The Walker (2007)
The Walker (2007)
Oder: Der warme Woody
Carter Page III. (Woody Harrelson) ist ein sogenannter "Walker": Er begleitet die meist nicht mehr ganz jungen Ehefrauen aus besseren Kreisen von Washington zur Oper, spielt mit ihnen Canasta und spielt für sie die Rolle des immer charmanten guten Freundes. Der stets bestens gekleidete und ausgesucht höfliche Sohn eines einflussreichen Politikers ist selbst homosexuell und liiert mit dem Fotokünstler Emek (Moritz Bleibtreu).
Seiner besten "Klientin", Lynn Lockner (Kristin Scott Thomas), Ehefrau eines Senators (Willem Defoe), bietet Carter zudem ein Alibi, wenn sie sich mit ihrem heimlichen Liebhaber trifft. Eines Tages findet sie diesen ermordet in seiner Wohnung auf. Um ihr Verhältnis nicht auffliegen zu lassen, bittet sie Carter, gegenüber der Polizei zu behaupten, er selbst hätte die Leiche aufgefunden.
Mit diesem Freundschaftsdienst bringt Carter jedoch eine Lawine ins Rollen, da er nun selbst ins Visier der Justiz gelangt und sich mit Verdächtigungen und Unterstellungen konfrontiert sieht. Doch er bleibt loyal und schützt Lynn weiterhin. Als sich aber seine Freunde von ihm abzuwenden beginnen, muss Carter selbst die Initiative ergreifen. Eine ungewohnte Rolle für jemanden, dessen Leben in erster Linie darin besteht, am Leben Anderer teilzuhaben...
DVD-Rating
Die DVD-Hülle von The Walker schürt die Vorfreude auf einen spannenden und fetzigen Thriller. Immerhin rennt da Woody Harrelson vor einem Wahrzeichen Washingtons, und der Cast, der namentlich genannt ist, macht auch einen guten Eindruck. Kristin Scott Thomas, Lauren Bacall oder auch Moritz Bleibtreu springen einem da entgegen. Das kann ja nur gut gehen, oder?
Bereits in den ersten Minuten von The Walker wird einem dann aber klar, dass die Erwartungen doch eher in eine andere Richtung gedreht werden sollten. Es wird nämlich nicht etwa spannend und intensiv, sondern anspruchsvoll und langfädig. Erst im letzten Drittel darf gebibbert und mitgefiebert werden, wenn Woody Harrelson (mit hässlichem Schnäuzer) um sein Leben zittert und das langsam aufgebaute Kartenhaus in sich zusammen fällt. Bis dahin gibts eine ätzende Story, die aber von einem imponierenden Hauptdarsteller geführt wird. Trotzdem fehlt die Spannung und mit zunehmender Filmdauer auch das Interesse des Zuschauers.
Woody Harrelson beherrscht diesen Film und zeigt, dass er mehr kann als rumzuhampeln oder irgendwelche Freaks zu mimen. Neben ihm zeigen jedoch die grossen Namen wie Bacall oder Bleibtreu recht bescheidene Performances. Da hätte man sich sicher ein bisschen mehr Klasse erwarten können. Aber wenn das Drehbuch nicht will, scheitert auch der grösste Schauspieler.
Fazit: Statt Spannung und Thrill kriegen wir eine monoton redende Hauptfigur, eine langweilige Geschichte und lustlose Darsteller zu sehen. Das macht The Walker zu einem mühsamen Stück Film, das nicht in Fahrt kommt und bei dem auch der bessere Schluss nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass hier eine tolle Chance verbockt wurde.
Ein bisschen mehr Infos über den Film, die Machart und die Stars dazu kriegen wir im recht interessanten "Q&A" mit dem Regisseur Paul Schrader zu hören. Da lohnt sich ein Blick definitiv. Das ebenfalls abrufbare Making-of hingegen ist dann recht durchschnittlich und bietet kaum Neues. Ein Trailer rundet das ganze Bonusmaterial ab. Qualitativ macht The Walker einen soliden und passablen Eindruck, ohne jedoch in Sachen Bild und Ton zu glänzen. Ausserdem bieten die Story und die Machart des Films keine grossen Möglichkeiten, die heimischen Anlagen zu testen.
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DVD-Infos
DVD erschienen am 20.05.2009
- Bildformat: 16:9
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Making-Of; Q&A; Trailer



