Perfect Stranger (2007)
Verführung einer Fremden
Perfect Stranger (2007) Verführung einer Fremden
Oder: Wie, was, wo, wann?!?
Am Ende eines mülligen Tages trifft die Journalistin Rowena, genannt Ro (Halle Berry), unerwartet eine alte Bekannte wieder: Die kecke Grace (Nicki Lynn Aycox) erzählt Ro dabei von ihrer nicht ganz reibungslosen Sex-Affäre mit dem Über-Werbefuzzi Harrison Hill (Bruce Willis). Als Grace wenige Tage später bestialisch ermordet aufgefunden wird, zögert Ro keinen Moment und nimmt mit enthüllungsjournalistischem Scharfsinn entschlossen die Spur auf.
Mithilfe ihres computerversierten Kollegen Miles (Giovanni Ribisi) schleusst sie sich als Mitarbeiterin in Hills Werbeagentur H2A ein und geht gleichzeitig - unter einem Decknamen - in Harrison Hills bevorzugter Chat-Seite auf virtuelle Tuchfühlung mit dem Schwerenöter. Nach Startschwierigkeiten gelingt (Hills omnipräsenter lesbischer Anstandsdame zum Trotz) auch die reale Konktaktaufnahme und Ro lockt den dauerbrünstigen Werbemogul mit weiblichen Reizen in die vorbereitete Falle.
Alles läuft nach Plan. Bis Ro in einer blöden Situation ertappt wird. Und Hill Verdacht schöpft...
Kinofilm-Rating
Grundsätzlich, so glaube ich, gibt es für (fast) jeden Film ein Publikum. James Foleys Perfect Stranger allerdings ist diesbezüglich eine rechte Knacknuss.
Das Unbefriedigenste am starbesetzten Thriller ist die wirre, oft unzusammenhängende und insgesamt irgendwie unausgegorene Geschichte. Der Film macht den Eindruck, als habe man sich beim Drehbuchschreiben überlegt, welches wohl die besten Elemente für eine populäre (sprich: einträgliche) Story sind, und diese dann in schönster Kraut-und-Rüben-Manier zusammengewürfelt: ein mysteriöser Mordfall (Krimi), eine schöne, energische Frau (Frauenpower) in scharfen Outfits (Erotik), die sich mit der Unterstützung ihres Compi-Genie-Kollegen (Technologie, schräge Charaktere, komplizierte Beziehungen) auf eine gefährliche Mission begibt (Thriller). Und zur Krönung ein wirklich un-, un-, unvorhersehbares Ende, das die Zuschauer mit offenen Mündern aus den Stühlen kippen lässt (Unvorhersehbarkeit). (Gemäss IMDb wurden bei der Filmproduktion übrigens gleich drei Schlussalternativen (mit drei verschiedenen Tätern) gefilmt...)
Leider funktioniert diese Zusammenwürfelei nun aber überhaupt nicht; das Resultat ist vielmehr eine nichtssagende Geschichte, die träge und zähflüssig während knapp zwei Stunden Laufzeit herumdümpelt, um dann mit dem Abspann ins Nichts zu verpuffen. Der Film berührt nicht, packt nicht, bannt nicht - er lässt einen einfach kalt und gänzlich uninvolviert.
An Cast und Crew liegt's dabei nicht unbedingt. Insbesondere auf Darstellerseite holt Giovanni Ribisi (Cold Mountain) einiges aus seiner Figur und macht den Compi-Freak Miles zum interessantesten und - soweit es das lasche Drehbuch zulässt - facettenreichsten Charakter in Perfect Stranger. Halle Berry lässt in erster Linie optisch tief blicken, spielt aber weitgehend solid (wenn auch sie definitiv schon überzeugendere Leistungen gezeigt hat, beispielsweise in Marc Forsters Monster's Ball). Bruce Willis' (Die Hard) Part schliesslich war insgesamt wohl nicht allzu fordernd. Auf Macherseite liefert die Crew unter der Leitung von Regisseur James Foley (Confidence) routiniertes aber unspektakuläres Handwerk.
Nur genügt das im Fall von Perfect Stranger halt einfach nicht. Um wenigstens halbwegs über die saftlose Story hinweg zu täuschen, wäre von allen Beteiligten eine mindestens exzellente Leistung nötig gewesen. So jedoch ist Perfect Stranger ein Film, der fatal an einer geistlosen Geschichte krankt - ein Manko, das leider weder von den Darstellern kompensiert, noch durch eine aussergewöhnliche Umsetzung ausgemerzt wird.
Empfehlung: Nur für hartgesottene Fans von Halle Berry und/oder Giovanni Ribisi.
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2.4 Sterne (46 Bewertungen) | 10 Kommentare



