Paranormal Activity (2007)
Paranormal Activity (2007)
Oder: Von draussen da komm ich her
Katie (Katie Featherston) und ihr Freund Micah (Micah Sloat) haben sich endlich einen Traum erfüllt: Sie haben sich ein kleines, aber schmuckes Häuschen in einem Vorort gekauft und freuen sich nun, da ihre Familienplanung voranzutreiben. Während Katie sich von Zimmer zu Zimmer gluckert, filmt Micah jeden ihrer Schritte mit der Videokamera. Man will ja schliesslich was zu zeigen haben, wenn man älter ist.
In der Nacht allerdings findet das Pärchen nicht so richtig in den Schlaf. Seltsame Geräusche und knorrende Töne lassen die beiden immer wieder aufschrecken und kaum richtig zum Schlafen kommen. Als diese Störungen auch nach weiteren Nächten nicht stoppen, wird ein Parapsychologe herbeigezogen, der Micah in seiner Idee unterstützt, doch auch während des Schlafes die Videokamera laufen zu lassen. Mal schauen was passiert...
Und es passiert einiges. Anfänglich sind's die zu hörenden Schritte, dann die Fussabdrücke in der Mehlfalle, und damit ist der Albtraum noch nicht zu Ende. Der Herr Doktor schwafelt was von einem Dämon, der gefälligst in Ruhe gelassen werden soll, um ihn nicht zu verärgern, und auch Katie verhält sich immer komischer. Auch als Micah ein altes, längst vergessenes Foto von ihr findet, bessert sich ihr Zustand nicht.
Was passiert in diesem schönen Häuschen? Im Schlafzimmer? Wie kann man diesen Störungen entfliehen? Das alles muss beantwortet werden, jedoch birgt diese Absicht eine tödliche Gefahr....
Kinofilm-Rating
Blair Witch Project hat es vor zehn Jahren vorgemacht, Open Water zog 2003 nach und reihte sich ein in die exklusive Gruppe kleiner Filme, die mit (privater) Handkamera gefilmt und durch das Internet gehypt wurden, um schlussendlich einen fetten Gewinn einzufahren. Nun kommt ein weiterer Kandidat dieser Sparte, über den man am besten so wenig wie möglich in Erfahrung bringen sollte und sich dann im Kino entweder (fast) zu Tode erschrecken oder tödlich langweilen kann. Paranormal Activity ist ein Very-very-Low-Budget-Film, der mit Videokamera gefilmt wird und seine Stärke in den wenigen nächtlichen Szenen hat, in denen die Kamera einfach aufs Bett gerichtet ist.
Anfänglich macht sich Frustration breit. Ein paar langweilige Szenen reihen sich aneinander, wir sehen die beiden Hauptfiguren beim Baden, Rumräumen und Plaudern. Wo bleibt der Grusel, von dem sich in den Staaten reihenweise Personen in die Hosen gemacht haben? In der ersten nächtlichen Einstellung wird uns ein Vorgeschmack geboten, wenn Gegenstände anfangen, sich wie von Geisterhand zu bewegen. Auf diesem Pfad wird nun weitergegruselt, und die auf der Leinwand stetig langsamer werdende Uhrzeit weist auf kommendes Ungemach hin. Das nimmt zwar extrem die Spannung, ist aber natürlich nötig, weil das Böse ja nur einmal pro Nacht zuschlägt...
So richtig packend wird Paranormal Activity leider erst ganz am Ende, wenn wir endlich ein bisschen Intensität zu sehen bekommen und auch mal vom Sitz aufschrecken. Bis dahin plätschert das Teil mehr oder weniger gruselig dahin, und es ist den Zuschauern selber überlassen, ob man sich ab bewegenden Türen und zu hörenden Schritten ins Bockshorn jagen lässt.
Fazit: Paranormal Activity fährt auf der gleichen Schiene wie Blair Witch Project und spricht exakt auch die gleiche Zielgruppe an. Wenn jedoch vom "erschreckendsten Film aller Zeiten" die Rede ist, darf gerne darüber gegrinst werden. Ausser dem Finale bietet dieses Projekt kaum was, das lange in Erinnerung bleibt. Vom imposanten Internetpush mal abgesehen.
Ein Tip zum Schluss: Wenn ihr diesen Film anguckt, macht er sicher mehr Spass, wenn unwissende und leicht erschreckbare Begleitungen dabei sind....
![]()
3.3 Sterne (67 Bewertungen) | 15 Kommentare



