Spider-Man 3 (2007)
Spider-Man 3 (2007)
Oder: Jetzt kommen sie schon zu Dritt!
Peter Parker (Tobey Maguire) ist "on Top of the Game". Die Leute in New York lieben Spiderman, mit seiner Freundin Mary Jane (Kirsten Dunst) läufts super und in der Schule ist er der Klassenprimus. Und während sich die Zeitungen mit Lob und Titelseiten über den Spinnenmann gegenseitig übertreffen und die geretteten Mädels (Bryce Dallas Howard) ihm den Kopf verdrehen, wird unser Streber Peter langsam übermütig. Er geniesst das Bad in der Menge und vergisst dabei die Sorgen und Probleme derjenigen, die ihm am nächsten stehen.
Denn Spiderman hat keine Zeit, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Harry Osborn (James Franco) hat noch immer eine Stinkwut auf Parker, da er ihm weiterhin die Schuld am Tod seines eigenen Vaters gibt. Ausserdem kommt die Polizei plötzlich mit einer Neuigkeit zu den Parkers. Nicht der von Peter fallengelassene Verdächtige hat Onkel Ben auf dem Gewissen, sondern ein Mann namens Flint Marko (Thomas Haden Church). Und dieser ist grad aus dem Gefängnis geflohen und in einen Silo gefallen, in dem ein Experiment mit Molekül-Replatzierung durchgeführt wird. Aus dem Verbrecher wird der "Sandman". Eine Figur, die Sand beherrscht und sich dadurch einige Vorteile sichern kann.
Und wie wenn das nicht alles wäre, wird Peter Parker ausserdem noch von einer schwarzen Flüssigkeit eingenommen, die seine Kräfte verstärkt, aber gleichzeitig unseren Spiderman arrogant und grausam macht. Damit kann Peter zwar seinen lästigen Fotografen-Rivalen Eddie Brock (Topher Grace) in Schach halten, entfernt sich aber immer mehr von seiner eigenen Persönlichkeit. Denn diese schwarze Masse, durch einen Meteoriten auf der Erde gelandet, wird später dafür sorgen, dass die Spinne die Bekanntschaft von "Venom" machen wird.
Was anfänglich auf eine so positive Zukunft hingedeutet hat, wird nun vollständig über den Haufen geworfen. Der Heiratsantrag für Mary Jane wird zum Fiasko, der Mörder von Onkel Ben entpuppt sich als sandiger und gefährlicher Freak, der beste Freund Harry macht als Goblin Version 2.0 Jagd auf die Spinne und "Venom" hat noch nicht mal angefangen, seine Kräfte zu demonstrieren. Eine schwierige Zeit für Peter Parker, der kaum eine Chance hat, diese Gefahren unbeschadet zu überstehen.
Kinofilm-Rating
Wir alle waren 2002 positiv überrascht, als es Regisseur Sam Raimi gelang, die Geschichte von Peter Parker, dem Spinnenbiss und dem Green Goblin so cool als Spiderman in die Kinos zu bringen. 2004 folgte Spiderman 2 mit einem hervorragenden Gegenspieler in Person des Doc Ock. Nun folgt also Spiderman 3, der nicht nur mit einem, sondern grad mit drei Gegnern für unsere Spinne auffährt. Dass darunter einer der beliebtesten Bösewichte des Spinnenuniversums ist, liess die Vofreude grad nochmals um ein paar Stufen steigen.
Das Gute vorneweg. Wenn sich Peter Parker in sein Kostüm stürzt und die Action in Fahrt kommt, dann sitzt man im Kinosessel und bringt vor lauter Staunen den Mund kaum mehr zu. Und auch wenn in den einzelnen Szenen die Computeranimation grauslig offensichtlich ist, so fetzen die Begegnungen von Spidey mit seinen Kontrahenten halt schon gut. Desweiteren stehlen zwei Leute einmal mehr allen grossen Namen, den Ultra-Bösewichten und allen anderen die Show und spielen sich zu den Höhepunkten des Films empor: Bruce Campbell, der hier als französischer Chef in einem teuren Restaurant das Publikum zum lauthals rauslachen bringt. Ebenso J.K. Simmons als kultiger Chefredaktor des "Daily Bugle" J. Jonah Jameson. Wenn immer er auftritt, wirds lustig.
Überraschenderweise wars das schon fast mit den positiven Eigenschaften des Films. Denn Spiderman 3 ist mit seinen 140 Minuten eindeutig zu lang geraten. Für diese Länge gibt die Geschichte, die sich zu 80% um die Beziehung Parker/Watson/Osborn dreht, leider zu wenig her. Dazu kommt, dass sich potenzielle Kultbösewichte wie der Sandman total im Sand verlaufen. Keine Frage, seine Auftritte (wie auch diejenigen vom "finalen" Venom) sind cool, kommen aber viel zu selten vor. Erst gegen Ende des Films (im grossen Showdown) gibts was auf die Zwölf.
Tobey Maguire verkörpert Peter Parker optimal. Ein bisschen langweilig, schusselig, aber immer sympathisch. Und wenn erst die schwarze ausserirdische Masse Einfluss auf seinen Körper und Geist hat, dann wird aus dem Scheitel-Buben ein Rebell, der tanzend auf der Strasse den Frauen nachpfeift. Seine Partnerin Kirsten Dunst hingegen ist ein Nervfaktor par Excellence. Und wenn sie solche Sätze wie hier wirklich ernst meint, dann hat sie den Realitätssinn weitgehend verloren.
Kurz noch zu den Bad Guys. Den Goblin haben wir nun langsam mal gesehen. Der bringt noch immer seine Bomben auf dem fliegenden Snowboard an und ist in der Person von Harry Osborn kein ernstzunehmender Gegner. Der Sandman wird uns als Bösewicht vorgestellt, den man scheinbar zum Auffüllen des Films gebraucht hat. Es werden zwar Teile seiner Vergangenheit und seiner Motivation gelüftet, aber so richtig in Fahrt kommt der Gute leider nicht. Und Venom wird erst dann so richtig cool, wenn Eddie Brock das Teil an sich hat. Dann fletschen die Zähne und es geht unserem roten Superhelden an den Kragen. Von dieser Sorte Action hätte der Film definitiv mehr vertragen können.
Fazit: Spiderman 3 ist ein überlanger Film geworden, der sich vielfach in Einzelheiten verliert und bei dem die Action überraschenderweise zu kurz kommt. Die Darsteller (mit einigen Ausnahmen) sind prima und man konnte alle bekannten Gesichter wieder an Bord holen. Wenn die Macher ein bisschen mehr auf die Tube gedrückt hätten, wärs ein ganz geiles Teil geworden. So ist dieser dritte Teil bislang klar der Schwächste der Reihe.
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