Wonderful Town (2007)

Wonderful Town (2007)

Oder: Eine Melone ist keine Orange ist keine Melone...

Wonderful Town

"Schatzi, wischst du noch die Dachterrasse?"

Süd-Thailand, ein Jahr nach der grossen Tsunami-Katastrophe: Der junge Architekt Ton (Supphasit Kansen) will beim Wiederaufbau nach dem Tsunami helfen. Deshalb nimmt er eine Stelle an, bei welcher er die Bauarbeiten für eine Touristenanlage leiten soll. Da er nicht da wohnen will, wo er arbeitet, nimmt er sich im Nachbarsstädtchen Takua Pa ein Hotelzimmer. So lernt er die schüchterne Hotelbesitzerin Na (Anchalee Saisoontorn) kennen. Sie hat die Anlage von ihren Eltern übernommen und führt diese alleine. Da er der einzige Hotelgast ist, sucht Ton den Kontakt zu ihr, denn die Einsamkeit macht ihm zu schaffen.

Obwohl Na anfangs seine Annäherungsversuche abblockt, sucht sie bald darauf selber nach Ausreden, um mit ihm sprechen zu können. Die beiden merken, dass sie Vieles gemeinsam haben und verbringen immer öfter Zeit miteinander. Langsam bahnt sich zwischen ihnen eine zärtliche Liebesgeschichte an. Doch einige Bewohner des Städtchens scheinen darüber alles andere als begeistert zu sein...


Kinofilm-Rating

Mit seinem Erstling liefert der Regisseur Aditya Assarat einen bezaubernden Film. Gekonnt hat er sein eigenes Drehbuch verfilmt, welches ohne komplizierte Handlungsstränge auskommt, aber trotzdem vielschichtig ist. Wonderful Town gehört zu der Sorte Filme, die auf leisen Sohlen daherkommen, einen in ihren Bann ziehen und zum Schluss vollends begeistert und zutiefst berührt zurücklassen. Der Film überzeugt auf der ganzen Linie.

Die beiden Hauptdarsteller Anchalee Saisoontorn und Supphasit Kansen sind keine Profi-Schauspieler: Sie ist Touristenführerin und er Musiker. Dies tut ihrer schauspielerischen Leistungen nicht im Geringsten was ab - sie liefern eine Glanzleistung, welche echter nicht rüberkommen könnte. Mit einer selten gesehenen Zerbrechlichkeit und Echtheit, ziehen sie den Zuschauer ins Geschehen. Es ist so, als sähe man wirklich dabei zu, wie sich zwei Menschen auf äusserst feinfühlige Art näherkommen und verlieben. Kleines Budget hin oder her: Besser hätte man die Rollen nicht besetzen können.

Dialoge sind in Wonderful Town eher zweitrangig. Mimik und Gestik der Darsteller sagen hier oft genug und viel mehr aus als jeder überflüssige Wortaustausch. Geschickt wird das Gefühlsinnenleben der Hauptfiguren und deren Umfeld durch Bilder erklärt. Was nicht in Worten ausgedrückt werden kann, wird metaphorisch durch eindrückliche Aufnahmen der verwüsteten Stadt und der Natur sichtbar gemacht. Abgerundet wird dieser optische Schmaus durch eine gelungene musikalische und tonmässige Untermalung. Besonders die Klänge der Natur werden gezielt eingesetzt, um eben auch die Gefühle und Ängste der Figuren zu unterstreichen.

Fazit: Auf leisen Sohlen kommt Wonderful Town daher. Und so sanft wie der Film beginnt, so heftig trifft er den Zuschauer mitten ins Herz. Mit starken Bildern und einer grossartigen musikalischen Untermalung, begleitet man die beiden Protagonisten auf ihrem Weg und wird keineswegs enttäuscht. Prädikat "besonders wertvoll"!

4.7 Sterne
4.7 Sterne (5 Bewertungen) | 0 Kommentare

5.55.5
23.09.2008 / faz

Wonderful Town (2007)
Bewertung: 4.7 (5 Bewertungen)
4.7 Sterne » BewertenWonderful Town (2007)4.666675

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