Restul e tacere (2007)
Restul e tacere (2007)
Oder: Als Kameras noch von Hand betrieben wurden
Der im Jahre 1911 in Bukarest geborene Grigore Ursaru (Marius Florea Vizante) hat sich als 19-jähriger mal als Schauspieler versucht, allerdings mit sehr geringem Erfolg. Dies zum Leid seines Vaters, welcher der erfolgreichste und bekannteste Theaterschauspieler seiner Zeit war. Gerne hätte dieser seinen Sohn auf den Bühnen von Bukarest gesehen. Doch Grigore findet grosse Begeisterung am "Kinematograph" und entschliesst sich den längsten Film seiner Zeit, über den vergangenen Krieg zwischen Rumänien, Russland und der Türkei von 1877, zu drehen.
Doch sein Projekt stösst auf wenig Anklang. Das Theater wird als einzig wahre Schauspielkunst betrachtet und dem Film kaum eine Bedeutung zugewiesen. Im Gegenteil, wer sich für die bewegten Bilder interessiert, wird von der Gesellschaft regelrecht gemobbt. Dementsprechend ist Grigores Vater ziemlich unglücklich, er möchte seinem Sohn lieber eine Stelle am Theater vermitteln. Aber Grigore lässt sich von alledem nicht beeindrucken und macht sich auf die Suche nach einem Investor für seinen Film. Den findet er in dem alten, ziemlich bizzaren und äusserst vermögenden Leon (Ovidiu Niculescu).
Trotz gesicherter Finanzquelle stellen sich dem jungen Filmemacher noch einige Hindernisse in den Weg, welche mit mehr oder weniger unkonventionellen Mitteln aus dem Weg geschafft werden.
Kinofilm-Rating
Restul e tacere ist aus mancher Hinsicht ein ganz spezieller Film. Zum einen die Tatsache, dass er anfangs des 20. Jahrhundert spielt und das damalige Misstrauen in das neue Medium Film aufzeigt - Also ein Film über die Anfänge des Films. Es ist auch durchaus amüsant zu sehen, wie es dazumal an den Sets zu und her gegangen sein muss und was sich den damaligen Filmemachern für Probleme gestellt haben. Zum anderen bemerkt man aber auch den rumänischen Einfluss, den der Film erhalten hat. Die einzelnen Figuren, sowie die Gesellschaft sind sehr speziell und leben ihre ganz eigene Art von Kultur. Dies gibt dem Film eine ganz besondere Note.
Nae Caranfil hat es geschafft, zu einer historischen Begebenheit einen unterhaltenden, lernreichen Film zu drehen. Den besagten Film aus der damaligen Zeit gibt es tatsächlich und man erhält im Film gewisse Originalsequenzen eingespielt. Dieser Aspekt verleiht dem Film viel Glaubwürdigkeit, trotzdem wirkt er nie wie ein historischer Dokumentarfilm. Gemäss einer Aussage des jungen Regisseurs Caranfil, fühlte er sich bei seiner Arbeit zu diesem Film ein wenig wie sein Protagonist, der den rumänischen Film in die Welt hinaus bringen wollte.
Die schauspielerischen Leistungen waren durchwegs sehr gut. Herausragend ist dabei Ovidiu Niculescu in der Figur von Leon. Er spielt seine Rolle sehr überzeugend und dominiert den Film zu einem grossen Teil. Schade ist nur, dass die Maske sich bei ihm nicht sonderlich viel Mühe genommen hat und die Figur zeitweise etwas unwirklich erscheinen lässt. Ansonsten ein sehr ansprechender Film, zwar mit gewissen Längen, aber durchaus empfehlenswert.
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