P.S., I Love You (2007)
P.S. Ich Liebe Dich
P.S., I Love You (2007) P.S. Ich Liebe Dich
Oder: Irland hat die schönsten Männer
Wie ist das Leben doch ungerecht: Eben noch schmiedeten Holly (Hillary Swank) und ihr irischer Ehemann Gerry (Gerard Butler) Babypläne - da wird letzterer von einem Hirntumor brüsk aus dem Leben gerissen. Die trauernde Witwe lässt sich gehen, bleibt von ihrer Arbeit fern und versinkt stattdessen in sentimentalem Selbstmitleid. Ihre neue Lieblingsbeschäftigung besteht darin, hingebungsvoll und lautstark zu Schlagern aus alten Hollywoodstreifen zu trällern.
Dies tut sie auch an ihrem 30. Geburtstag, wo sie von ihrer Mutter (Kathy Bates) und den besten Freundinnen (Lisa Kudrow, Gina Gershon) überrascht wird. Eine noch viel schönere Überraschung wartet im Briefkasten: Ein Geburtstagsbrief und ein besprochenes Tonband von ihrem verstorbenen Mann! Fortan erhält Holly regelmässig Post sozusagen aus dem Jenseits, unterzeichnet jeweils mit "P.S., I love you." Darin enthalten sind verschiedene "Aufträge": So soll sie beispielsweise an einem Karaoke-Wettbewerb teilnehmen oder die Koffer packen und nach Irland reisen. Dies weckt in Holly neue Lebensgeister...
Kinofilm-Rating
Hillary Swank und ihre Oscarperformances in Boy's don't cry und Million Dollar Baby in allen Ehren - aber zur Protagonistin in einer romantischen Liebeskomödie taugt sie nur bedingt. So fehlt ihr nicht nur der Prinzessinnen-Charme, der für solche Rollen von Vorteil ist, sondern vor allem das komödiantische Talent. Szenen, in denen ein solches gefragt wäre, wie zum Beispiel die Karaoke- oder die doch recht abgelutschte Zu-Musik-Laut-Mitgröhl-Und-Dabei-Ertappt-Werd-Szene, sind eher dämlich als lustig. Ihre Versuche, sich einen sympathisch chaotischen Meg Ryan-Touch zu geben, wirken zudem ebenfalls höchst ungelenk.
Ihr Filmpartner Gerard Butler, eben noch als König Leonidas "This Is Spartaa!" schreiend in den Kampf gegen die Perser gestürmt, wurde für P.S., I Love You gnadenlos auf unwiderstehlich getrimmt. Während er als Schlachtenheld grimmig die Zähne fletschte, darf er nun als in Rückblenden und Tagträumen erscheinender Toter supersympathisch in die Kamera smilen. Die beeindruckenden Muskelpakete, die er als Spartanerkönig an den Tag legte, lassen sich diesmal bloss erahnen - doch dafür ist der Bart weg, und der dick aufgetragene Charme sowie der sexy irische Akzent machen ihn erst recht zu einem Mr. Perfect. Da spielt es auch keine Rolle, dass Butler in Wirklichkeit Schotte ist. Ob es wirklich das ist, worauf die Frauen abfahren? Keine Ahnung, aber zumindest scheint das so kalkuliert. Überhaupt wird Irland schamlos verklärt: So sind da nicht nur die pittoresken Landschaftsaufnahmen (Industrie scheint's nirgendwo zu geben), sondern es wird auch noch ein weiterer knuffiger Traummann in Person von Jeffrey Dean Morgan aus dem Hut gezaubert. Auch er freilich - kleiner Schönheitsfehler - kein echter Ire, sondern Amerikaner.
Was den Film schliesslich rettet, sind die Nebenfiguren, die für die wirklich lustigen Szenen sorgen: Lisa Kudrow spielt eine typische Lisa-Kudrow-Figur, selbstbewusst, zackig, zickig und immer auf der Suche nach dem Richtigen. Speziell amüsant ist Harry Connick jr., der einen schön verschrobenen Charakter darstellt und damit ein grösseres Ins-Herz-Schliess-Potenzial aufweist als die irischen Übermenschen. Recht farblos hingegen ist Kathy Bates als Swanks Mutter, wobei man allerdings sagen muss, dass ihr Charakter diese Farblosigkeit bis zu einem gewissen Grad erfordert.
P.S., I Love You ist eine passable Liebeskomödie mit gut gelungenen Einzelszenen und einigen Lachern. Es handelt sich dabei übrigens um die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Cecelia Ahern. Die erst 26-jährige Autorin ist ihres Zeichens Tochter des amtierenden irischen Regierungschefs Bertie Ahern. An dieser Stelle zu mutmassen, Papa hätte sich persönlich für eine idealisierte Darstellung seines Landes stark gemacht, wäre aber bestimmt ausgesprochen gemein.
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4.2 Sterne (84 Bewertungen) | 14 Kommentare



