Premonition (2007)
Die Vorahnung
Premonition (2007) Die Vorahnung
Oder: Dramatisches Durcheinander
Linda (Sandra Bullock) und Jim (Julian McMahon) sind verheiratet, haben zwei niedliche Töchterchen und ein herziges Haus. Doch was nach aussen perfekt klingt, macht bei genauerem Hinsehen keinen so glücklichen Eindruck mehr. Die Eheleute haben mit dem Alltag zu kämpfen. Er arbeitet viel und wird von hübschen Bürodamen umworben, sie weiss nicht so recht, was sie nach Joggen, Waschmaschine füllen und Fensterputzen so alles machen soll. Diese Trägheit wird eines Tages jäh unterbrochen, als Linda mitgeteilt wird, ihr Mann sei bei einem Autounfall ums Leben gekommen.
Die Welt, die zwar nicht mehr vollkommen war, aber dennoch lebenswert, bricht für die junge Frau zusammen. Mama kommt, die beste Freundin spendet Trost, aber s'nützt alles nichts. Die Leere nimmt Überhand und als Linda am Abend ins Bett geht, weiss sie, dass nichts mehr so sein wird wie früher. Als sie aber am nächsten Morgen erwacht und Jim knusperfrisch vor ihr steht, wirds mysteriös.
Der Mann, den sie trotz allem so sehr liebt, ist gestern gestorben. Und heute steht er wie wenn nichts passiert wäre, vor ihr. Die Verwirrungen gehen weiter, als am übernächsten Tag die Trauerfamilie in der Stube von Lindas Haus auf sie wartet, die Tochter plötzlich Schnittwunden im Gesicht hat und Linda selber scheinbar in Behandlung eines komischen Doktors (Peter Stormare) war, der sie mit Drogen vollgepumpt hat. Dabei kennt sie diesen Mann gar nicht. Als dann auf der Beerdigung von Jim zusätzlich noch eine fremde Blondine (Amber Valletta) auftaucht, weiss Linda, dass irgendwo in dieser verrückten Zeitverschiebung ein Makel sein muss.
Sie macht sich auf, diesen Fehler zu finden. Denn wenn sie das nicht schafft, würde sie sich wohl oder übel als verrückt erklären lassen.
Kinofilm-Rating
Lange hat man nichts mehr von Sandra Bullock gehört. Inzwischen ist die Gute verheiratet, immer mal wieder ein bisschen schwanger (je nach Zeitschrift) und scheint das Leben zu geniessen. So kommt also nach dem gelungenen Lake House der neue Film der sympathischen Schauspielerin, in dem sie sich wiederum mit mysteriösen Zeitproblemen rumärgern muss. In Amerika ein solider Erfolg, ist der Film ein bisschen gar wirr angelegt und verlangt äusserste Aufmerksamkeit des Zuschauers, damit man auch nur annähernd den Taten der Figuren folgen kann.
Anfänglich ists noch recht überschaubar. Mann stirbt, Frau trauert und sieht den Kerl am nächsten Morgen wieder in der Küche sitzen. Und wenn das nicht schon verwirrend genug wär, fängt Premonition nun an, völligen Wirr-Warr zu produzieren. Figuren, die man nicht kennt, tauchen auf. Pillen werden geschluckt und der Gatte verschwindet immer mal wieder ins Jenseits. Das mag zwar anfänglich recht interessant sein, wird aber bis an die Schmerzgrenze praktiziert. Und wer da nicht mit vollem Elan und Eifer bei der Sache ist, den wird auch die schlussendliche Auflösung nicht mehr gross interessieren.
Nach vielen Komödien und Herz-Schmerz-Filmen wandelt Sandra Bullock nun auf den Spuren von Mothman Prophecies oder Dragonfly. Sie hat ihre guten Szenen, wenn sie die Niedergeschlagen- und Hilflosigkeit der Hauptfigur zeigen darf und beweist, dass sie mehr kann, als nur herzig gucken und tappsig durch die Requisiten fallen. Julian McMahon hingegen erwärmt sich nur langsam an dieser Geschichte und macht, für einen geliebten Ehemann und Sympathiefigur des Films, einen eher unsympathischen Eindruck. Da hilft auch sein Wandel im Lauf des Films nicht viel.
Als Nebendarsteller sind Peter Stormare (Fargo, Constantine) und Amber Valletta (Hitch) völlig unterfordert und überflüssig. Leider, denn vor allem Ersterer ist immer wieder für coole Performances gut.
Fazit: Premonition zieht sich leider recht zähflüssig durch die Geschichte, dafür macht Sandra Bullock eine gute Figur. Die Geschichte ist zu wirr und mit der Zeit zu unübersichtlich, als dass man ihr ohne Probleme folgen könnte. Im Finale macht zwar das Meiste wieder Sinn, jedoch ist es dann fast zu spät, um aus einem netten Mystery-Versuch noch einen guten Film zu machen.
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3.2 Sterne (29 Bewertungen) | 6 Kommentare



