King of the Hill - El Rey de la montaña (2007)
King of the Hill - El Rey de la montaña (2007)
Oder: Moorhunjagd mal anders
Quim (Leonardo Sbaraglia) düst mit seinem Auto durch die spanische Pampa. Seine Freundin hat soeben mit ihm Schluss gemacht, weswegen er ein wenig neben den Schuhen steht. Da kommt ihm die schöne Unbekannte (María Valverde) natürlich gerade recht, die er beim Halt an einer Tankstelle erst beim Klauen ertappt und danach in der Frauentoilette vernascht.
Dumm nur, dass die Schöne nach vollzogenem Akt verschwindet, bevor er sie auch nur nach ihrem Namen und ihrer Telefonnummer fragen kann. Schlimmer noch: sie hat auch gleich noch seine Brieftasche mitgehen lassen. Verwirrter, als er es ohnehin schon war, sitzt er in seinen Wagen, um ihr zu folgen. Dabei gerät er auf eine verlassene Bergstrasse und hat schon bald die Orientierung verloren. Da ertönt aus der Tiefe des Waldes plötzlich ein Schuss...
Kinofilm-Rating
Wer im Wald schon immer Angst vor bösen Männern gehabt hat und dann vom Mami beruhigt wurde, dass es in der Stadt doch soo viel gefährlicher sei, dürfte Filme wie den vorliegenden dankbar als Bestätigung nehmen, dass er eben doch recht hatte. Der tiefe, gottverlassene Wald war für Horrorfilme schon immer eine sehr dankbare Kulisse für Gruseleien und Schlächtereien aller Art.
Bei El Rey de la monaña handelt es sich allerdings nicht um einen Horrorfilm in engerem Sinne, Slasher-Szenen gibt's genauso wenig wie Poltergeiste oder ähnliche Unwesen, und das Böse taucht über ungefähr zwei Drittel des Filmes auch nur sporadisch und aus der Ferne auf. Statt dessen arbeitet Regisseur Gonzalo Lopez-Gallego mit einfachen Elementen, die die Angst der Hauptfiguren und damit auch des Zuschauers schüren. Oft ist nichts als das gestresste Atmen der gehetzten Protagonisten zu hören, und jederzeit könnte der nächste Schuss durch die einsame Landschaft peitschen. Diese spürbare Angst wird durch die entfernte, nicht identifizierbare Bedrohung wirkungsvoll gesteigert.
In den letzten halben Stunde des Filmes wechselt dann allerdings die Perspektive und das Böse erhält ein Gesicht. Damit erhält der Film auch - ohne zuviel verraten zu wollen - eine sozialkritische Dimension. Er übernimmt zudem die Ästhetik eines Ego-Shooters, was durchaus als Anprangerung der Gewaltverherrlichung in Games interpretiert werden kann. Die Kritik scheint dann aber doch ein bisschen zu plakativ und vereinfachend, als dass sie wirklich zu überzeugen vermag.
Zudem darf sich der Zuschauer wiedermal schmunzelnd einige Horrorfilm-typische Logikfragen stellen, wie beispielsweise: Wenn doch der Protagonist eben an der Tankstelle Halt gemacht hat, wie kann es dann kommen, dass ihm bald darauf schon wieder der Sprit ausgeht und er zu Fuss durch die dunklen Wälder hetzen muss? Ja, und überhaupt: Dafür, dass er am Bein eine hässliche Schusswunde hat, rennt er doch ziemlich leichten Fusses...
Über solche Feinheiten und die etwas unbefriedigende letzte halbe Stunde grosszügig hinweggesehen, ist El Rey de la monaña aber ein ansprechender und spannender Thriller, der geschickt mit der Angst des Zuschauers spielt. Und die Erkenntnis bietet, dass es in Spanien neben Sonne und Strand gibt, sondern auch wilde Berggegenden, in denen man ganz gut daran tut, nicht aus dem Auto zu steigen.
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