängt.
Extras: Auf der Normalo-Edition gibt es ausser der Making-Of Dokumentation leider nichts mehr. Der Hinweis als Trailer auf einen Director's Cut, im 2008 kommend, macht allerdings schon sehr gluschtig. Der Bildtransfer ist eher enttäuschend und hat vor allem mit der Schärfe Mühe. Auch erscheint das Bild oft extrem weich, wobei ich mich frage, ob das nicht gewollter 70er-Style ist (siehe auch die einführenden, körnigen Produktionslogos).
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4.6 Sterne (118 Bewertungen) | 7 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 02.10.2007
- Bildformat: 2.40:1 (16:9)
- Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch (D für Hörgeschädigte)
- Extras: Dokumentation; Trailer




