Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street (2007)

Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street

Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street (2007) Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street

Oder: Ein buntes, fröhliches Kindermärchen

Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street

You never had a Friend like me

15 Jahre sind vergangen, seit der damals glückliche Barbier Benjamin Barker (Johnny Depp) mit seiner Frau Lucy (Laura Michelle Kelly) und dem Töchterchen durch den Markt spazierte und einmal mehr die Aufmerksamkeit des Richters Turpin (Alan Rickman) auf sich zog. Die Schönheit Lucys liess den verliebten Richter dazu bringen, den Barbier von Polizisten zusammenschlagen zu lassen und zu einer langjährigen Gefängnisstrafe in fernen Kolonien zu verbannen. Lucy nahm sich aus diesem Grund, so erzählte man sich, das Leben, und Töchterchen Johanna kam in die Obhut des Richters.

Nun kehrt ein Mann auf einem Schiff zurück in die Stadt seines Verderbens. Er nennt sich Sweeney Todd (Johnny Depp) und Rache treibt ihn an. Er will die Verantwortlichen des damaligen Vorfalls finden und bestrafen. Mit ihm kommt auch der junge Anthony (Jamie Campbell Bower) nach London, der sich bald in eine hübsche, blonde und junge Frau verliebt.

Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street

Viel Platz zum schnippeln

Sweeney Todd nistet sich bei Mrs. Lovett (Helena Bonham Carter) ein. Die macht zwar die ekligsten Pies in ganz London, aber oberhalb ihres Ladens findet der Meister seine alten "Freunde", die Rasiermesser, wieder, mit denen er seine Rache vollenden will.

Doch wie kommt man an einen Richter ran? Genau: Indem man sich selbst in den Mittelpunkt stellt. Das macht Todd mittels eines Duells mit dem Strassenhändler und Barbier Adolfo Pirelli (Borat Sacha Baron Cohen) und des sich daraus ergebenden Bekanntheitsgrades. Irgendwann muss der Richter auf diesen neuen und gnadenlos guten Barbier aufmerksam werden. Denn bisher hat sich noch niemand über ihn beklagt.

Kein Wunder, denn Sweeney Todd schneidet seinen Kunden mit Vorliebe die Kehle durch, und Mrs. Lovett findet so eine tolle Variante, ihre schlechten Pies aufzumotzen. Bis eines Tages tatsächlich Richter Turpin vor der Tür steht...


DVD-Rating

Musicals - Man stempelt sie prinzipiell ab oder man liebt sie. Nur sehr wenige Leute wagen erst mal individuell den Blick, um bei dieser Gattung Film zu werten. Trotzdem spielte der Film in Amerika fast 53 Millionen Dollar ein, ein sehr beachtlicher Erfolg, der sicherlich nicht zuletzt mit Johnny Depp zusammenhängt.

Ob dieser Erfolg allerdings gerechtfertigt ist, bleibe vorerst im Raume stehen. Was als Erstes ins Auge sticht, ist die durchs Band bläuliche, düstere und blasse Farbe, die genial gemacht ist und dem Film genau das düstere Ambiente verleiht, das er braucht und das auf der Bühne nie möglich gewesen wäre.

Inmitten dieses Blaus treffen wir einen Johnny Depp, der noch am ehesten mit einer männlichen Cruella de Vil zu vergleichen ist. Er redet sich, eher als dass er singen würde, mit einer hundeähnlichen Bellstimme durch das Musical. Man fragt sich deshalb, ob es nicht besser gewesen wäre, für einmal einen anderen zu besetzen, der stimmlich auch etwas mehr bieten kann als den Durchschnitt.

Das A und O eines Musicals - die ins Ohr gehenden Melodien und Texte - wirken in Sweeney Todd leider verdammt willkürlich. Es sind beliebig aneinandergereihte Wörter und Rhythmen, die aus den immer gleichen Akkorden zusammengesetzt wurden. Leider hat auch der Soundmixer nicht gerade die Leistung des Jahres erbracht, weshalb die gesprochenen Parts jeweils viel zu leise sind, wenn man sie mit den Liedern vergleicht.

Die Mord- und Schlitzszenen sehen sehr unecht aus, was vom Hören und Sagen her absichtlich so gemacht wurde, damit das Ganze nicht zu grausam ist. Nur, muss man sich dann fragen, waren all die Liter, von weitem schon als Kunstblut identifizierbar, wirklich nötig, wenn alles bloss wie eine Parodie aussieht? Auch die Geschichte kippt von einem originellen und düsteren Sinnen nach Rache in eine lächerliche und ungerichtete Massenmordung. Wie ein Irrer werkelt Depp 112 Minuten lang mit dem stets gleichen Ausdruck auf der Leinwand rum, für seine Verhältnisse eine schwache Leistung. Auch die für eine DVD nötigen aussagekräftigen und interessanten Extras sucht man vergeblich.

Fazit: Eine schlechte One-Man-Show von Johnny Depp, bei der die übrigen Charaktere untergehen, aber sicher ein geeigneter Film für Halloween.

4.6 Sterne 3.0 Sterne
4.6 Sterne (115 Bewertungen) | 17 Kommentare

2.5 Sterne2.5 von 0.0-6.0
11.07.2008 / muri (Inhalt), kat (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 04.07.2008

  • Bildformat: 1.78:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch
  • Extras: -

Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street (2007)
Bewertung: 4.6 (115 Bewertungen)
4.6 Sterne » BewertenSweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street (2007)064.61538115

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