Young@Heart (2007)

Young@Heart (2007)

Oder: Ist es zu laut, bist du zu alt

Young@Heart

"Country-Roads ..."

"Young@Heart" ist der Alterschor, zu dessen Konzert man ungeniert die Emo-Cousine mitnehmen kann. Die "80+"-Seniorinnen und Senioren bedienen sich nämlich bei der Setlist an zeitlosen U-Musik-Klassikern von The Clash, Radiohead, Jimi Hendrix und Coldplay.

Für ihr neustes Programm werden die Rentner vom Chlorleiter und -gründer Bob Cilman in neue Songs eingeführt. Und Bob hat Ansprüche: Ein Song wie "Schizophrenia" von Sonic Youth würde sich selbst eine jugendliche Coverband kaum antun wollen. Leichter erscheint da "I Feel Good" von James Brown. Doch dort gibt es Rhythmusprobleme und "Strophenlöcher". Es klemmt und harzt überall ein bisschen, doch die motivierten Rentner geben sich unendlich Mühe und verbessern sich von Probe zu Probe.

Young@Heart

"We are cool, man!"

Mit der Zeit hat der Chor jedoch mit einem viel grösseren Problem zu kämpfen. Die Gesundheit einiger Mitglieder ist stark angeschlagen. Proben werden nicht wegen Erkältungen ausgesetzt, sondern wegen schwerwiegender Komplikationen. Und so kommt es dann auch, dass nicht alle Sänger das grosse Konzert in Los Angeles erleben werden.


DVD-Rating

Dokumentationen über die Musik, in denen keine versifften Rockstars vorkommen, bieten immer wieder Interessantes. Da war Rhythm is it ein schönes Beispiel und wer den Buena Vista Social Club gesehen hat, der weiss, das manch so ein vermeintlich "kleiner" Film richtig gut und gross werden kann. In diese Nische will auch Young at Heart springen und ein Stück vom Kuchen abhaben.

Regisseur Stephen Walker heftet sich hier an die Fersen einen ganz speziellen Chors, der so gar nicht in die Schublade der "normalen" Senioren passt. Der "Young@Heart"-Chor singt nämlich nicht die üblichen Kirchen- oder Volkslieder, sondern nimmt sich Lieder von James Brown oder Coldplay an. Und das auf sehr interessante und sympathische Weise.

Unter der Führung von Bob Cilman singen alte, kranke, gebrechliche und lustige Leute mehr oder weniger bekannte Songs. Obwohl man zwar zeitweise eher von "sprechen" als "singen" reden muss, so haben einzelne Songs beim genaueren Hinhören schon eine tiefere Bedeutung, wenn man die kleinen Geschichten der Personen hört, die da singen.

Der Film ist nett, die Geschichte geht ans Herz und die Darsteller zwar laienhaft, aber ebenfalls sehr sympathisch und teils recht sarkastisch. Und trotzdem ist bei Young at Heart nicht alles Gold was glänzt. Die Laufzeit von knapp 110 Minuten ist schon hart an der Grenze, denn mit der Zeit hat man das Singen und Plaudern dann auch mal gesehen. Denn viel anderes passiert im Film leider nicht.

Fazit: Young at Heart punktet mit seinen sympathischen Darstellern und den eigenwilligen Interpretationen der bekannten Songs. Dazu kommen einige schöne Geschichten der alten Menschen. Wer sich von diesen Leuten verzaubern lässt, wird eine schöne Zeit mit dem Film haben. Wenn aber der Funke nicht von Anfang an schon springt, dann wirds eine Belastungsprobe fürs Gesäss.

Die Extras auf der vorliegenden DVD beschränken sich auf ein kleines Making-Of (recht nett) und die Möglichkeit, die gesanglichen "Highlights" einzeln anzuwählen. Technisch ist die Scheibe recht gut übertragen worden, kommt der Ton doch in sauberer Qualität durch die Boxen und auch das Bild passt, mit einigen Ausnahmen, gut zur Produktion.

4.4 Sterne 3.6 Sterne
4.4 Sterne (26 Bewertungen) | 0 Kommentare

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09.01.2009 / uas (Inhalt), muri (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 26.02.2009

  • Bildformat: 1:1.85 (16:9)
  • Sprachen: Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch; Französisch
  • Extras: Making-Of; Die Gesangshiglights; Trailer