Sunshine (2007)
Sunshine (2007)
Oder: ... und dann erlosch das Licht
Sydney im Jahr 2057: Die weltberühmten Dächer des Opernhauses sind mit Schnee bedeckt, neblige graue Wolkenschleier verdunkeln die Sonne und die Menschen trauen sich nur dick vermummt und warm eingepackt in die Kälte des solaren Winters. Die Sonne, Wärme- und Lebensspenderin, liegt in ihren letzten "Atemzügen" und mit ihr die Menschheit: ohne Sonnenlicht wird bald kein Leben mehr möglich sein.
Um diese Katastrophe zu verhindern, machen sich acht Menschen auf den Weg zur Sonne; zum zweiten Mal, denn offensichtlich ist die erste Mission gescheitert. An Bord der Ikarus II, eine stellare Bombe - anders ausgedrückt sämtliche Atombomben der Welt - mit der man versuchen will, einen Stern im Stern zu kreieren, um so das Verglühen der Sonne aufzuhalten und ihr neues Leben einzuhauchen.
Die achtköpfige Crew ist eben im Begriff in die so genannte Todeszone - eine Zone in der die Funkverbindung zur Erde abbricht - zu fliegen, als sie das Notsignal der Ikarus I auffangen. Nach mehreren Berechnungen möglicher Szenarien entschliesst sich das Team rund um den Physiker Capa (Cillian Murphy) auf die Ikarus I zu gehen um deren stellare Bombe ebenfalls mitzunehmen. Capa ist sich nämlich nicht sicher, ob ein einziger Abwurf einer Bombe ausreichen wird, den Stern, um das unser Planetensystem kreist, wieder zum Leben zu erwecken. Und einen Plan B zur Hand zu haben wenn schon das letzte bisschen spaltbares Material der Erde auf der Ikarus II ist, scheint allen eine vernünftige Idee zu sein.
Trotzdem bleibt ein schaler Nachgeschmack, denn niemand weiss, wieso die Ikarus I ihre Mission nicht ausführen konnte oder was mit der Crew geschehen ist. So nimmt denn auch das Verhängnis seinen Lauf, als die Ikarus II an ihrem Vorgängermodell andockt. Die Crew um den Physiker Capa muss bald merken, dass es einfacher ist, eine ganz Welt zu retten, als sich selber.
Kinofilm-Rating
Atomare Abrüstung mal anders. Was für eine wundervolle, friedliche Welt müsste das sein, wenn alle Atombomben dieser Erde auf dem Weg zur Sonne wären? Wäre da bloss nicht dieser solare Winter, der macht einem doch ziemlich zu schaffen.
"Danny Boyles (Trainspotting, 28 Days Later) neues visuelles Meisterwerk" - und das ist es wirklich - setzt sich mit unserer Umwelt auseinander. Die Bekämpfung des Klimawandels wird ja in letzter Zeit von Links bis Rechts auf die Fahnen geschrieben, überall liest man von der globalen Erwärmung und den klimabedingten Kapriolen der Natur. Danny Boyle zeichnet in Sunshine eine andere Zukunft. Da gibt es keine Palmen an der Nordsee; die Welt erfriert in einem solaren Winter denn die Sonne verglüht langsam aber sicher.
Wer einen Horror à la Event Horizon oder einen "Schockfroster" à la The Day after Tomorrow erwartet, der mag vielleicht ein wenig enttäuscht sein nach Sunshine. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, ist Sunshine zu Beginn ein äusserst gelungener Streifen. Das Zusammenspiel von Sound - übrigens wieder, wie schon bei Trainspotting, von Underworld - und Licht ist gut abgestimmt. Die vielen Close-ups und Spiegelungen in Scheiben und golden glänzenden Oberflächen tun ihr übriges dazu, eine beklemmende Atmosphäre zu erzeugen aber immer, wenn die Enge des Raumschiffes zu erdrückend wird, wechselt die Kamera in die Schwerelosigkeit des Alls. Tatsächlich ein gelungenes Meisterwerk - bis auf den Schluss. Der ist leider etwas voraussehbar und leicht unbefriedigend um nicht zu sagen enttäuschend. Nicht, dass das unausweichliche Ende nicht schon von der ersten Minute an fest steht, es ist absolut klar und es wäre eine riesen Überraschung wenn es anders kommen würde, aber möglicherweise wurde es mit einer zu starken Prise Mystik angereichert. Trotzdem, glatte fünf Sterne hat er verdient, einfach schon wegen diesen überwältigenden Bildern einer verglühenden Sonne.
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4.0 Sterne (93 Bewertungen) | 44 Kommentare



