Norbit (2007)

Norbit (2007)

Oder: Dick und Doof in Schwarz

Norbit

Körbchengrösse H

Als Findelkind, das aus einem fahrenden Auto geschmissen wird, landet Norbit (Eddie Murphy) im Waisenhaus von Mr. Wong (Eddie Murphy) und trifft dort auf das Mädchen seiner Träume, Kate (Thandie Newton). Die wunderbare Zeit des "verschätzlet Sein" endet für die beiden jedoch abrupt, als Kate wegadoptiert wird. Die einzige Freundin, die Norbit nun noch bleibt, ist die dicke Rasputia (Eddie Murphy).

Jahre später sind Rasputia und Norbit immer noch ein Paar. Als sie heiraten, wird Norbit in der Folge während der Erfüllung der ehelichen Pflichten von ihr platt gemacht und schuftet tagsüber in der Baufirma von Rasputias Brüdern. Aber hey, Norbit hat endlich eine Familie, wie er sie nie hatte. Umso traumatischer ist es für ihn, zu erfahren, dass Rasputia fremd geht.

Norbit

Körbchengrösse A

Das geschieht genau dann, als Kate wieder in der Stadt auftaucht. Sie hat sich mittlerweile zum Magerbabe mit dem Herz am rechten Fleck entwickelt und will das Waisenhaus, in dem sie einst gewohnt hat, aufkaufen und weiterführen. Dumm nur für Norbit, dass sie bereits verlobt ist, mit einem vordergründig netten Kerl (Cuba Gooding Jr.), der jedoch Dreck am Stecken hat. Zusammen mit Rasputias Brüdern will er hinter Kates Rücken das Waisenhaus zum Strip Club umfunktionieren.


Kinofilm-Rating

Kaum kam Eddie Murphy dem Oscar mit seiner Rolle in Dreamgirls so nah wie nie, versaut er sich die frisch zurück eroberte Reputation mit einer weiteren Komödie, in der er alle wichtigen Rollen selber übernimmt. Wie er auf die Idee kam, ein Doppel aus "Steve Urkel" und einer "Big Momma" könnte den ultimativen Angriff auf die Lachmuskeln bilden, muss er in einer ruhigen Minute mit sich selber ausmachen. Vielleicht hätte er ohne Norbit das begehrte Goldmännchen sogar gewonnen.

Item. Der Film ist unausgegorener Quatsch, der nicht genau weiss, ob er nun auf süssliche Romantik oder stinkende Furzwitze setzen soll. Das einzige Herausragende ist der Fatsuit von Rasputia. Das solch ein Kostüm mittlerweile auch in einem Bikini wirklichkeitsgetreu modeliert werden kann, ist schon sehr bemerkenswert. Nur hat das beim Nutty Professor, den Murphy hier gleich selber parodiert, auch schon recht gut geklappt. Ein sprechendes Tier, wie in Dr. Doolittle, muss diesmal auch wieder sein. Wenn man die Tricks schon einmal beherrscht, warum sie nicht bis zum geht nicht mehr wiederholen?

Dabei ist Murphy nicht einmal die schlimmste Figur im Film. Mit ihm kann man sich wenigsten das Werweissen erlauben, ob er nun auch bei der nächsten auftauchenden Figur hinter der Maske steckt. (Ich hätte schwören können, dass auch der Tanzlehrer niemand anderes als Murphy gewesen ist.) Die unrühmliche Ehre der Nervtöter par Excellence gebührt zwei Pimps (Eddie Griffin und noch ein weiterer Globi), die auch noch den den letzten Pluspunkt - eine gewissen Kinderfreundlichkeit, die man den Film vielleicht zugetraut hätte - mit ihrer derben Sprache zunichte machen.

Der unmotivierte Einsatz der beiden Clowns (immer angezogen wie Chicago Gangster aus den 30ern an der Fasnacht) ist ein weiteres Puzzlestück eines miserablen Plots, der mit seiner "die Bösen machen Fieses hinter dem Rücken der Guten"-Story einfach viel zu ausgelaugt ist, und nur als Vorwand für eine Maskenparade Murphys herhalten darf. Diese sind teilweise recht gut, dahinter verstecken sich aber leider nur ein paar der unlustigsten Charaktere seit langem. Fazit: Haut den Norbit in den Orbit!

2.2 Sterne
2.2 Sterne (34 Bewertungen) | 3 Kommentare

22
08.03.2007 / rm