Yella (2007)
Yella (2007)
Oder: Wenn ein Auto baden geht
Es beginnt mit einer schmerzhaften Trennung. Die junge Yella (Nina Hoss) lässt ihren Mann samt seiner Pleite gegangenen Firma im ostdeutschen Wittenberge zurück und haut nach einer zwischenzeitlichen Tauchstation ab nach Hannover. Sie selbst war es, die die Buchhaltung des ehelichen Unternehmens geführt hatte - es bleibt unklar, ob sie ihren Mann verliess, weil er nicht erfolgreich war, oder ob sie selbst zum Konkurs beigetragen hat.
Die Geschichte droht sich derweil zu wiederholen: Erneut lernt Yella einen attraktiven Mann kennen, den sie nicht nur mit ihrem Charme und ihrer Scharfsinnigkeit, sondern auch mit ihrer Durchtriebenheit im Rechnungswesen bezirzt. Zusammen glänzen die beiden im Auftrag einer Private-Equity-Firma am Verhandlungstisch und durchleuchten die zwielichtigen Investitionen ihrer Kunden. Aber wie sehen ihre persönlichen, privaten Investitionen aus?
DVD-Rating
Gegen Filme mit absurdem Inhalt ist prinzipiell nichts einzuwenden. Allerdings sollte diese Absurdität doch nach gewissen Regeln ablaufen und auch nicht unbedingt anderswo kopiert sein.
Yella erinnert stark an Stay mit Ewan McGregor und Ryan Gosling: Ein Autounfall und das vermeintliche Weiterleben des Protagonisten bzw. hier der Protagonistin. Am Schluss dann die Ernüchterung, die Person ist tot und was wir gesehen haben nur ein was wäre wenn oder vielleicht eine Art Aussöhnung mit dem Leben; eine Abrechnung und Abarbeitung dessen, was einen Menschen noch beschäftigt hat, bevor seine Seele loslassen kann und er stirbt.
Die Story also ist bekannt, die schauspielerischen Leistungen allerdings um einiges schlechter als die des Pendants aus Hollywood. Nina Hoss läuft 100 Minuten lang mit demselben eingeschüchterten Gesichtsausdruck durch die Gegend und Devid Striesow kauft man seine Zärtlichkeiten und Liebesbekundungen doch nicht einmal in dem Traum ab, als der sich das Ganze entpuppt.
Besonders nervtötend ist das eingespielte Gepiepse wenn Yella irgendwo in die Nähe von Wasser kommt oder Wind durch Bäume rauscht. Es reisst einem fast die Ohren ab und deutet auf eine mittlere Katastrophe hin à la "Hitchcocks Vögel kommen", anstatt die Vorwarnung zu geben, dass etwas nicht stimmt.
Auch auf emotionaler Ebene ist der Film zu abrupt und überdreht. Die Liebe zwischen Yella und Philipp kauft man nicht ab, weil einem viel zu schnell zu grosse Vertrautheit vorgegaukelt wird. Schade, denn die Idee an sich wäre gut: Die postmortale Rechtfertigung, dass Yella ihren Mann wirklich nicht des Geldes wegen verlassen hat, sondern bloss, weil sie ihn nicht mehr liebt, nimmt die Schuld von ihr und lässt dem Regisseur viel Spielraum, da ja die normalen physikalischen und logischen Gesetze nicht zu gelten brauchen.
Die DVD enttäuscht durch unterdurchschnittliche Bildqualität. Und obwohl das Budget bestimmt nicht so riesig war wie das eines Ami-Streifens, könnte man doch mehr erwarten als Bilder die aussehen als hätte man sie während der DDR-Zeiten gedreht. Auch die Extras sind mager ausgefallen, das beliebte Element "Making Of" und ein Trailer für einen anderen Film, befriedigen den Käufer bei weitem nicht.
Fazit: Aufpassen an was man sich heranwagt. Es wurde eben nicht jeder als zweiter David Lynch geboren.
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4.4 Sterne (13 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 15.05.2008
- Bildformat: Widescreen
- Sprachen: Deutsch (DD 2.0 / DD 5.1)
- Untertitel: Englisch
- Extras: Making Of, Film von Harun Farocki, Bildergalerie, Trailer


