Om Shanti Om (2007)

Om Shanti Om (2007)

Oder: Die Bombaybombe

Om Shanti Om

Hang on, Sari!

Om (Shahrukh Khan) möchte gerne Kinostar werden, verdient sich seine Brötchen aber noch als Statist (ein so genannter Junior Artist) auf Filmsets. So kann er zumindest seinem grossen Schwarm Shanti Priya (Deepika Padukone) nahe sein. Als er die wunderschöne Schauspielerin vor leichteren Verbrennungen rettet - hervorgerufen durch unsachgemässen Feuergebrauch am Set - werden die beiden Freunde. Doch eine Romanze hat keine Chance, denn der skrupellose Produzent Mukesh (Arjun Rampal) hält sich Shanti als Geliebte und will sie beseitigen. In einem still gelegten Filmset soll Shanti verbrennen. Om stirbt beim Versuch seine Freundin zu retten, wird aber wiedergeboren und ist dreissig Jahre später Om Kapoor, der grösste Star Bollywoods. Ausgerechnet mit ihm will nun Mukesh einen weiteren Film drehen. Als Nebendarstellerin wird Sandhya engagiert, welche der toten Shanti Priya aufs Haar gleicht.


Kinofilm-Rating

Das ist er nun also: Der grösste Bollywoodfilm aller Zeiten. Mit 2000 Kopien startete das Sharukh Khan-Vehikel Om Shanti Om gleichzeitig in allen wichtigem Weltmärkten - auch in Zürich. Und es wäre kein richtiges Masala-Movie, wenn es nicht alle wichtigen Zutaten hätte: Liebe, Songs, Reinkarnation und King Khan ohne Oberbekleidung. Eigentlich sind es sogar zwei Filme aufs Mal. Vor der Pause eine Blödelei des Hauptdarstellers im Seventies-Stil. Danach eine Geisterstory auf den Spuren vom Phantom der Oper. Und ungefähr in der Mitte eine Partyszene bei den Filmfare Awards (dem indischen Pendant zu den Oscars) mit einem unglaublichen Staraufgebot. 31 Cameos in einem einzigen Song. Sowas gibt es bei uns nur in Image-Trailern von Fernsehstationen anlässlich der Fussball-EM im eigenen Land. Da aber auch nur mit den gerade aktuellen Gesichtern des Senders und nicht allen Legenden von gestern bis jetzt. Die ehemalige Choreographin Farah Khan (Main Hoon Na) und ihr Co-Produzent Sharukh bringen alles vor die Linse, was in der indischen Filmszene Rang und Namen hat(te).

Es ist deshalb gut, wenn man etwas Ahnung von Bollywood hat, um Om Shanti Om vollends geniessen zu können. Neben dem atemberaubenden Namedropping während des Lieds "Deewangi Deewangi" hilft es auch bei der Hommage an die 70er vor der Intermission. Wenn aber sogar der ultrafachmännische Kollege von Molodezhnaja angesichts der Unmenge von Filmzitaten und Referenzen an die Bollywoodkultur kapitulieren muss, was soll ein in Sachen Indienfilme doch etwas Unbedarfterer wie ich noch darüber schreiben? Vieles geht an einem vorbei, wenn man sich in der indischen Filmgeschichte nicht so gut auskennt. Dafür kann man sich am Ovomaltine-Plakat erfreuen, das gleich neben dem Kinoposter hängt, das Sharukh alias Om im Film anhimmelt. Oder ganz einfach an der Schauspieldebütantin Deepika Padukone. Hier wurde ein Star geboren. Oder dem wunderbaren Retrolook. Oder wie es auch die Inder mittlerweile per Computer schaffen, heutige Akteure in die Klassiker von damals zu integrieren. You get what you pay for also, und wer Bollywood nicht mag, wir wohl für sowas auch nicht ins Portemonnaie langen.

5.1 Sterne
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19.07.2008 / rm