Outlaw (2007)

Outlaw (2007)

Oder: Eigeninitiative extrem

Outlaw

Unter die Räder gekommen

Gene (Danny Dyer) hat seine Hochzeit geplant und wird zusammen mit seiner künftigen Braut auf offener Strasse in ein Scharmützel mit Schlägern verwickelt. Die Autoverfolgung endet im Hinterhof und Gene wird knallhart zusammengeschlagen.

Anwalt Monroe (Lennie James) hat einen komplexen Fall vor sich.und will einen Verbrecher hinter Gitter bringen. Als er sich vor der Verhandlung von seinem Fahrer (und Cop) Walter (Bob Hoskins) verabschiedet und noch kurz die Toilette aufsucht, wird er von einem finster aussehenden Mann bedroht. Sollte Monroe den Fall nicht abblasen, werde seiner schwangeren Frau Übles passieren. Da der Mann nicht hören will, tauchen bei ihm bald Maskierte auf, die knallhart vorgehen.

Outlaw

Grübel Grübel und Studier

Danny Bryant (Sean Bean) ist Soldat und kehrt gerade vom Kriegseinsatz zurück. Als er in seinem Haus die Ehefrau in den Armen eines anderen Mannes vorfindet, verliert er auch den letzten Glauben an die Gesellschaft und das Gesetzt. Er weiss nicht, was er nun tun soll und wird von einem Hotelangestellten auf eine Idee gebracht.

Unter seiner Leitung sollen sich die Opfer der Gesellschaft formieren. Sie haben genug davon, dass die Schläger und Proleten tun und lassen können, was sie wollen, ohne das die Polizei eingreifen will und kann. Sie organisieren sich und nehmen Rache an ihren Peinigern. Und noch vielen anderen auch... Doch für den Einen, den Wichtigsten, müssen sie eine wichtige Grenze überschreiten.


DVD-Rating

Regisseur Nick Love hatte mit The Football Factory 2004 bereits einen tollen und interessanten Film über Gewalt vorgelegt. Damals ging es um die Krawalle in den Fussballstadien. In Outlaw gehts um ein ähnliches Thema. Nur spielen sich die wüsten Szenen nicht in Stadien (oder davor) ab, sondern auf offener Strasse.

Danny Dyer hat sich mit Filmen wie Mean Machine oder Severance zu einem bekannten Gesicht des englischen Kinos hochgearbeitet. Der junge Mann, der auch schon eine sehenswerte Dokumentation über Fussball-Hooligans fürs Fernsehen gedreht hat (Football Hooligans International), arbeitet nun in Outlaw bereits zum wiederholten Mal mit dem Regisseur zusammen. Doch dieses Mal steht nicht er im Mittelpunkt, sondern ein anderer. Sean Bean.

Der Mann aus Sheffield gibt in Outlaw den orientierungslosen Soldaten, der keine Zukunft mehr hat und sich irgendwie beschäftigen muss. Sean Bean verkörpert diesen Charakter ohne Träume sehr realistisch und knallhart. Man bekommt das Gefühlt, dass wenn alle anderen labilen Charaktere der Gruppe brechen, dann steht der Soldat als Letzter noch im Gefecht und das ohne die Mine zu verziehen. Stark.

In einer kleineren Rolle bekommen wir auch Altmeister Bob Hoskins zu sehen. Der Kerl schnappt sich auch in dämlichen Filmen (Son of the Mask) die besten Rollen und erinnert nur noch schemenhaft an den versoffenen Detektiven aus Who Framed Roger Rabbit.

Fazit: Outlaw ist ein eher dunkel gehaltener Film mit einer sehr interessanten Geschichte. Zwar wird das Ganze ohne grosse Action angerührt und der Fokus zielt klar auf die Innenleben der einzelnen Gangmitglieder, aber trotzdem schafft es Outlaw die Spannung angenehm hoch zu halten. Für Freunde des guten, englischen Kinos dürfte hier ein kleiner Geheimtip vorliegen.

Die Extras auf der DVD sind recht informativ und interessant. Das Making-Of dauert eine knappe halbe Stunde und lässt die Macher des Filmes zu Wort kommen. Ebenfalls kriegen wir erzählt, was es denn genau mit dieser Produktion für Schwierigkeiten zu bewältigen gab. Direkt daran anschliessen kann eine kleine Reportage über die Leute, die eine Chance hatten, in diesem Film aufzutauchen, weil sie sich finanziell an der Produktion beteiligten. Die Video-Tagebücher sind nett und witzig und die zusätzlichen Szenen dauern in etwa zehn Minuten. Dazu sind noch zwei Schiessereien auseinandergenommen worden und werden uns im Detail erklärt.

Das Bild von Outlaw ist dunkel gehalten und ohne grosse Farbeinflüsse. Das braucht eine Eingewöhnungszeit, passt dann aber gut zum Film und seinem Stil. Beim Ton allerdings gibt es Abstriche. Da leider die Untertitel fehlen, darf man den Versuch starten, diesen Film im Original zu sehen. Das Englisch darin ist allerdings eher schwierig, weil halt "britisch" und mit Akzenten. Die deutsche Synchro dagegen schafft es zu keiner Zeit, eine Intensität oder Spannung zu erzeugen. Da wird einfach relativ emotionslos gebabbelt.

3.9 Sterne 3.4 Sterne
3.9 Sterne (11 Bewertungen) | 1 Kommentar

3.53.5
11.01.2009 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 12.01.2009

  • Bildformat: 2.35:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Keine
  • Extras: Making-Of; Das Foto und der Krawall; Die Schläger; Video-Tagebuch; Fotogalerie; Trailer; Geschnittene Szenen