Surf's Up (2007)
Könige der Wellen
Surf's Up (2007) Könige der Wellen
Oder: "Z" is for Zurfing!
In der Antarktis ist es kalt, öde und langweilig. Das Fischgeschäft in "Shiverpool" ist hart und bringt wenig ein. Kein Wunder also, dass Cody (Stimme von Shia LeBeouf) dort raus will. Denn Cody ist ein Pinguin, der mit seinem Alltag nichts anfangen kann, sich aus Eis ein Surfbrett abbricht und lieber auf den Wellen reiten. Genau so wie sein Vorbild "Big Z", der das Herz des kleinen Pinguins damals im Sturm erobert hat, in dem er ihm eine Kette mit Anhänger umhängte.
Um Teilnehmer des zehnten jährlichen "Big Z Memorial Championsship" zu sichten, schwimmt ein Wal durch die Gegend und ein Talentscout bringt die Teilnehmer an Bord. Cody sieht hier die perfekte Gelegenheit gekommen, springt, trotz grossem Gespött seines Bruders, auf den Wal. Dort freundet er sich mit Chicken Joe (Stimme von Jon Heder) an, einem verrückten Huhn, das so leicht nichts aus der Ruhe bringt.
Doch siehe da. Die Konkurrenz auf "Pin Gu Island" ist härter als angenommen und Cody muss merken, dass nicht jedermann fair spielt. Vor allem der grösste der Teilnehmer, ein unfairer Hagel namens Tank Evans (Stimme von Dietrich Bader), macht unserem Cody regelmässig das Leben schwer. Der Riese hat die letzten neun Wettkämpfe gewonnen und ist scharf auf die zehnte Trophäe. Das wäre auch ganz im Sinn des Hauptsponsors Reggie Belafonte (Stimme von James Woods), der sich darum bemüht, dass auch das Pinguin-Sportfernsehen immer die besten Bilder liefert.
Cody sieht sich ohne Chance, als er beim ersten Versuch gleich ins Wasser fällt. Es sind aber seine Freunde, zu denen sich inzwischen auch eine herzige Baywatch-Pinguin-Dame und ein komischer Einsiedler gesellen, die ihm beibringen, dass wahre Gewinner nicht unbedingt zuoberst auf dem Treppchen stehen müssen. Ausserdem hat der scheinbar durchgeknallte Geek (Stimme von Jeff Bridges) scheinbar mehr zu bieten, als es auf den ersten Blick scheint.
Kinofilm-Rating
Argh, was haben diese Pinguine genervt in Happy Feet. Zuckersüss, herzig und sogar im Züri Zoo versammeln sich die Menschenmassen regelmässig, wenn die Viecher auf Wanderschaft gehen. Und jetzt kommt zu allem Überfluss auch noch ein Film über surfende Pinguine aus dem Hause Sony (Open Season). Ja braucht die Welt denn sprechende Tiere aus der Antarktis, die in der Karibik einen Surfwettbewerb durchführen?
Man ist versucht, hier ein grosses und fettes "Nein" zu schreiben. Jedoch wär das definitiv verkehrt. Denn Surfs Up darf man nicht in den gleichen Topf werfen wie die tanzenden Kollegen aus Happy Feet. Hier geht die Post ab, die Sprüche fallen an den richtigen Orten und der dazugehörige Soundtrack vermittelt ein herrliches Gefühl von Sommerferien. Dazu kommen die lustigen Charaktere, von denen natürlich das halbgare Hühnchen den Vogel abschiesst. Von den vielen Einzelheiten, die man wohl erst beim wiederholten Mal gucken sehen wird, ganz zu schweigen.
Allerdings fällt Surfs Up, bei allem Witz und Unterhaltungswert, gegen Ende der Geschichte in den Sog der Normalität, welcher uns einen (erwarteten) Twist präsentiert und in ein paar ruhigeren Szenen probiert, der einfachen Story ein bisschen mehr Fleisch an den Knochen zu bringen. Damit kann der (wohl überwiegend junge) Zuschauer aber gut leben. Dafür ist die eigentliche Geschichte herrlich in eine "Mockumentary" gepresst worden und stellt eine Mischung aus Film und Dokumentation dar, in der die Figuren auch mal vor dem Mikro direkt in die Kamera sprechen und das soeben passierte herrlich zynisch kommentieren.
Die Animation lässt sich zwar nicht mit der Perfektion einer Produktion der Pixar-Studios vergleichen, zeigt aber, dass sich die Verantwortlichen seit ihrem letzten Film weiter entwickeln konnten und definitiv auf dem richtigen Weg sind. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, das Wasser wird schön animiert und vor allem bei den Szenen mit den grossen Wellen zeigt sich die Qualität des Films, die absolut hält, was man erwartet.
Die Sprecher der einzelnen Figuren sind anfänglich fast nicht zu erkenne, respektive zu "erhören". Aber Shia LaBeouf (Transformers), Jeff Bridges (erinnert in seiner Rolle an The Big Lebowski) oder Jon Heder (Blades of Glory) oder der hyperaktive James Woods (Chaplin) machen ihre Sache überzeugend und sparen nicht mit Wortwitz. Und wenn Surf-Ikone Kelly Slater sogar noch einen Auftritt hat, dann wackeln die Hawaiihemden.
Fazit: Surfs Up bietet tollste Unterhaltung für Jedermann. Auch wenns an den US-Kinokassen kein durchschlagender Erfolg war, so verleiht der Film halt einfach gute Sommerlaune, gewürzt mit lustigen Witzen und fetziger Musik. Wer sich damals ab Open Season amüsiert hat, der dürfte bei Surfs Up sogar noch mehr Spass haben.
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4.2 Sterne (57 Bewertungen) | 6 Kommentare



