Sukiyaki Western Django (2007)
Sukiyaki Western Django (2007)
Oder: Die Roten gegen die Weissen
Hunderte von Jahren nach der Schlacht bei Dannoura kommt es in einem Dorf in den japanischen Bergen zu Spannungen. Die weiss gekleideten Genji mit ihrem Anführer Yoshitsune (Yusuke Iseya) kämpfen auf brutalste Weise gegen die rot gekleideten Heike unter der Führung von Kyomori (Koichi Sato) um einen Goldschatz, der im Ort vergraben sein soll. Als ein namenloser Reiter (Hideaki Ito) mit dunkler Vergangenheit und besten Waffenkenntnissen das Dorf besucht, fragen sich die Heike und die Genji, auf wessen Seite er sich schlagen wird.
Kinofilm-Rating
Als Hommage an die italienischen Spaghetti-Western, die man auf Japanisch übrigens Makkaroni-Western nennt, hat Takashi Miike gleich ein neues Genre kreiert: Den Sukiyaki Western. Sukiyaki ist ein in Japan sehr populäres Gericht aus Fleisch, Sojasauce, Tofu und Gemüse. Die filmische Entsprechung köchelt brutale Cowboys in staubigen Saloons mit japanischen Heike-Erzählungen auf. Es entsteht ein blutiges Gericht, das zu gewissen Verdauungsstörungen wegen Unübersichtlichkeit führt.
Sukiyaki Western Django ist einer der Filme, bei denen man sich ein Schema wünscht, das man auf Papier in greifbarer Nähe hat, um immer mal wieder draufschauen zu können, wer nun gerade im Bild zu sehen ist. Die roten und weissen Uniformen sind ein Anhaltspunkt, der hilft. Aber die Story um ein Halbwaise, einen heissen Feger, der Rache schwört und die legendär gute Kämpferin "Bloody Benten", die allesamt zwischen die Fronten zweier rivalisierenden Gangs geraten, verlangt, dass man den Kopf bei der Sache hat.
So innovativ, wie das Miike gerne hätte, ist die Sache aber nicht. Auch wenn auf dem Soundtrack die Melodie von Trompeten und Piffen begleitet ist wie zu Ennio Morricones besten Zeiten, handelt es sich doch um die übliche asiatische Schiessbudenorgie - eine Art Kung Fu Hustle im Wilden Westen. Mit der grossen Ausnahme, dass hier alle Englisch sprechen. Mit Dialect Coaches mussten alle Texte auswendig gelernt werden, aber manchmal klingt es aus dem Munder der Japaner halt trotzdem wie rückwärts gesprochen. Nach Imprint aus der Reihe Masters of Horror ist es Miikes zweiter Film auf Englisch. Gemäss Interview im Presseheft soll er mit den Englischstunden seinen zahlreichen bekannten Schauspielern die Starallüren ausgetrieben haben. Die Reihe von japanischen Superstars, deren Namen den wenigsten in Europa ein Begriff sind, hatte so gar keine Zeit für schlechte Laune.
Für diese sorgt hingegen Quentin Tarantino mit einem weiteren seiner unsäglichen Cameos. Ein Gegengeschäft für Miikes Auftritt im Tarantino-produzierten Hostel. Er macht mit dem dümmlichen Namen Piringo dem Pappkarton-Fujiama im Kulissenhintergrund die grösste Konkurrenz.
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