Smokin' Aces (2007)

Smokin' Aces (2007)

Oder: BummBumm bei BlingBling

Smokin' Aces

Totally Lost

Buddy "Aces" Israel (Jeremy Piven) hat ein Problem. Da er ein gutes Verhältnis zur Mafia hat, soll er ausgeschaltet werden. Ein Pate, im Sterben liegend, hat auf seinen Kopf eine Belohnung von einer Million Dollar ausgesetzt. Israel, ein Zauberer in Vegas, der sich nach der Show regelmässig mit Koks die Nase pudert und auch sonst neben den Schuhen steht, sieht nur noch einen Ausweg. Er bietet dem FBI an, über die Machenschaften der Mafia auszupacken. Aber nur, wenn die ihm im Gegenzug für seine Sicherheit garantieren.

Ein solches Angebot wird dem FBI Gespann Locke (Andy Garcia) und Messner (Ryan Reynolds) zum Problem. Denn sie sind sich bewusst, dass ein Kopfgeld von solcher Höhe die verschiedensten Killertruppen nach Las Vegas locken wird, um die Prämie einzustreichen.

Smokin' Aces

Schnauze, jetzt!

Und siehe da, die Cops haben Recht. Kopfgeldjäger (u.a. Ben Affleck), Nazikiller, ein Damenpärchen (mit Alicia Keys) und diverse andere Schurken haben sich auf den Weg in die Wüste gemacht, um sich diesen Buddy Israel zu schnappen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, in dem jede Partei ihren scheinbaren Vorteil bald mal umplanen muss. Denn wenn diverse, vollständig bewaffnete, Parteien einen einzelnen Mann im Hotelzimmer suchen, dann brennt die Hütte. Oder in diesem Fall das Hotel.


DVD-Rating

Immer öfters werden wir mit anspruchsvollen Filmen konfrontiert, die irgendwelche (meist realen) Geschichten erzählen, die dann von den Megastars aus Hollywood verkörpert werden, um ihnen mehr Credit zu geben. Diese Filme sind meist auch interessant und gut gespielt, aber nach einiger Zeit ruft das Hirn nach einfacher Action. Einfach laut, schnell, lustig und herrlich anspruchslos. Genau das verkörpert Smokin Aces und passt somit hervorragend zum DVD-Abend mit Kollegen und Freunden.

Regisseur Joe Carnahan (Narc) hat für diese Killerjagd ein paar imposante Namen aktivieren können. So taucht ein Ben Affleck auf, es schiesst Alicia Keys und auch Ray Liotta und Ryan Reynolds mischeln munter mit, wenn es darum geht, einen Kronzeugen entweder zu beschützen (Cops) oder ihn um zu nieten (die Killer).

Die erwähnten Akteure, zu denen sich auch Andy Garcia oder Jeremy Piven gesellen, tummeln sich hier inmitten von abgedrehten Nazis, schiesswütigen Bitches und drogensüchtigen Kronzeugen. Denn in Smokin Aces wartet man nicht auf sinnvolle Monologe oder dramaturgisch interessante Wendungen, sondern aufs Geballere, die lauten Knallereien, rennende Personen und flotte Sprüche. Alles passend untermalt mit einem rockigen Soundtrack. Was will man(n) mehr?

Die Art des Films, die Splitscreens, die Musik und der Bleihagel wecken Erinnerungen an die (guten alten) Filme von Quentin Tarantino. Was Smokin Aces aber schlussendlich zum ganz grossen Wurf fehlt, ist die gewisse Coolheit, welche ähnliche Filme auszeichnet. Es rummst und bummst zwar an jeder Ecke und die Dialoge sind teilweise absolut zum Schreien komisch (wie auch die einzelnen Killertruppen), aber dann schwappt der Film wieder in eine Ernsthaftigkeit, die recht auf die Stimmung schlägt. Vor allem das Ende holt ein bisschen zu weit aus, womit man unweigerlich das Interesse verliert und sich zurücksehnt an die Abbrucharbeiten, die ein paar Minuten vorher zwischen Killer und Cops im Hotel stattfand. Da wird nämlich kein Stein auf dem anderen gelassen und TV wackelt.

Schauspielerisch gibt es nicht gross was zu erzählen. Die grossen Namen geben sich mit relativ kleinen Rollen zufrieden (Ben Affleck), die "Unbekannteren" dürfen das Spielfeld übernehmen und leisten gute, solide Arbeit. Überraschenderweise hat mir Alicia Keys sehr gut gefallen. Äusserlich extrem niedlich und mit einer (Sprech-)Stimme ausgestattet, die einen sehr gut beruhigen kann und IMO verdammt sexy ist. Jeremy Piven darf sich den ganzen Film mit irgendwelchen Drogen voll pumpen oder Nutten knallen, während das Gespann Ray Liotta/Ryan Reynolds diesbezüglich die Arschkarte gezogen hat.

Lustig, vor allem für Fans verschiedener TV-Serien, sind die Kurzauftritte von Matthew Fox (mit Schnauz fast nicht erkennbar) und Nestor Carbonell, die in bei Lost ja bekanntlich auf verschiedenen Seiten stehen.

Fazit: Smokin Aces ist kein grosses Kino, macht aber zwischendurch echt Spass. Die Story wird vor allem am Anfang ein bisschen überstrapaziert und kommt mit einem Ende, das ziemlich weit dahergeholt ist. Dazwischen aber rappelts im Karton und die Actionfreunde kommen auf ihre Kosten. Dazu ein paar gut aufgelege Schauspieler, coole Musik und der No-Brainer der Woche ist perfekt.

Überraschend gut ist auch die DVD ausgestattet. Berichte über die Effekte, das Training mit den Kanonen und die Aufstellung der verschiedenen Stars machen sich gut. Vor allem die Kommentare der Beteiligten sind für einmal ein bisschen interessanter und informativer als bei ähnlichen Features. Die zusätzlichen Szenen und die (lustigen) Bloopers , sowie der optionale Audiokommentar (sehr unterhaltsam) runden das ansprechende Angebot ab.

In technischer Hinsicht macht Smokin Aces eine gute Falle. Gute Übertragungen von Ton und Bild lassen den Zuschauer zufrieden zurück. Und wer die entsprechende Sound-Anlage hat, dürfte sich mehr als einmal direkt inmitten der Schiessereien fühlen.

3.5 Sterne 4.6 Sterne
3.5 Sterne (119 Bewertungen) | 3 Kommentare

3.53.5
31.08.2007 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 20.08.2007

  • Bildformat: 2.35:1
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Russisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Russisch
  • Extras: Audiokommentar, Unveröffentlichte Szenen, Bloopers, Stunts und Effekte, Die dicke Kanone, Die Aufstellung, Cowboy-Ende, Trailershow