Resident Evil: Extinction (2007)
Resident Evil: Extinction (2007)
Oder: Mad Max mit Zombies
Raccoon City war einmal. Inzwischen hat sich der T-Virus der Umbrella-Corporation über den Planeten ausgebreitet, so dass nur noch ein minimaler Prozentsatz an Menschen exisitieren, die nicht vom Virus befallen sind. Diese versuchen sich, in Konvois und Gruppierungen, zu organisieren und so lange wie möglich am Leben zu bleiben.
Alleine, also ohne Konvoi oder Kollegen, streift auch Alice (Milla Jovovich) durch die Öde, die einst Erde genannt wurde. Die geheimnisvolle Frau, die noch immer verzweifelt von den Wissenschaftlern der Umbrella-Corporation gesucht wird, hat sich gut verstecken können und weicht auch weiterhin den Satelliten aus, die ihre Kreise um die Erde drehen.
Als ein Konvoi bei einem Zwischenstop von einer gewaltigen Anzahle Krähen (Birds lässt grüssen) angegriffen wird, kommt Alice zu Hilfe. Sie feiert ein Wiedersehen mit Soldat Carlos (Oded Fehr) und lernt die Anführerin Claire (Ali Larter) kennen, die versucht, den ihr folgenden Menschen, Hoffnung auf Überleben zu vermitteln.
Alice hat auf ihrer Flucht ein Buch gefunden, in dem von einem Ort in Alaska die Rede ist, der noch unvergiftet ist und wo die Zombies mit dem T-Virus noch nicht hingekommen sind. Der Tross soll sich auf den Weg machen und diesen Ort suchen. Doch vorher muss in Las Vegas aufgetankt und Vorräte angeschafft werden. Und genau das ist das Problem: Denn die Menschen sollten die grossen Städte meiden (viele Zombies da...). Zudem hat der Chefwissenschaftler der Umbrella-Corporation, Dr. Isaacs (Iain Glen), inzwischen die "echte" Alice ausfindig gemacht und braucht deren Blut für seine Experimente. Denn die zahlreichen "Alice-Klone" scheinen seinem Treiben nicht wirklich zu nützen.
DVD-Rating
Die Resident Evil-Saga geht in die dritte Runde und siedelt das brutale Zombiegemetzel weit in der Zukunft auf einer zerstörten Erde an. Nach einem missratenen Auftakt, einem sinnlosen, aber um so intensiveren zweiten Teil, präsentiert sich der dritte Teil etwas ruhiger. Anstatt eine völlig unglaubwürdige Poser-Szene an die andere zu reihen, wird hier erstmals darauf geachtet, eine gute und glaubwürdige post-apokalyptische Atmosphäre zu schaffen. Denn es geht primär darum, den Zombies aus dem Weg zu gehen, anstatt die Konfrontation zu suchen. Das ist ihnen sehr gut gelungen, und mit Resident Evil 3 wird der bis jetzt beste Teil abgeliefert.
Vor allem angenehm ist, dass es die Produzenten aufs Neue geschafft haben, den bereits etablierten Cast wieder zu vereinigen. Obwohl Jill Valentine nicht mehr dabei ist, gibt es doch genügend bekannte Gesichter, um sich wie zuhause zu fühlen. Ausserdem arbeiten sie mit dem genau gleichen Look wie die Vorgänger, was der Serie eine Kontinuität gibt und trotz verschiedener Regisseure trifft der Zuschauer immer wieder auf die optischen Elemente welche die Resident Evil-Serie auszeichnen. So fühlt man sich wohl, wie in einem gut eingelaufenen Turnschuh und kann das Zombiegemetzel in vollen Zügen geniessen.
Der Film spielt etwa fünf Jahre nach dem zweiten Teil. Inzwischen ist die Welt vom T-Virus verschlungen und zu einer toten Wüste geworden. Wer Mad Max 2 gesehen hat, wird nicht nur im Szenario, sondern auch im Look einige Parallelen entdecken. Doch dies ist keineswegs negativ, denn dass die Menschen in einem Konvoi unterwegs sind und den Zombies aus dem Weg gehen wollen, ist durchaus glaubwürdig - dass sie jedoch mit Benzinsäufern, wie einem Hummer unterwegs sind, hingegen weniger. Dies und der starke Verschleiss von Material ist wie üblich der grosse Kritikpunkt an diesem Endzeitstreifen. Dennoch, visuell haben sie es nahezu perfekt hingekriegt, und Las Vegas, wie auch der Überfall der Krähen sind unter anderem die Highlights von Resident Evil 3. So können sehr intensive und spannungsgeladene Szenen am helllichten Tag geboten werden, was bisher nur wenige Horrorfilme geschafft haben. Dazu kommen viele Szenen, die absichtlich ultracool gefilmt wurden und mit dem passenden Soundtrack, ausgezeichneter Beleuchtung und natürlich dem Hochglanzlook optisch absolut überzeugen können. Der Schnitt ist hingegen weniger gelungen, und ist zeitweise so hektisch, dass man schlichtweg die Übersicht verliert.
Ansonsten ist Resident Evil 3 natürlich die übliche Gratwanderung zwischen Realismus, Action und Poserei. Vieles wurde sehr vereinfacht, und die Story dreht sich primär um die Rache von Alice an der Umbrella Corporation. Aber viel Hintergrundgeschichte braucht es eigentlich nicht, wenn dafür eine spannungsgeladene Endzeitstimmung mit viel Geballere und zum Teil sehr gelungenen Schockmomenten geboten werden. Dazu kommt noch die inzwischen zur Kultamazone aufgestiegene Milla Jovowitch, welche sich an der Seite von Ali Carter so elegant wie immer durch die Zombies metzelt. Einzig die kalten Bunker der Umbrella Corporation passen nicht in die von Wüste dominierten Welt, doch so kommt auch der klassische Horror wieder hinein.
Fazit: Mit Resident Evil 3 wird nicht nur der bis jetzt beste Teil der Resident Evil-Saga abgeliefert, sondern auch ein spektakuläres Finale. Spektakulär bezieht sich nicht nur auf die - trotz des teilweise schlechten Schnittes - sehr gut inszenierten Hochglanz-Actionsequenzen, sondern auch auf die Welt fünf Jahre nach der Katastrophe in Racoon City. Die zerfallene Wüstenlandschaft erzeugt eine grossartige Endzeitatmosphäre und gibt dem Kampf gegen die Zombies ganz neue Dimensionen. Trotz der üblichen Ungereimtheiten, die man nicht näher hinterfragen darf, wird ein sehr kurzweiliges Zombie-Metzel-Spektakel mit gut ausgewählten Schauspielern und einem sympathischen Mad Max-Charme geboten. Sehr zu empfehlen.
Die DVD präsentiert den Film in einer ausgezeichneten Bild und Tonqualität, welche die Wüste in Ultraschärfe auf den Bildschirm zaubert. Der Ton lässt die Boxen donnern, und schon sind wir mitten im Geschehen. Das Bonusmaterial fällt sehr minimal aus und bietet mit einem 21-minütigen Making Of nur einen recht oberflächlichen Einblick in die Dreharbeiten, doch es deckt alle Themen ab. Wer jedoch Lissi und der wilde Kaiser als Trailer für die DVD ausgewählt hat, gehört gefeuert!
![]()
3.8 Sterne (81 Bewertungen) | 3 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 07.02.2008
- Bildformat: Widescreen 2.40:1 Anamorph
- Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Deutsch: DTS 5.1 Surround, English: Dolby Digital 5.1
- Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
- Extras: Audiokommentar von Russel Mulcahy, Making of... (ca. 21 Min.)



