Wie man sein Leben kocht (2007)
Wie man sein Leben kocht (2007)
Oder: Besser essen mit Ed
Edward Espe Brown ist ein Zen Priester und Meisterkoch in San Francisco. Er ist Autor der bekannten "Tassajara"-Kochbücher, die die buddhistische Lehre mit der Kochkunst verbinden.
In Kursen lehrt er seine Schüler einen verantwortungsvollen und trotzdem lustvollen Umgang mit einem der kostbarsten Güter auf Erden: Dem Essen.
Kinofilm-Rating
Es gibt ja das bekannte Genre der "Fress-Filme", die mit gluschtig dargebotenen Leinwand-Leckereien dem Zuschauer das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Und zwar so, dass dieser nach dem Kinobesuch ins nächstgelegene Restaurant pilgert, um sich dort gehörig den Bauch vollzuschlagen. An dieser Stelle gehört erwähnt, dass es sich bei Wie man sein Leben kocht um keinen Film dieser Sparte handelt - trotz eines diesbezüglich durchaus verheissungsvollen Radieschen-Trailers. Fress-Film-Fans kommen nur in wenigen Szenen auf ihre Kosten. Ansonsten dürften an diesem Film vor allem Anhänger von buddhistischen Kalenderblatt-Weisheiten ihre Freude haben.
Die 100 Minuten Filmlänge bringt der Chefkoch nämlich in erster Linie sprechender- und nicht etwa kochenderweise über die Runden. Und da äussert er vor allem so tiefsinnige Lebensweisheiten im Stil von "Man kann es nie allen recht machen" oder "Man ist, was man isst". Regisseurin Doris Dörrie, sonst eigentlich eine verlässliche Grösse im deutschen Kino, hängt dem Mann dabei hingebungsvoll an den Lippen.
In der Mitte droht der Film dann plötzlich ein wenig interessant zu werden, als er die Verschwendung von Lebensmitteln thematisiert und sich in Richtung We feed the World zu entwickeln scheint. Tatsächlich wären es durchaus spannend gewesen, Browns Aussagen mit denjenigen von Nestlé-Boss Peter Brabeck zu konfrontieren. So mutig war Dörrie dann allerdings doch nicht. Die kulturkritischen Ansätze werden schnell wieder abgeklemmt und der Meister darf wieder unwidersprochen seine Lebensweisheiten verbreiten. Auch nicht wirklich erhellend ist dabei die Unterteilung des Films in völlig willkürlich gewählte Kapitel, die bezüglich Substanz den Aussagen Browns in Sachen Trivialität in nichts nachstehen.
So ist Doris Dörries neuster Film zu einem langweiligen und unkritischen Werbefilm für den Buddhismus im Allgemeinen und für Edward Espe Brown im Speziellen geworden. Wirklich gluschtig macht das alles nicht.
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3.0 Sterne (5 Bewertungen) | 3 Kommentare


