Taxi 4 (2007)

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Taxi 4 (2007) T4xi

Oder: Spoiler im Stadtverkehr

Taxi 4

Rambo auf französich

Die Helden der von Luc Besson ins Leben gerufenen Taxi-Saga melden sich knapp fünf Jahre nach ihrem Abstecher in die französischen Alpen wieder in Marseille zurück. Diesmal hat die Polizeieinheit des tollpatschigen Kommissars Gilbert (Bernard Farcy) die anspruchsvolle Aufgabe, einen äusserst gefährlichen sich in Gewahrsam befindenden belgischen Kriminellen (Jean-Luc Couchard) - den ennemi public numéro 1 - zu bewachen, bevor dieser am nächsten Tag nach Kongo ausgeschafft werden kann.

Natürlich entwischt der stark an Hannibal erinnernde Belgier den amateurhaft agierenden Polizisten und setzt sich gleich daran, mit seiner Bande einen weiteren genialen kriminellen Spielstreich in einem monegassischen Tresorraum durchzuführen. Dank der tatkräftigen Hilfe des Taxi-Fahrers Daniel (Sami Naceri) gelingt es dem inzwischen aus dem Polizeidienst entlassenen Émilien (Frédéric Diefenthal), die Belgier erneut aufzuspüren. Doch auch andere wohlbekannte Ermittler(-innen) sind den Gangstern auf der Spur...


DVD-Rating

Nach den letzten beiden besonders enttäuschenden Taxi-Folgen erstaunt der erneut von Regisseur Gérard Krawczyk in Szene gesetzte vierte Teil durch die mit einer Ausnahme fast gänzliche Abwesenheit von Hochgeschwindigkeits-Verfolgungsjagden. Doch das fehlende Tempo wird nicht etwa durch eine tiefgründigere Fragestellung oder reiferen Humor ersetzt. Weitgehend ohne greifbare Substanz, verkommt der Film über lange Strecken zu einer Folge aneinandergereihter Gags, die kaum je überraschen. Auch die bei den Nebendarstellern stereotypischen Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen erscheinen dem Taxi-gewohnten Kinobesucher weitgehend als déjà-vu, und jegliches Überraschungsmoment muss vergeblich gesucht werden.

Die beiden Protagonisten sind inzwischen älter geworden und haben sich als Familienväter seither vermehrt um ihre beiden Jungen zu kümmern. Dies ermöglicht es dem in bester Louis-de-Funès-Manier agierenden Kommissar Gilbert aus seinem bisherigen Schattendasein hervorzutreten und zum eigentlichen komischen Helden des Films zu werden. Doch auch der wandlungsfähige belgische Kriminelle überzeugt als einziger der stark karikiert dargestellten Akteure als gute Besetzung.

Trotz des ernüchternden Gesamteindrucks erscheinen einige Szenen als interessant: So kommt bei der Einbruchsszene in der Bank zeitweise fast ein wenig Spannung auf, und die Folterszene mit böswillig zu schnell abgespielter Jacques-Brel-Musik darf als eines der komischen Highlights des Films gewertet werden.

Trotzdem ist leider auch der vierte Teil der Luc-Besson-Saga als wenig berauschend zu werten, und man darf hoffen, dass die sich immerfort wiederholende Geschichte nicht erneut zu einem fünften Teil aufgewärmt wird.


OutNow.CH:

Bewertung: 2.52.5

 

04.12.2007 / dee

Community:

Bewertung: 3.4 (26 Bewertungen)

 

 

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