Seed (2007)

Seed (2007)

Oder: Wackelkontakt mit Nachwirkungen

Seed

Aaaach, so en Säich!

Amerika hat spezielle Gesetze bei der Ausführung der Todesstrafe durch den elektrischen Stuhl. Wenn der Gefangene drei Sets an Stromstössen überlebt, wird er freigelassen. Was auch immer der Verurteilte vorher gemacht hat. Geht die Tötung via Stuhl in die Hose hat die Gesellschaft ein Problem mehr am Hals. Aktuell sitzt Max Seed (Will Sanderson) auf dem Stuhl. Der hat in sechs Jahren eine wahnsinnige Anzahl von Menschen getötet und soll jetzt dafür büssen. 660 Opfer stehen in seinem Buch und Detective Bishop (Michael Pare) hat seine halbe Kollegschaft verloren, als sie mitten in der Nacht den Mörder fassen konnten.

Da aber der elektrische Stuhl im Gefängnis von Arnold Calgrove (Ralf Moeller) nicht mehr der Neueste ist, kommts bei der Durchführung der Todesstrafe zu einem Problem. Der Mörder, der unter einer Sack-Maske auf dem Stuhl sitzt, hat auch nach dem zweiten Set an Stromschlägen noch immer einen Herzschlag. Und anstatt das Risiko eines ebenfalls misslingenden dritten Set zu nehmen, beschliesst Calgrove, den Mann als tot zu erklären.

Seed

Funny Games?

Seed wird zusammengepackt, in eine Holzbox verfrachtet und in die Erde eines Friedhofs vergraben. Schnaufend und keuchend macht sich der Mörder nun auf - wir kennen das Vorgehen aus Kill Bill 2 - sich irgendwie aus dieser Box zu befreien und ist dabei sogar erfolgreich.

Was nun folgt, dürfte allen klar sein. Max Seed will Rache. Und zwar brutale, blutige und schmerzhafte Rache. An seinen Peinigern, den Polizisten und überhaupt an allen, die sich ihm in den Weg stellen.


DVD-Rating

Uwe Boll hat schon viel Müll abgeliefert. Der letzte Mist, der unter seinem Namen veröffentlicht wurde, war Postal. Jetzt kommt Seed und der Deutsche verspricht, seinen bislang brutalsten, dunkelsten und härtesten Film damit gemacht zu haben. Damit hat er nicht Unrecht. Denn Seed ist brutal, eklig und lässt dem Zuschauer die Haare zu Berg stehen. So einen Schmarren hat man nämlich lange nicht mehr gesehen.

Es ist nicht verwunderlich, wenn Filmemacher versuchen, neue "Stars" des Horrorfilms zu züchten. Nachdem gestandene Metzger nur noch sporadisch in die Kinos kommen oder meist auf DVD verrotten, spriessen in Filmen wie Hatchet oder eben auch Seed neue, potenzielle Filmmonster hervor, von denen die Macher natürlich glauben, die neuen Albtraumfiguren zu sein.

Seed beginnt mit einer brutalen (und echten!) Szene der Tierschutzorganisation PETA, die zeigt, dass der Mensch brutal, hemmungs- und herzlos sein kann. Das fährt, zugegeben, schon mächtig ein und stellt sich schlussendlich als die Szene heraus, die dem Zuschauer am zweitmeisten ans Herz gehen wird. Rang Eins in dieser Liste wird das schreiende Baby übernehmen, aber die Szene ist schon fast als "krank" zu betiteln. Die Szene mit der Frau und dem Hammer dürfte auch in diese Liste gehören.

Was nun folgt ist ein Film, der weder spannend, noch interessant ist. Die meiste Zeit suchen Cops in irgendwelchen dunklen Räumen nach einem Killer, der dort natürlich irgendwo sitzt, Fallen aufgestellt hat und so die Blutgeilheit der Gesellschaft zu stillen versucht. Das Blut spritzt, die Körper werden verunglimpft und spätestens wenn Seed sich aus seinem Grab befreit hat und Jagd auf die Detectives (und deren Familien) macht, kennt man die weitere Vorgehensweise.

Fazit: Uwe Boll setzt Seed in den Sand, zeigt langweilige Einstellungen, versaut die Spannung und sogar das Ende war zu erwarten. Der Film ist ein richtiges Ärgernis geworden und bedient wirklich nur diejenigen, die noch immer glänzende Augen kriegen, wenn auf der Leinwand ein Mensch möglichst brutal vermetzget wird. Alle anderen dürfen, mit einem lockeren Lächeln auf den Lippen, diesen Film ignorieren.

Bereits jetzt sind verschiedene Versionen des Films auf DVD erhältlich. Sei es in Sarg-Form, als "Special Edition" oder als ganz normale Fassung. Fakt ist, dass der Film in diesen momentanen wohl geschnitten ist. Und welcher blutgeile Fan kauft sich schon sowas, wenn die Extended-Version wohl auch bald irgendwo in den Läden steht...

Als Extras werden Berichte gezeigt, die uns hinter die Kulissen des Films führen. Natürlich hat sich Uwe Boll nicht lumpen lassen, einen Audiokommentar zu sprechen und wer sich die "Sarg-Fassung" kauft, kriegt dazu noch den ganzen Soundtrack auf CD mit im Päckli. Da der Film meistens in dunklen Umgebungen spielt, ist die Bildqualität natürlich wichtig. Leider wirds in diesen Szenen dann einfach mal dunkel und die Bewegungen sind nicht mehr zu erkennen. Tonmässig ist alles im grünen Bereich und macht einen guten Eindruck.

0.6 Sterne 3.2 Sterne
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07.06.2008 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 30.05.2008

  • Bildformat: 1.78:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch
  • Extras: Behind the Scenes, Making-Of, Audiokommentar des Regisseurs