Tell (2007)
Tell (2007)
Oder: Ja dänn schwöremer halt!
Wir schreiben das Jahr 1291. Die Eidgenossen sind unter der Fuchtel der herrschenden Österreicher zum letzten Schritt bereit. Vertreter aus Uri, Schwyz und Unterwalden wollen in einem Waldstück den ultimativen Schwur zur Revolution vollziehen, als sie von ihren Frauen gestört werden. Trachtengruppe und Mittagessen sind ja schliesslich wichtiger als die Freiheit des eigenen Landes. Als Zuschauer bei dieser Aktion mit dabei ist ein deutscher Tourist namens Schiller (Michael Kessler), der sich alles genauestens notiert.
In der Zwischenzeit hat Willhelm Tell (Mike Müller) ein anderes Problem. Er und seine Geschäftspartnerin Heidi (Lea Hadorn) bringen ein Wunderwasser unter die Leute, das Orangenhaut und Hängebusen verhindern soll. Das Geschäft läuft gut, bis sich Heidi eines Nachts entschliesst, die verdienten Batzen zu stibitzen und sich allein auf nach Italien zu machen.
Tell, auf der Suche nach Heidi, trifft im Schnee der Berge auf einen komischen Vogel. Ein Eskimo mit Namen Val-Tah (Axel Stein) ist in ein Schneeloch gefallen und wird von Tell gerettet. Von nun an will der Eskimo an seiner Seite bleiben, bis er den Gefallen retourniert hat.
Tell, eigentlich Schweizer, aber mit österreichischem Pass, wird von den Aufständlern angeheuert, ihren Plan in die Tat um zu setzen. Er soll ins Schloss des österreichischen Herrn Gessler (Udo Kier) eindringen und dort das von schweizer Skalven angefertigte, ultimative Schlosstor zerstören. Als Lohn würde Tell den lange erwarteten Schweizer Pass erhalten, wegen dessen Nichtbesitz er sogar an der Schweiz-Italienischen Grenze nichts als Probleme hat.
Doch das ist einfacher gesagt als getan. Denn nicht nur verguckt sich Tell in die schöne Sissy (Ellenie Salvo Gonzalez), sondern die ist auch dem bösen Rudolf (Christian Tramitz) versprochen worden. Sobald das Tor steht, soll Hochzeit sein. Und das passt Tell grad gar nicht.
Kinofilm-Rating
Sie sind uns im Skifahren voraus, holen mehr Touristen im Winter in ihre Regionen und das letzte Fussball-Länderspiel gegen die Schweiz haben sie auch gewonnen. Ja, die Österreicher waren schon immer die "speziellen" Freunde der Schweiz. Und stinken, lügen und furzen tun sie auch. Auf jeden Fall, wenns nach Tell geht.
Die Marketingmaschine wird also bald anlaufen, denn Tell lässt sich hervorragend an den Kinogänger bringen. Ein paar Schweizer Schauspieler, bekannte Gesichter aus ach so lustigen Fernsehformaten deutscher Privatsender und viele alte, verbrauchte und dementsprechend wahnsinnig lustige Witze. Und wer sich schon ab dem Ring Thing kringelig gelacht hat (verstehe das wer will), der kommt hier auch auf seine Kosten.
Nein, ganz so übel wie die angesprochene "Komödie" ist Tell nicht ganz geworden. Dafür sorgen vor allem Mike Müller als sympathischer Tell mit trockenen Sprüchen ("Jetzt heb mal d'Schnurre"), erstaunlicherweise Lea Hadorn als Luder-Heidi und natürlich die herzige Ellenie Salvo Gonzalez, die schon Hui Buh erträglich machte. Dazu kommen bärtige Frauen (Esther Gemsch, Gardi Hutter), ein verhätschelter Christian Tramitz und ein peinlicher Udo Kier, dessen Auftritte wirklich unter aller Sau sind. *sorry*. Von Nervensäge Axel Stein fangen wir gar nicht erst an. Obwohl seine Figur den einen oder anderen gelungenen Moment hat, geht er mit zunehmender Filmdauer immer mehr aufs eh schon angeschlagene Nervenkostüm.
Es ist nicht alles schlecht an Tell. Einige Witze sitzen (vor allen in den Anfangsminuten), die Aufnahmen der Bergwelt sind wunderbar und Regisseur Mike Eschmann (Achtung Fertig Charlie, Breakout) versteht es durchaus, einen Film pompös aussehen zu lassen. Auch sind die "historischen" Eckpunkte der Geschichte vorhanden. Der Hut auf der Stange, der Apfelschuss (wenn auch ein bisschen speziell) und sogar die "hohle Gasse" wird erwähnt.
Fazit: Trotz aller Sympathie für Mike Müller, der in seinen bisherigen Rollen immer eine gute Figur gemacht hat, ist Tell eine blöde, unlustige und überflüssige Blödelkomödie, die ihrer Zeit leider hinterher hinkt. Die Witze sind länger als Tells Bart, die Geschichte bei genauerem Hinsehen dämlich und sehr simpel und wenn (laut Filmplakat) "jedes Land den Helden hat, den es verdient", sehe ich Schwarz für uns.
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