Odette Toulemonde (2007)

Odette Toulemonde (2007)

Oder: Glück ist dort wo man es findet

Odette Toulemonde

Ach so stirbt Harry Potter....

Odette (Catherine Frot) hätte eigentlich keinen Grund zum glücklich sein. Sie arbeitet in einem Kaufhaus in der Kosmetikabteilung, obwohl sie selber sich nicht schminkt. Ihr Ehemann ist in ihren Armen gestorben. Ihre Kinder sind eine arbeitslose Tochter mit einem schmarotzenden Freund und ein schwuler Sohn, der seine Liebhaber öfters wechselt, als andere ihre Socken. Dennoch ist sie die Freude in Person, denn sie kann sich jeden Abend in ein Buch vom erfolgreichen Autor Balthazar Balsan (Albert Dupontel) vertiefen, dem sie schon lange ihr Herz geschenkt hat.

Balthazar Balsan hingegen ist die Traurigkeit in Person. Obwohl er schon unzählige Bücher verkauft hat, wird er von den Kritikern zerrissen, und seine Ehe ist schon lange nicht mehr das, was sie einmal gewesen ist. Als er noch herausfindet, dass seine Frau ihn mit seinem schlimmsten Kritiker betrügt, treibt ihn das zu Selbstmordversuch. Später, im Spital, findet er einen Brief wieder, den er während einer Buchsignatur von einer ungewöhnlichen Frau erhalten hat und ist zu Tränen gerührt.

Blind vom Wunsch, endlich einmal geliebt zu werden, sucht er diese Odette auf und schlüpft bei ihr unter. Der Beginn einer ungewöhnlichen Liebesromance...


Kinofilm-Rating

Odette Toulemonde ist ein Erstlingswerk und entstand unter der Regie des Buchautors Eric-Emmanuel Schmitt. Die Geschichte von Odette Toulemonde gründet auf einem eher unglücklichen Zusammentreffen. Bei einer Buchsignatur sprach eine schrecklich angezogene Frau Eric-Emmanuel Schmitt an und versuchte, ihm etwas zu sagen. Dies gelang ihr zwar, doch für den Autor war sie nur jemand, der schrecklich angezogen war und keinen Satz verständlich auf die Reihe brachte. Schliesslich liess sie einen Brief zurück und ging glücklich davon. Schmitt beachtete den Brief vorerst gar nicht, doch dann las er ihn später und damit wurden ihm die Augen geöffnet. Noch nie hatte er etwas so Schönes gelesen, und er schämte sich für die Vorurteile, die er gehabt hatte und dass er die Frau nicht als das erkannte, was sie wirklich war. Also setzte er sich hin und schrieb die Geschichte von Odette Toulemonde, einer Frau die glücklich ist, obwohl sie eigentlich nicht glücklich sein sollte.

Wer Adam's Apples gesehen hat, wird vielleicht einige Ähnlichkeiten erkennen, denn auch dort waren die Charakterzusammenstellungen ähnlich bizarr und amüsant wie bei Odette Toulemonde. Arbeitslose Tocher, schwuler Sohn, nichtsnutziger Freund und falscher Job, dennoch betrübt dies Odette nicht, sie will immer Gutes für andere tun. Eric-Emmanuel Schmitt hat es sehr gut geschafft, diese Verträumtheit einzufangen und kombiniert geschickt Sing-Szenen aus den 70er Jahren mit heutiger Filmkultur. Dies macht aus Odette Toulemonde einen verträumten Film, der sehr gut mit den einzelnen Figuren unterhalten kann.

Dennoch, so ungewohnt wie auch passend die klassischen "I'm singing in the rain"-Szenen auch sind, insgesamt bleibt Odette Toulemonde eine Lovestory, die während der ganzen linearen Handlung weder überrascht noch etwas Neues bietet. Wer gerne Filme dieser Art von hat, wird sicher mit einem Lächeln das Kino verlassen, denn man erhält genau das, was man von einer französischen Lovestory erwartet, nicht mehr und nicht weniger.

3.8 Sterne
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04.10.2007 / db