Things We Lost in the Fire (2007)
Eine Neue chance
Things We Lost in the Fire (2007) Eine Neue chance
Oder: Catwoman meets Wolfman
Audrey Burke (Halle Berry) hat schlechte Neuigkeiten zu verarbeiten. Ihr Ehemann Brian (David Duchovny) ist tot. Sinnlos getötet von einem Fremden, als er sich in dessen Auseinandersetzung mit dessen Ehefrau eingemischt hat. Eine Chance auf Verabschiedung bleibt nicht, nur der Schmerz. Er hinterlässt Frau Audrey und zwei junge Kinder. Und die müssen jetzt anfangen, ihr Leben selber in die Hand zu nehmen.
Diese neue Situation überfordert Audrey, und sie wendet sich dem besten Freund ihres verstorbenen Mannes zu: Jerry Sunborne (Benicio del Toro), ehemals Anwalt, nun Drogenjunkie, der immer mal wieder den Absprung von seiner Abhängigkeit schafft, nur um dann kurze Zeit später wieder einen Rückfall zu haben. Ihn bittet Audrey, in ihr Haus zu ziehen, um ihr bei der Verarbeitung des Verlustes beizustehen. Und da Jerry normalerweise in einer Barracke wohnt, nimmt er das Angebot an.
Allerdings findet sich auch Jerry nicht zurecht. Durch die Kraft, die er Audrey bei der Bewältigung gibt, fällt er selber einmal mehr in ein Loch, aus dem Heroin der einzige Ausweg scheint. Vor allem dann, als sich das Zusammenleben mit der Familie des besten Freundes als fast unmöglich herausstellt. Diese unterschiedlichen Personen, von denen vor allem Audrey ihren Ehemann immer vor den Treffen mit Jerry warnte, kommen sich in ihrer Trauer näher und versuchen, das harte Leben gemeinsam zu bestehen. Sich gegenseitig unterstützend nehmen sie den Kampf auf. Den Kampf um Liebe, Schmerz, Trauer und die noch zu erlernende Fähigkeit, loszulassen. Doch dann kriegt Jerry einen Rückfall und Audrey muss beweisen, dass auch sie stark sein kann. Nicht nur für Jerry, sondern auch für sich und ihre Familie.
Kinofilm-Rating
Was ein Oscargewinn für Auswirkungen auf die Filmkarriere haben kann, beweist uns Halle Berry seit Jahren. Nach Monsters Ball spielte sie in Schnarchnasen wie Catwoman oder Die Another Day und ehrlich gesagt überzeugte keiner ihrer Filme, X-Men 2 mal ausgenommen. Jetzt drückt die Schöne auf die Tränendrüse und jammert sich in Things we lost in the Fire wieder in Richtung "seriöses" Kino. Der Film selber ist in den USA ziemlich gefloppt. Und das mit Recht.
Eine kleine Überraschung gibt es gleich am Anfang des Films zu sehen. "Fox Mulder" David Duchovny gibt den Ehemann von Halle Berry recht anständig, auch wenn es noch immer ziemlich gewöhnungsbedürftig ist, den ehemaligen FBI-Agenten als Liebhaber zu sehen. Seine Auftritte werden immer wieder eingeschoben, so dass leider der Filmfluss ein bisschen gestört wird. Es geht hin und zurück, von der Beerdigung zum Tod, dann wieder rückwärts und so weiter. Schwierig zu folgen ist der Geschichte deswegen nicht, da die Macher penibel darauf geachtet haben, diese Übergänge so klar und deutlich wie möglich zu machen.
Halle Berry spielt ihre Rolle einen grossen Teil des Filmes mit Tränen in den dunklen Augen und versucht so, die Trauer ihrer Filmfigur deutlich zu machen. Das übertreibt sie teilweise ein bisschen, darf aber endlich mal wieder etwas mehr zeigen als nur rumzufliegen oder schön auszusehen. Gegen ihren Filmpartner ist sie allerdings chancenlos. Benicio del Toro (The Usual Suspects, Snatch) liefert eine sehr überzeugende Vorstellung ab. Er lässt seinen Charakter auch in Anzug und "ernsten" Situationen stets ein bisschen bekifft durch die Gegend blicken und sein Nuscheln passt hervorragend zur Filmfigur.
Things we lost in the Fire ist ein deprimierender Film über die Verarbeitung von Trauer und Problemen. Gut gespielt von beiden Hauptdarstellern, kommt die Geschichte allerdings nur schwer in Gang, und mit der Zeit hat man einfach genug gesehen von weinenden Menschen, auch wenn ihre Reaktionen absolut verständlich sind. Das zusätzlich angesprochene Drogenproblem mag hingegen nicht so in den Film passen, wird aber ebenfalls passabel gemeistert.
Fazit: Dass sie mit diesem Auftritt wieder interessantere Rollen erhält, ist für Halle Berry durchaus möglich. Hier trauert sich sich fast zwei Stunden lang durch einen Film, der irgendwie nicht richtig vom Fleck kommt und erst gegen Ende ein paar Schritte in die richtige Richtung macht. Das ist leider zu wenig, um das Massenpublikum zu überzeugen, könnte aber denjenigen gefallen, die gute Darsteller zu schätzen wissen.
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