The Tomb (2007)
The Tomb (2007)
Oder: Kinderspiele im Keller
Langsam öffnet Tara (Victoria Ullmann) die Augen. Sie wird von stechenden Schmerzen geplagt. Nur knapp kann sie ihre mit flackerndem Kerzenlicht beleuchtete Umgebung erkennen, denn sie ist immer noch komplett in Plastik eingewickelt und kann sich kaum bewegen. Schleppend befreit sie sich aus ihrer einengenden Verpackung und schaut sich in der mit Regalen vollgestellten Lagerhalle um. Neben einigen Regalen steht auch noch allerlei Unrat in der Gegend herum, und einige Unheil verkündenden Särge mit einem Pentagramm auf dem Deckel vervollständigen das düstere Bild. Anfangs geschieht nichts, doch dann schält sich neben ihr ein ebenfalls schwer verletzter Mann aus seiner Plastikverpackung, der wie auch Tara nicht weiss, wie er hierher gekommen ist. Wenige Sekunden später ertönt eine verzerrte Stimme, welche mit Tara und den anderen Gefangenen, die sich in der Lagerhalle befinden, ein Spiel spielen will. Sie müssen den Namen des Peinigers herausfinden, den alle auf irgendeine Weise kennen sollten, und am Ende darf nur noch einer der Kandidaten am Leben sein. Das tödliche Spiel kann beginnen...
DVD-Rating
Es gibt Filme, die haben eine durchaus interessante Inhaltsangabe, protzen mit einem grossen Namen - in diesem Falle dem des Kultautors HP Lovecraft - und versprechen auch mit dem Cover eine durchaus nette Horrorunterhaltung. Viel öfters ist jedoch das genaue Gegenteil der Fall, wie auch bei The Tomb, und fragt man sich ernsthaft, wie eine solche Produktion überhaupt in den Umlauf kommen konnte.
Schon nach den ersten Minuten wird klar, dass hier auf den ausgetretenen Pfaden von Saw gewandelt wird. Ein weiteres Mal befindet sich eine Unwissende an einem Ort, den sie nicht kennt und aus dem es anscheinend kein Entkommen gibt. Natürlich kommt noch ein zweiter Leidensgenosse dazu, und so humpeln bald zwei "Schauspieler" durch die Einöden der Lagerhalle. Um das ganze wenigstens etwas interessanter zu machen, verstrickt sie ein mysteriöser Unbekannter in ein ach so dramatisches Spiel, bei dem ständig von acht Nägeln für den Verlierer gesprochen wird und die beiden Personen irgendeine Aufgabe erfüllen müssen.
Wer jetzt einen dramatischen Psychothriller erwartet, bei dem es spannende Fluchtversuche gibt, sich die Mitspieler spektakulär gegeneinander aufhetzen, um sich dann gegenseitig zu zerfleischen, irrt sich gewaltig. Es geschieht nichts dergleichen. Die beiden Schauspieler, sowie auch die anderen, welche später ins Spiel gebracht werden, sind schon von Anfang an so misshandelt, dass sie kaum vom Fleck kommen, geschweige denn viel Action bieten können. Meistens ist es der Fall, dass sie noch knapp genügend Lebensdauer haben, um ein paar nichtssagende Sätze hauchen zu können. Spannung kommt nie auf, und nicht einmal ein Fluchtversuch wird gestartet. Stattdessen hangeln die völlig unfähigen Schauspieler apathisch zwischen den Regalen herum. Bevor sie ansatzweise etwas erkundet haben oder andere Überlebende suchen gehen, liegen sie schon wieder schlafend auf den Särgen, die dekorativ in der Gegend herumliegen. Mehr geschieht nicht. Die Handlung wird davon dominiert, dass immer wieder neue, halb zerfleischte Personen auftauchen, welche sich eigentlich schon lange hätten melden sollen und ausser einigen unmotivierten Flashbacks wird überhaupt nichts Interessantes geboten.
So weit, so gut, das Szenario ist geklaut, die Schauspieler sind schlecht, und eine Spannung ist nicht vorhanden - ist wenigstens die Inszenierung gut? Das kommt ganz auf die Ansprüche an. Wenn dies der Film eines Hobbyfilmers gewesen wäre, der ihn in seiner Freizeit als Schulprojekt gemacht hätte, dann würde ich sagen ja. Doch bei einem Film der für Betrag X in den Läden steht, ist The Tomb schlichtweg eine Zumutung. Der Ton ist so schlecht, dass ich freiwillig die deutsche Synchro einschalte, damit ich wenigstens akustisch verstehe, was gesagt wird. Wenn dann noch unmotiviert ein Reiter mit einer Babymaske über den Bildschirm hoppelt und ich sogar den Schmutz auf der Linse sehe, wenn die Sonne gefilmt wird, dann erübrigt sich jeder weitere Kommentar.
Fazit: Es ist tragisch, dass solche Filme überhaupt in die Läden kommen. Die Produktion ist grottig, die Story geklaut und jegliche Referenz zu HP Lovecraft schlichtweg eine Beleidigung, denn mit irgendeiner Vorlage hat The Tomb kaum etwas zu tun. Finger weg!
Über die DVD wurde eigentlich schon alles gesagt. Der Ton in der Originalfassung ist eine Zumutung, und nur mit Mühe kann man zwischendurch überhaupt die Dialoge verstehen. Die Synchro ist jedoch akzeptabel. Bei beiden werden jedoch nur die zentralen Boxen genutzt und es wird kaum mit dem Surround gearbeitet. Bonusmaterial sucht man vergebens.
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DVD-Infos
DVD erschienen am 27.06.2008
- Bildformat: Widescreen
- Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Deutsch: Dolby Digital 2.0 (Stereo), English: Dolby Digital 2.0 (Stereo)
- Untertitel: -
- Extras: -


