Sleuth (2007)
1 Mord für 2
Sleuth (2007) 1 Mord für 2
Es ist schon eine Weile her, dass Patrick Doyle Thrillematerial vertonte - die Mafiageschichte Donnie Brasco kommt mir da am ehesten in den Sinn. Umso gespannter durfte man auf Sleuth sein, alleine schon weil damit eine erneute Zusammenarbeit mit Kenneth Branagh anstand, nach As You Like It schon die zweite innerhalb eines Jahres. Leider waren beide Filme alles andere als Publikumserfolge.
Doyle verarbeitet für Sleuth einen fast barocken Ansatz, zumeist interpretiert vom mittleren und tiefen Register der Streicher. Das ist ein durchaus erfrischendes Experiment für einen Thriller. Dennoch verzichtet der Schotte nicht auf zeitgenössiche Ingredienzen und mischt hie und da einen E-Bass und perkussive Rhythmen bei. Hinzugefügt zum monotonen Grundklang des Scores ergibt das, auch durch den Echoeffekt, den Doyle seine Musik spielen lässt, eine durchaus mysteriös geartete Musik. Die punktierten Abfolgen der Streicher übergibt Doyle desöfteren auch an ein Klavier ("Black Arrival", "Milo Tindle") und erzeugt dadurch eine recht intime Stimmung.
Insgesamt ist Sleuth sicher alles andere als ein farbiger und voluminöser Score, man sollte sich vorab sicher nicht vom hier beteiligten London Symphony Orchestra täuschen lassen. Wiederum ist es wohl so, dass auch diese Filmmusik in Verbindung mit und nach dem Film am besten funktioniert. Den typischen Doyle-Ansatz findet man wie zuletzt desöfteren leider auch hier nicht.
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