Shooter (2007)

Shooter (2007)

Oder: Einmal durchladen, bitte!

Shooter

Ich war gestern im Fitnesstraining

Ein Militäreinsatz in Äthiopien geht in die Hose. Der Scharfschütze Bob Lee Swagger (Mark Wahlberg) verliert dabei nicht nur seinen Kameraden, sondern wird von seinen Vorgesetzten im Krisengebiet zurück gelassen. Ohne Funkverbindung soll der Typ doch selber schauen, dass er da wieder heil raus kommt. Und wenn ers nicht schafft, auch egal. Swagger schaffts und kündigt seinen Dienst. Fortan lebt er mit einem Hund in den Bergen und jagt sich sein Abendessen selber.

Shooter

Neulich im Steinbruch

Eines Tages kriegt unser Mann aus den Bergen Besuch. Colonel Isaac Johnson (Danny Glover) karrt sich mitsamt Entourage zur Waldhütte unseres Schützen und will ihn um Hilfe bitten. Jemand plant, den Präsidenten der USA zu erschiessen. Und um dieses Attentat zu vereiteln, muss Swagger genau angeben, wie er so einen Anschlag planen würde, damit er dann von der Polizei verhindert werden kann. Denn der Attentäter wird einen Schuss aus einer Meile Distanz wagen. Das kann nicht jeder und dafür muss Wetter, Wind und Berechnung genau stimmen. Swagger könnte das natürlich, aber er ist ja einer der Guten. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt.

Shooter

"Ruf...mich...an!"

Swagger schneidet sich seinen Pferdeschwanz ab und macht sich auf den Weg in die Zivilisation. Er kundschaftet die drei Städte der bevorstehenden Präsidententour aus und ist sich sicher, dass der Schütze in Philadelphia zuschlagen wird. Zusammen mit seinen neuen Kollegen sitzt er dann in einem alten Haus und beobachtet die politischen Reden. Als er sich sicher ist, dass der tödliche Schuss bald fallen wird, fallen erst mal die Masken seiner "Kollegen". Das Attentat wird durch Mr. (Noch-)Unbekannt vollbracht, Swagger über den Haufen geschossen und zu guter Letzt noch als Hauptverdächtiger durch die Medien getragen. Denn während der unschuldige Scharfschütze alles abknallen könnte, was sich irgendwo in weiter Ferne bewegt, schafft es der auf ihn schiessende Cop mit Donut-Bauch tatsächlich, aus knapp einem Meter Entfernung den Typen nur anzuschiessen.

Mit Löchern in Bauch und Schulter, kaputt und am körperlichen Limit macht sich unser Elitesoldat auf, diese gemeine Verschwörung zu untersuchen. Trauen kann er eh niemandem mehr und alleine arbeitets sich doch eh viel besser. Doch als er die Bekanntschaft des FBI-Schulabsolventen Nick Memphis (Michael Pena) macht, wird auch ihm klar, dass er diese Schlacht nicht alleine schlagen kann.


Kinofilm-Rating

Der Trailer zu Shooter sah nach einem coolen Actionfilm aus, mit Mark Wahlberg konnte man den Dauerflucher aus The Departed verpflichten und Verschwörungsfilme sind doch eh immer cool. Dazu hatte Regisseur Antoine Fuqua schon mit Training Day oder Bait bewiesen, dass er was von Action versteht. Über sein Tears of the Sun legen wir einfach mal den Mantel des Vergessens.

Die Geschichte des kleinen Mannes, der für sein Land sein Leben (fast) opfert und dafür schlecht entschädigt wird, wurde schon in manchen Filmen verwurstet. Dass aber dieser Mann in Shooter selbst einer Fliege aus weiter Entfernung das Auge ausschiessen könnte, sollte eigentlich die Hauptfigur interessanter machen. Leider gelingt das wenig bis gar nicht und den guten Eindruck, den Mark Wahlberg in The Departed hinterlassen hat, versaut er sich hiermit wieder. Zwar zeigt er mehrfach seine super trainierten Oberarme, aber er tut sich schwer mit der Charaktertiefe seiner Figur. Die enttäuschen lahme Story tut ihr übriges dazu.

Danny Glover ist (oder war?) eigentlich mal ein ganz guter Schauspieler. Immerhin hat er in Predator 2 seinen Mann gestanden und in The Color Purple war er auch toll. Was aber ist passiert mit ihm, dass er nun extrem nervend lispelnd durch einen Film wie diesen tapsen muss? Er scheint nur noch ein Schatten seiner früheren Tage zu sein. Und nicht alles davon darf man aufs Alter schieben. Michael Pena ist glücklicherweise schon fast ein Highlight dieses Films. Seine Figur des unerfahrenen FBI-Agenten, der auch mal einen lustigen Spruch bringt, lockert diesen ernsten und zu lang geratenen Waffenfilm auf.

Fazit: Shooter braucht eine Weile, bis die Action los geht und steigert sich dann leider nur kurzfristig. Zu lang ist der Film geworden und dadurch werden einzelne Szenen halt einfach bis ins Unendliche gezogen. Dazu überzeugen leider nur die Schiess-Sequenzen, aber leider nicht die Darsteller. Schön aber, dass Altstar Ned Beatty (Superman 2, Deliverance) sich mal wieder einem grösseren Publikum zeigt.

4.3 Sterne
4.3 Sterne (115 Bewertungen) | 16 Kommentare

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29.03.2007 / muri