Shoot 'Em Up (2007)
Shoot 'Em Up (2007)
Oder: Fröhliches Bodycount Spielchen...
Ein Mann sitzt an einer Bushaltestelle und kaut auf einer Möhre rum. Sein Name ist Mr. Smith (Clive Owen) und er schaut schon ein bisschen komisch, als eine schwangere Frau an ihm vorbei rennt. Aber nach einem weiteren Biss Karottenpower kümmert er sich nicht weiter um das Geschehene. Bis ein paar Sekunden später ein Mann auftaucht, seine Knarre auspackt und der scheinbar der künftigen Mutti auf den Fersen ist. Da kann Mr. Smith nicht mehr länger zu gucken und greift ein.
Nachdem die erste grosse Schiesserei überstanden ist, dem Baby auf die Welt geholfen wurde und die Mutter mit einem Loch im Kopf in der Ecke liegt, schnappt sich Mr. Smith das Baby und flieht vor den ankommenden, schiesswütigen Verfolgern. Er bringt das Kind zur Prostituierten Donna (Monica Bellucci), die sich von nun an um den Balg zu kümmern hat.
Wie Mr. Smith herausfindet, sind die Verfolger, die angeführt vom brutalen und sarkastischen Mr. Hertz (Paul Giamatti) aus einem scheinbar unerschöpflichen Topf an Leuten bestehen, jedoch keineswegs hinter Mr. Smith her. Sie wollen das Baby. Und dafür ist ihnen jedes Mittel recht.
Mr. Smith sieht bald nur noch eine Chance. Er muss an genügend Waffenpower kommen, um sich dieser Schar Verfolger in den Weg zu stellen. Denn mit dem Baby hat es etwas auf sich, dessen Enthüllung zukunftsweisend für Menschen wie Mr. Smith ist.
DVD-Rating
Was ist storymässig von einem Film mit dem Titel Shoot'em Up zu erwarten? Richtig, eher wenig. Daran hält sich Regisseur Michael Davis dann auch, denn die Geschichte, die er hier verbrät, ist völliger Stumpfsinn. Okay, dann kann man wenigstens einen fulminanten Actionknaller erwarten? Hmjein...nein. Das Problem bei Shoot'em Up ist, dass selbst die voll durchchoreografierten Actionszenen nicht wirklich vom Hocker reissen. Dafür sind sie einfach zu lang, zu unmöglich und oft einfach nur lächerlich - und das dann mehrfach wiederholt, ob auf einem Ölfilm rutschend, aus Flugzeugen springend oder von einem durch Frontalcrash verformten Auto durch die Frontscheibe ins andere springend. Blödsinn hoch drei.
Nun mag es sein, dass der ein oder andere es total cool findet, wenn Mr. Smith seine Rüebli als Waffe missbraucht (beim ersten Mal ist's noch "lustig", danach einfach nur noch doof) oder seinem Gerechtigskeitswahn auf der Strasse per Selbstjustiz Genüge tut (haha...). Aber wirklich cool ist dieser Testosteron geschwängerte Waffenfetischisten-Film mit einem Bodycountindex, der jenseits von Gut und Böse liegt, keineswegs. Dafür fehlt es Shoot'em Up an wirklich guten oder knalligen Sprüchen (die verwendeten sind eher peinlich) und wirklich witzigen Einfällen abseits vom "Ich-treff-alles-ihr-trefft-nichts". Während des Bumsens ein Spezialkommando auslöschen (Ms. Bellucci kriegt dabei auch noch ihren Orgasmus...) oder zum wiederholten Mal einer ganzen Armee von Freiberuflern die Seele aus dem Hirn ballern, das reicht nicht. Im Gegenteil. Je länger es geht, desto blöder wird die ganze Sache und jeder neue Schusswechsel lässt das Augen verdrehen aufkommen.
Auf der Habenseite steht ein gut aufgelegter Paul Giamatti, der während seinen Mordsessions via Handy von seiner Frau genervt wird. Und sonst? Sonst nichts! Ich mag durchaus Filme mit Ballerpotential, guten Actionmomenten und Spannung. Aber wenn storymässig nichts, aber auch gar nichts da ist, spannungsmässig der Film nach 10 Minuten vorbei ist und die Action einfach aneinandergereiht wird um möglichst schnell möglichst viel Knall, Bumms, Rumms und Leichen zu machen, dann bleibt nur noch Kopfschütteln übrig.
Auf der Rückseite der DVD steht in grossen Lettern: "Schnell, mörderisch cool und extrem witzig - sensationell". Der Wahrheit, wie bei sovielen PR-Sprüchen, entspricht nur der erste Teil, nämlich "schnell". Zum Glück ist dieses Schussfestival nach 80 Minuten vorbei. Und langsam, langsam hinterfrage ich auch Clive Owens Rollenwahl...!
Extras: Wer am völlig sinnlosen Rummgeballere Gefallen findet und wissen möchte wie das entstanden ist, hat mit der Doku Animatics die Gelegenheit dazu. Sonst darf auch noch dem Audiokommentar vom Regisseur gelauscht werden. Mehr Extras bietet die als Steelbook erhältliche Special Edition mit zwei DVDs.
Zum Bild gibt es nur Gutes zu berichten. Das ist Heimkinofeeling par excellence mit knackig scharfen Bildern. Laut wird es natürlich auch, sei es "musikalisch" oder toneffektemässig. Wenigstens hier kann die DVD überzeugen.
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4.1 Sterne (128 Bewertungen) | 22 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 25.01.2008
- Bildformat: 2.35:1 (anamorph)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1EX)
- Untertitel: Deutsch, Englisch (Deutsch für Hörgeschädigte)
- Extras: Audiokommentar vom Regisseur; Anmatics: Vom Szenendesign zur fertigen Szene (mit optionalem Kommentar).



