The Rage (2007)
The Rage (2007)
Oder: The Party's over, get of my boyfriend!
Irgendwo im Niemandsland forscht der wahnsinnige Wissenschaftler Viktor Vasilienko (Andrew Divoff) an einem unaufhaltbaren Killervirus. Dieses ist sehr leicht übertragbar und versetzt den Infizierten in ein tollwutartiges Stadium. Allerdings verlaufen diese Experimente nicht ganz so, wie geplant, denn obwohl die Testobjekte eine unvorstellbare Blutlust entwickeln, können ihre Körper den Gewaltausbrüchen nicht lange standhalten, was natürlich auch zu einem grossen Verschleiss an Testobjekten führt. Eines dieser Testobjekte wird dann auch vom Wissenschaftler unterschätzt und kann dank den neu entwickelten Kräften aus dem Labor entkommen.
Zur gleichen Zeit findet an einem anderen Ort ein Rockkonzert statt, das auch von den Freunden Kat (Erin Brown), Josh (Ryan Hooks), Pris (Sean Serino), Olivia (Rachel Scheer) und Jay (Anthony Clark) besucht wird. Der Alkohol fliesst in Strömen, und starke Drogen setzen Bedürfnisse frei, welche bisher verborgen blieben. Deshalb ist die Rückfahrt mit dem Wohnwagen am nächsten Morgen auch von peinlich berührter Stille geprägt. Als es dann doch zur Aussprache kommt, was eigentlich letzte Nacht geschehen ist, bricht eine ausgewachsene Schlägerei aus, welche erst gestoppt wird, als der Wohnwagen einen Mann überrollt, der in der Mitte der Strasse gekauert hat. Für die Teenager beginnt ein Alptraum, der ihre schlimmsten Vorstellungen übersteigt...
DVD-Rating
The Rage eilte bereits kurz, nachdem er angekündigt war, der Ruf eines brutalen Splatterfilms voraus, der dem geneigten Horrorfan alles bieten soll, was sein Herz begehrt. Dass dabei der Effektmeister Robert Kurtzman persönlich für die Regie verantwortlich ist, pushte die Erwartungen natürlich entsprechend in die Höhe. Denn Kutzman war bereits backstage für die Splattereffekte in Hostel, The Devil's Rejects und vielen anderen Horrorfilmen verantwortlich und hat somit eine gewaltige Erfahrung, wie man ordentlich schockt. Rund zehn Jahre nach seinem Überraschungserfolg Wishmaster, setzt sich Kutzmann also nochmals auf den Regiestuhl, doch das Resultat kann lange nicht an die Qualität der Horrorkomödie mit dem allmächtigen Djin anknüpfen.
Es ist vor allem erstaunlich, wie wenig Kutzman aus seinem eigentlich sehr soliden Konzept gemacht hat, auf dem The Rage basiert. Die Story rund um den desillusionierten Wissenschaftler, dessen Hintergrund und Rache bietet nämlich mehr Geschichte als mancher andere Horrorfilm. Dies wird allerdings kaum genutzt. Nach einem äusserst gelungenen und spannenden Intro, in dem Andrew Divoff wieder einmal alle Bosheit zeigen kann, verschwindet dieser bis kurz vor Ende wieder von der Leinwand und es geht qualitativ rapide bergab: Ab da übernimmt nämlich das übliche Teenie-Kanonenfutter die Hauptrolle, und es wird jedes Klischee zelebriert, welches normalerweise ein schlechter Teenieslasher erfüllt. So stolpern saufende, sich besteigende und kotzende Teenies, mit dem IQ eines faulenden Apfels, unkoordiniert durch die berechenbare Handlung und können keine Minute überzeugen. Da sich der Cast oben drauf noch aus Ex-Softpornodarstellerinnen und Personen zusammenstellt, welche bisher kaum vor der Kamera gestanden haben, ist das Schauspiel auch entsprechend jämmerlich.
Letztendlich ist The Rage trotz aller Erwartungen nur ein Horrorfilm des neu angebrochenen High-Definition-Zeitalters geworden, wo Independent-Schocker durch die digitale Filmtechnik auch mit sehr kleinem Budget realisiert werden können, jedoch über sehr einseitige Qualitäten verfügen. So haben sich Kutzman und seine Crew zwar beinahe liebevoll bemüht, möglichst hässliche Sets zu bauen und genauso üble Splatereffetke sowie Monster zu kreieren, haben aber alle andere Aspekte vernachlässigt, welche sonst einen gelungenen Horrorfilm auszeichnen. Der Soundtrack bringt kaum Atmosphäre, die Schockmomente funktionieren nicht und die zum ersten Mal in einem Horrorfilm eingesetzten Aasgeier sind absolut grottig animiert. Schade um einen Film mit viel Potential.
Fazit: The Rage hat klar seine grossen Stärken in den vielen äusserst brutalen und überblutigen Splatterszenen, welche durch den ganzen Film bis zum Exzess zelebriert werden. Dies sorgt immerhin dafür, dass beim Splatterfan immer wieder die Mundwinkel nach oben wandern. Allerdings hätte man vom Regisseur des durchaus gelungenen Wishmaster doch etwas mehr erwartet. Schwarzen Humor sucht man vergebens, primär reihen sich mässig gelungene Horrorszenen aneinander, in denen die Teenager auf die Nerven gehen und man eigentlich nur noch auf das Finale wartet, welches dann wenigstens über den grottigen Mittelteil hinwegtröstet.
Getestet wurde der ungeschnittene Unrated Director's Cut, der auf Code 1 zu kaufen ist. Die Bildqualität ist dabei sehr gut, und auch der Ton trübt das Erlebnis keineswegs. Das Bonusmaterial setzt sich überraschend üppig aus einem langen Making-of, Musikvideos, Trailern und On-Set-Bildern zusammen. Ganz gute DVD und im Gegensatz zur Code 2-Version sicher ungeschnitten.
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2.3 Sterne (2 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
- Bildformat: Anamorphic Widescreen 1.78
- Sprachen: Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Englisch
- Extras: Making Of; Audiokommentar vom Regisseur; Musik-Videos



