Superbad (2007)

Superbad (2007)

Oder: Mit Alkohol ist alles einfacher

Superbad

Fun with the Fuzz

Wenn sich die Zeit auf der Highschool dem Ende neigt und das College vor der Tür steht, stellen sich dem durchschnittlichen Schüler meist zwei Fragen: Werde ich durch die Prüfung kommen? Und wie schaffe ich es, noch vor Ende der Schulzeit, meine Jungfräulichkeit zu verlieren? Bei den Kumpels Seth (Jonah Hill) und Evan (Michael Cera) ist vor allem Zweiteres ein Übel, das so schnell als möglich aus der Welt geschaffen werden muss.

Superbad

OutNow.CH ist cool!

Der Dritte im Bunde ist ein Brillenträger namens Fogell (Christopher Mintz-Plasse) und genau der hat einen ganz genialen Plan. Er will mittels gefaktem Ausweis (der ihn als Organspender aus Hawaii namens "McLovin" identifiziert) Alkohol für eine anstehende Party beschaffen. Das ist ganz im Sinn seiner Kumpels, denn Seth hat, vorlaut und grossmäulig wie er nun halt mal ist, verlauten lassen, dass es für ihn doch kein Problem sei, Alkohol zu organisieren. Jetzt hat er den Salat.

Als die Operation anlaufen soll, kommts knüppeldick. Der Alkhoholladen wird überfallen, "McLovin" niedergeschlagen und zwei Cops (Seth Rogen, Bill Hader) tauchen auf, um diesen Fall unter die Lupe zu nehmen. Und während "McLovin" scheinbar unter Arrest gestellt wird, sehen Seth und Evan ihre Dates mit den hübschen Mädels davonschwimmen. Eigentlich wollten sie ja Sex haben, heute Abend an der Party, oder wenigstens einen Blowjob.

Superbad

Wer macht das dümmste Gesicht?

Noch wissen die Jungs nicht, dass ihnen eine Nacht bevorsteht, die sie so schnell nicht vergessen werden. Denn sie werden nicht nur erkennen, dass Polizisten richtige Party-People sein können, sondern auch, dass es manchmal gar nicht so schwer ist, ein Mädchen für sich zu gewinnen, wenn man nur sich selber bleibt.

Achja, und dass man nicht mit einer Frau tanzen sollte, die ihre Tage hat... Und dass zuviel Alkohol zu Brechreiz führt oder eine Dame K.O. schlagen kann. Oder, oder, oder.....


Kinofilm-Rating

Da dachte man, das Thema Highschool, Jungfräulichkeit und Besäufnis wär cineastisch mit American Pie abgehandelt und nun kommt aus Amerika ein Film daher, der dort die Charts stürmt und für Furore sorgt. Superbad hat drei Kumpels als Protagonisten und begleitet die Jungs an einem ganz entscheidenden Tag in ihrem Leben. Am Morgen noch angespuckt vom Klassenquerolant, danach feines Tiramisu machen in der Kochstunde und erste Kontakte für den Abend knüpfen und schlussendlich die Nacht, in der dem Alkohol nachgejagt wird und in der die Frauen dran glauben müssen. Theoretisch.

Wer sich in Superbad setzt, der kriegt erstmal einen sehr komischen und gleichzeitig coolen Vorspann geliefert. Untermalt von fetziger 70-er Discomusik tanzen dort die Silouhetten der beiden Hauptfiguren ein bisschen komisch und erinnern zeitweise an Napoleon Dynamite und dessen Tanzkünste. Danach gehts schnurstracks ab ins wirkliche Leben. Wir lernen die Dudes kennen, lauschen ihren Gesprächen über erotische Webseiten (und welche anderen man noch mit dem gleichen Abo besuchen kann) und werden nun langsam aber sicher hineingezogen in diesen einen Tag im Leben von Seth, Evan und "McLovin".

"Your cock is so smooth!" - "Your's would be too... if you were a man."

Was danach folgt, ist eigentlich als Geschichte nicht zu beschreiben, sondern eher als Abfolge von verzwickten Situationen. Die Jungs machen ihre Erfahrungen, haben Probleme mit den Cops (die sich als *ähm* etwas speziell herausstellen), versuchen verzweifelt an Alkohol zu kommen und laufen natürlich von einem Problem ins Nächste. Das hat durchaus seinen Reiz und wer keine grossen Ansprüche an den Film stellt, dürfte ein paar Mal laut auflachen können. Denn zwischendurch hats tatsächlich ein paar Momente, die lustig sind. Vor allem wenn der rundliche Seth seine grosse Klappe nicht mehr schliessen kann und die coolen Sprüche nur so raus fallen.

Judd Apatow ist so was wie der Mann der Stunde. Knocked Up hat er noch selber in Szene gesetzt, bei Superbad ist er als Produzent erwähnt. Ausserdem werden aufmerksame Zuschauer einzelne Darsteller aus dem erwähnten Knocked Up erkennen. Seth Rogen zum Beispiel, der damals Vater wurde und nun als Cop mit Schnäuzer für Lacher sorgt. Oder natürlich Jonah Hill, der sich nun die Hauptrolle geschnappt hat.

"Yeah McLovin, how is it going with the ladies?" - "It's not the "going" I'm worried about... but the "coming"..."

Überhaupt, die Darsteller machen einen sympathischen Eindruck und unsere Hauptfiguren vermitteln die Versuche, an Bier und Frau zu kommen, auf lustige und kumpelhafte Art. Zwar sind einige Szenen ein bisschen weit hergeholt, aber man kauft es ihnen ab, das die durchaus so passieren könnten. Dazu wurde der Film mit einem herrlichen Disco-Sountrack unterlegt, der regelmässig zum mitwippen anregt. Vor allem beim Vorspann ist ein Blick in die einzelnen Kinoreihen recht witzig....

Fazit: Superbad ist natürlich nicht so schlecht, wie es der Titel vermuten lässt. Dazu ist er zeitweise zu lustig, hat aber ein paar recht in die Länge gezogene Sequenzen, die dem Film den Drive rausnehmen. Deftiger Humor, abgefüllte Personen und (das Lustigste am Film) zwei herrliche Cops machen aus Superbad zwar kein neues American Pie, versprechen aber gute Unterhaltung und für die Zielgruppe wohl ein "Must-See".

3.9 Sterne
3.9 Sterne (87 Bewertungen) | 8 Kommentare

3.53.5
12.09.2007 / muri