Unearthed (2007)

Unearthed (2007)

Oder: Ein Kuhdorf hat nicht nur Kuhprobleme

Unearthed

Du elendes Mistfieh!

Wir befinden uns in einem kleinen Dorf, irgendwo in den Einöden Amerikas. Ein entschlossener Wissenschaftler sucht schon seit langem nach der Ursache, weshalb vor einigen Jahrhunderten der Indianerstamm der Anasazis ausgestorben ist. Er kann nicht glauben, dass da nur eine Dürre dahinter steckt,was als offizieller Grund genannt wird. Nach langer Suche kann er auch bereits einen Erfolg verzeichnen, denn er hat bei einer Ausgrabung einen alten Indianertempel entdeckt, dessen Wandbemalungen ein völlig neues Licht auf die Angelegenheit werfen.

Unearthed

Wos ich?

Zur selben Zeit ist der lang erwartete Tanklaster unterwegs, welcher die Benzinnotlage der lokalen Tankstelle beheben soll. Doch dieser wird nie ankommen, denn der Fahrer wird von einem eigenartigen Wesen erschreckt, und es kommt zu einem Unfall, bei dem die einzige Strasse, die in das Dorf führt, mit dem gekippten Laster blockiert wird. Wenig später sind bereits Einige, welche dringend Benzin bräuchten, bei der einzigen Tankstelle im Dorf gestrandet. Während sich die Gestrandeten bei der Tankstelle auf eine lange Wartezeit einrichten, steht der Sheriff Annie (Emmanuelle Vaugier) vor einem Rätsel, denn der Fahrer des Trucks ist unter unerklärlichen Umständen verschwunden, und das ist erst der Anfang eines gnadenlosen Grauens, das über die Kleinstadt herfällt. Panisch versucht Annie einen Weg zu finden, die Kreatur zu töten. Doch leider ist sie durch ihre düstere Vergangenheit bereits schwer belastet und gerät arg an ihre Grenzen. Trotzdem dauert die Schlacht an und fordert gnadenlos ihren Tribut.


DVD-Rating

Es ist ein uraltes Szenario, und nicht schon seit Tremors hetzen Regisseure den Bewohnern von Kleinstädten gerne irgendwelche Monster auf den Hals. Unearthed greift dieses Szenario erneut auf und lässt ein Monster, welches für lange Zeit geschlummert hat, auf eine Menschengruppe los. Was jetzt arg altbacken klingt, entpuppt sich als kurzweiliger Grusler, und auch wenn dieser nicht so amüsant ist wie Tremors, und dazu noch mit vielen Genreklischees und einigen Ungereimtheiten beladen ist, kann er durchaus mitreissen.

Natürlich muss gleich zu Beginn eingeräumt werden, dass Unearthed kaum kreative Sprünge macht, doch überraschenderweise hat sich Regisseur Matthew Leutwyler wirklich bemüht, die einzelnen Charaktere gut auszuarbeiten. Obwohl einige davon äusserst stereotyp und beispielsweise mit der Botanikerin in der Wüste etwas gesucht sind, haben andere wirkliche Tiefe und durchlaufen auch eine Entwicklung. Diese ausgeglichenen und natürlichen Charaktere helfen dem Grusler enorm, denn für einmal gibt es keine Nervensägen unter den Hauptdarstellern, wodurch sie einem auch weniger egal sind.

Bei der Handlung drückt natürlich das Schema F wieder durch. Während sich bei der Tankstelle immer mehr Leute sammeln, fallen parallel dazu immer mehr Personen einem unbekannten Angreifer äusserst brutal zum Opfer (erstaunlich, was inzwischen als FSK 16 durchgeht), und so wird stetig eine Spannung aufgebaut. Dank diesen Attacken können auch reine Dialogszenen eingebaut werden, welche die Hintergründe des mysteriösen Angreifers beleuchten, ohne dass sie zu übermässigen Bremsern werden. Ab der Filmhälfte geht es dann nur noch darum, den Angreifer auszuschalten, und so entbrennt in den Nachtszenen eine heftige Schlacht, welche bis zum überraschenden Schluss andauert.

Rein von der Umsetzung liefert Regisseur Matthew Leutwyler recht gute Arbeit ab und kombiniert stimmungsvoll ausgeleuchtete Szenen mit guter Kameraarbeit und einigen äusserst blutigen, aber auch kurz gehaltenen Splatterszenen. Viele Logiklücken fallen jedoch äusserst deutlich auf, und wenn dann noch eine Filmfigur überhaupt kein Problem damit hat, dass sie mit uranverseuchtem Schlamm bedeckt ist, wird der Bogen doch arg überspannt. Über das kann man jedoch hinwegsehen, denn es stört den Film weniger - wirklich störend und absolut missraten sind hingegen alle Szenen geworden, in denen das eigentliche Monster angreift oder zu sehen ist. Obwohl das Monster in 1:1-Grösse gebaut wurde und die Alien-Kopie eigentlich auch recht gut aussehen würde, beging man den Fehler, dieses meistens per Computer in die Szenen einzufügen. Es sieht nämlich absolut lachhaft aus wenn das Monster einmal ganz zu sehen ist und dann völlig amateurhaft durch das Bild ruckelt.

Fazit: Unearthed ist eigentlich eine recht solide Sache geworden. Auch wenn das Szenario keine Bäume ausreisst und auch stark auf den Tremors-Pfaden wandelt, überzeugt der Film mit guter Inszenierung, gut ausgewählten Schauspielern und entwickelt durchaus eine reissende Spannung. Dazu wird ein ordentlicher Gegner geboten, der auch sehr brutal unter den Opfern aufräumen kann. Allerdings hat man alles schon einmal gesehen und was hier zwar nett aussieht, kann einen Genrekenner kaum begeistern geschweige denn überraschen. Durchaus einen Blick wert, wenn man wieder einmal einen anspruchslosen Monstersteifen sehen will.

Die DVD liefert den Film in einer etwas körnigen, aber sonst sauberen Qualität und überzeugt mit donnerndem Sound. Dieser fällt zwar im Verhältnis zu den Dialogen etwas überlaut aus. Das Bonusmaterial setzt sich aus einigen schwerfälligen Interviews, Meetingmitschnitten und Dokumentationen zusammen. Diese fallen enttäuschend kurz aus und geben auch nicht viele Informationen her. Da hätten sie mehr hineinpacken können.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.03

 

14.07.2008 / db

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Bewertung: 3.4 (4 Bewertungen)

 

 

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