Pushing Daisies (2007)

Pushing Daisies (2007)

Oder: Per Fingerdruck zurück ins Leben

Nicht drücken, bitte

Ned (Lee Pace) ist Kuchenbäcker, hat ein eigenes Lokal ("The Pie Hole") und ein Geheimnis. Seit seiner Kindheit hat er die Gabe, Tote zum Leben zu erwecken. Seien es Tiere, Menschen oder auch die für seine Kuchen nötigen Früchte. Er muss den toten Gegenstand (oder Mensch/Tier) kurz berühren und aus Leichen werden für eine Minute wiederbelebte Menschen. Nach dieser Zeit muss Ned den Menschen nochmals berühren und somit für immer sterben lassen. Sollte er das nicht tun, wird eine Person in der unmittelbaren Nähe getötet.

Der Detektiv Emerson (Chi McBride) von diesem aussergewöhnlichen Mann erfährt und ihm bei einer Aktion zusieht, ist ihm eins klar. Mit Hilfe dieses Bäckers kann man herrlich viele Mordfälle lösen und Belohnungen einkassieren. Und so macht sich das ungleiche Team auf, ein bisschen Geld zu verdienen.

Das Dream-Team!

Das Dream-Team!

Bis zu dem Zeitpunkt, als Ned seine Flamme aus Kindertagen Charlotte "Chuck" Charles (Anna Friel) aus dem Sarg holt und die Zeit vergisst. Denn während nun ein Mitarbeiter des Bestattungsinstitutes den Löffel abgibt, bleibt Chuck am Leben. Zwar wird Ned sie nie berühren dürfen, aber immerhin hat er seine Liebe wieder gefunden.

Und so wird aus dem Duo ein Trio, das sich mit mörderischen Dummys, tödlicher Kuchenkonkurrenz oder gar aus dem Grab entsteigenden Menschenhorden herumschlagen muss. Da sind die kleinen Probleme mit den verrückten Tanten Lily (Swoosie Kuntz) und Vivian (Ellen Greene) und die Schwierigkeiten der verbotenen Berührungen ja nur der Anfang des Übels....


DVD-Rating

Bryan Fuller hatte 2003 die Idee zu einer Fernsehserie mit dem Tod als deren Mittelpunkt. Er schuf Dead like me, verliess die Produktion aber noch in deren erster Staffel und nahm einen Gedanken mit, den er damals hatte. Er wollte einen Charakter schaffen, der Tote lebendig werden lassen konnte. In Pushing Daisies hatte er nun die optimalen Voraussetzungen dafür gefunden.

Die Serie, die sich mit Off-Kommentaren angereichert wie ein Märchen anhört, kommt bunt, knallig und recht flippig daher. Die Kameraeinstellungen sind vielfach ein bisschen spezieller, die Sprüche herrlich abstrus und die Figuren weichen ein wenig von der US-Serien-Norm ab. Allen voran natürlich Lee Pace, der als Kuchenbäcker mit besonderer Gabe von einer struben Situation in die Nächste gerät. Ihm an die Seite hat man einen sarkastischen Detektiv gestellt, der von Chi McBride (I Robot) überzeugend und witzig dargestellt wird. Vor allem, weil der Gute ja zum Ausgleich gerne bunte Pullover strickt....

Anna Friel (Goal) und Ellen Greene (Little Shop of Horrors) führen die skurrile Gilde der Damen an, von denen irgendwie halt jede eine Macke hat. Da lispelts, intrigierts und schmachtets, dass es nur so eine Freude ist. Der Cast von Pushing Daisies ist hervorragend gelungen und passt optimal in die schrägen Geschichten.

Leider ist nicht alles Gold was glänzt. Das muss auch Pushing Daisies akzeptieren, dessen Geschichten sich nach einer Weile leider totlaufen. Die Ausgangslagen ähneln sich, der "Tote der Woche" wiederholt sich und die Charaktere kommen unter sich nicht so gut voran, wie sie es eigentlich müssten. Das, und die recht spezielle Machart der Serie, dürfte nicht jedermann passen, weshalb die Show inzwischen in Amerika auch abgesetzt wurde.

Fazit: Pushing Daisies ist schräg und, zumindest in den ersten Folgen, recht witzig. Die Off-Kommentare passen zur Machart der Serie und die Darsteller zeigen überzeugende Arbeit. Dass im Lauf der Staffel die Luft ausgeht, ist leider nicht zu verhindern. Doch bis dahin sind einige schöne und abstruse Situationen geboten, die es sich anzuschauen lohnt.

Die ganze erste Staffel ist praktisch auf drei DVDs gepackt worden, wobei auf der letzten Scheibe noch ein tolles Bonusfeature zu sehen ist. Da wird anhand von jeder einzelnen Episode kommentiert und analysiert. Interessante Dinge wie der Grund für die komischen Kamerafahrten oder die schräge Machart kommen hier ans Tageslicht.

Technisch ist Pushing Daisies recht gut geglückt. Der Ton kommt zwar nur im 2.0 Digital daher, aber das stört nicht besonders, da die Serie keinen grossen Wert auf laute Töne legt. Das Bild ist klar und die Farben bunt und stark. Auch hier kann man sehr gut mit dem vorhandenen Material leben.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.54.5

 

04.02.2009 / muri

Community:

Bewertung: 4.8 (16 Bewertungen)

 

 

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