The Signal (2007)

The Signal (2007)

Oder: Just A Perfect Day...

The Signal

Der Kammerjäger in Aktion

In der Stadt Terminus wird am Silvesterabend über alle elektronischen Kommunikationsmittel ein seltsames Signal ausgesendet, das in den Menschen tief verborgene Aggressionen auslöst und diese dazu bringt, sich gegenseitig umzubringen. In wenigen Stunden gerät die Welt völlig aus den Fugen und Leichen pflastern die Strassen.

Kein "Perfect Day" für die hübsche Mya (Anessa Ramsey): Sie ist auf der Flucht vor ihrem Ehemann Lewis (AJ Bowen), der eben einen seiner Kumpels abgemurkst hat. Bewaffnet ist sie nur mit einem Discman. Der Song von Lou Reed, den ihr Liebhaber Ben (Justin Welborn) ihr geschenkt hat, beruhigt sie und lässt die wahnsinnig gewordene Aussenwelt an ihr abprallen.

Lewis und Ben platzen derweil auf der Suche nach Mya in eine Neujahrsparty der etwas anderen Art. Gastgeberin Anna (Cheri Christian) hat gerade ihren Ehemann um die Ecke gebracht und versucht nun mit Hilfe von dessen Kumpel Clark (Scott Poythress) die Leiche zu beseitigen. Die beiden Nebenbuhler mischen die Party tüchtig auf und bringen diese so richtig in Schwung.


Kinofilm-Rating

Well well well, was für ein Film... Es wird gemetzelt, was das Zeug hält, das Blut fliesst in Strömen, eine Velopumpe wird als Mordwaffe zweckentfremdet und ein zum Sprechen reanimierter abgetrennter Kopf verlangt nach einer Zigarette. Nach 100 Minuten weiss man nicht mehr recht, wo einem der Kopf steht. Oder ob dieser überhaupt noch steht. Gewiss nichts für allzu zarte Gemüter also, der Streifen. These are wild times.

Den Film einem Genre zuzuordnen ist schwierig. "Dramatische Sciencefiction-Gore-Apokalypsen-Komödie" würde am ehesten hinkommen. Der Wettbewerbsbeitrag am 7. Festival International du Film Fantastique (NIFFF) von Neuenburg ist in drei Episoden unterteilt, die von drei verschiedenen Regisseuren (David Bruckner, Dan Bush und Jacob Gentry) gedreht wurden. Episode 1 heftet sich an den Fersen von Mya, Episode 2 verfolgt die Blutspur von Lewis, Episode 3 zeigt das Schicksal von Ben und führt schliesslich zum grossen Finale.

Die Qualität der drei Episoden nimmt in absteigender Reihenfolge leicht ab. Die erste fängt hervorragend die unvermittelten Aggressionen ein, die sich durch das Signal äussern. Die zweite Episode, die Neujahrsparty, ist eine Art makabrer Slapstick, der sich hauptsächlich um die Frage "Wer schlägt bzw. schiesst bzw. sticht als Nächster?" dreht. In der dritten Episode beginnt die Schlächterei dann ein klein wenig zu langweilen, bevor sie in das etwas wirre Finale mündet.

Das ist aber egal. Denn The Signal schafft mühelos den Spagat zwischen verschiedenen Genres und ist zum Schreien komisch. Zumindest, wenn man den etwas schwärzeren Humor mag. Manchmal wäre man froh, würde das ominöse Signal auch in unseren realen Kinosälen ausgesendet, dann könnte mit dem obernervigen Kinonörgler, der alle Pointen im Voraus verdirbt und merkwürdigerweise im Kino immer neben einem sitzt, endlich mal tun, was man schon immer... Aber nein, lassen wir das.

3.9 Sterne
3.9 Sterne (21 Bewertungen) | 3 Kommentare

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08.07.2007 / ebe