Pars vite et reviens tard (2007)

Saat des Todes

Pars vite et reviens tard (2007) Saat des Todes

Oder: von der Pest, gebrochenen Herzen und anderen Katastrophen

Pars vite et reviens tard

Nicht einmal schreiben können sie...

Paris im 21. Jahrhundert. Eine Stadt, die schon viel gesehen und erlebt hat. Was jedoch in den kommenden Tagen auf das Morddezenat der Polizei zukommen wird, gab es seit über hundert Jahren nicht mehr. Alles beginnt mit an sich harmlosen Schmierereien. Die umgekehrte Zahl vier, die anscheinend wahllos auf Türen geschmiert und zuerst als Grafitti gedeutet wurde. Dass diese in exakt der gleichen Art gezeichnet wurden, wird gar nicht erst bemerkt. Doch das ist erst ein kleiner Teil eines grossen Mosaiks, welches sich nach und nach zusammenfügt. Als ein Apokalyptiker im Park plötzlich Botschaften über die Pest verbreitet und eine Leiche mit schwarzen Flecken gefunden wird, bricht langsam Panik aus in der Stadt der Liebe.

Pars vite et reviens tard

Ach, wo ist meine Inspiration...

Kommissar Adamsberg (José Garcia) hat den Fall übernommen und gibt sich sichtlich Mühe, aus dem ganzen einen Sinn zusammen zu reimen. Doch der für seine grossartige Intuition bekannte Kommissar kommt nicht vom Fleck, denn er trauert immer noch seiner verflossenen Liebe nach und blockiert sich immer mehr. Doch der Fall drängt, es wird bereits eine weitere Leiche mit den genau gleichen schwarzen Flecken gefunden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Ist die Pest wirklich zurück? Was hat es mit den Leichen auf sich? Wer ist der Täter?


DVD-Rating

Um eins gleich klarzustellen. Saat des Todes ist nicht der vierte Teil irgendeiner Serie - die Zahl Vier repräsentiert ein Schutzsymbol, welches im Mittelalter benutzt wurde, um sich vom Schwarzen Tod - also der Pest - zu schützen, dem Hauptthema von Saat des Todes .

Was interessant und spektakulär klingt, entpuppt sich als sehr realistische und gerade deswegen als ebenso unspektakuläre Angelegenheit. Zuerst beschäftigt sich Saat des Todes primär mit dem Pariser Alltag. Die überall erscheinende, verkehrte Vier ist der Hauptanhaltspunkt, und erst später wird langsam der Pestmythos in die Handlug hineingeflochten. Selbst das erste Auftauchen der mit schwarzen Flecken überzogenen Leiche wird eher nüchtern und unbeeindruckt aufgenommen.

Dieses Unbeeindrucktende zieht sich durch den ganzen Film. Kühl sind die Polizisten unter der Leitung von Adamsberg (José Garcia) am Werk, versuchen, zuerst das Rätsel um die komische verkehrte Vier zu lösen und später den Verursacher dieser Pesttoten zu finden. Obwohl die Schauspieler durchwegs gute Leistungen bringen, bleibt die Spannung aus und selbst die Ermittlungen dümpeln langweilig und unpackend dahin. Vor allem wegen dem fehlenden Soundtrack, der trägen Kameraführung und dem ungünstigen Schnitt kommt nur in sehr wenigen Szenen ansatzweise das Gefühl auf, dass da ein Wettlauf gegen die Zeit stattfindet. Dafür wird umso mehr Zeit damit verbracht, im vergangenen Liebesleben des Kommissars herumzustochern.

Fazit: Saat des Todes ist nicht einmal annähernd so spektakulär wie sein Titel und präsentiert sich eher wie ein Routine-Krimi auf TV-Niveau, als ein wirklich interessanter, geschweige denn spannender Kino-Kracher. Schlecht ist er deswegen nicht, gute Schauspieler und ein sehr realitätsnah umgesetztes Szenario können durchaus überzeugen. Für eine bessere Bewertung als Durchschnitt reicht es dennoch nicht, denn dafür läuft einfach zu wenig und eine zu leichte Auflösung wird geboten.

Die DVD zwingt dem Käufer nach dem Einlegen erstmals drei Trailer auf, und kann auch mit dem Bonusmaterial, welches aus ein paar Outtakes und kommentierten Deleted Scenes besteht, keinen guten Eindruck machen. Der Film selber wird in einer körnigen Qualität aber sonst recht scharfem Bild präsentiert. Der Sound ist schwach und kommt primär aus der Center Box. Durchschnitt.

3.2 Sterne 3.4 Sterne
3.2 Sterne (3 Bewertungen) | 5 Kommentare

3.0 Sterne3 von 0.0-6.0
27.12.2007 / db


DVD-Infos

DVD erschienen am 05.12.2007

  • Bildformat: 2.35:1 (Anamorphic Widescreen)
  • Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Französisch: Dolby Digital 5.1
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Die Autopsie der Pest, Outtakes, Entfallene Szenen, Trailer