No Country for Old Men (2007)

Ein ertragreicher Tag.

Llewelyn Moss (Josh Brolin) ist ein gemütlicher Siech. Im tiefsten Texas liegt er Tags auf der Lauer, um irgendwelche Steppentiere mit dem Zielfernrohr zu erlegen. Eines Tages entdeckt er in einer Tiefebene ein paar Trucks herumstehen, und bemerkt bald, dass da nicht nur ein paar Wagen sondern auch ein Haufen Mexikanerleichen in der Sonne schmoren. Und bald entdeckt er auch den Grund: Einer der Trucks ist mit Heroin beladen, und in einem anderen findet er einen Koffer vollgestopft mit Geld. Über zwei Millionen Dollar. Irgend etwas ist da wohl mit dem Warenaustausch schief gelaufen. Moss überlegt nicht lange, schnappt sich den Koffer und fährt nach Hause zurück in seinen Trailer.


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Film-Informationen

Französischer Titel: Non, ce pays n'est pas pour le vieil homme

Drehort: USA 2007
Genres: Crime, Drama, Thriller
Laufzeit: 122 Minuten

Kinostart: 28.02.2008
Verleih: Universal Pictures Schweiz

Regie: Ethan Coen, Joel Coen
Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen, Cormac McCarthy (Buch)
Musik: Carter Burwell

Darsteller: Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald, Garret Dillahunt, Tess Harper, Barry Corbin, Stephen Root, Rodger Boyce, Beth Grant, Ana Reeder, Kit Gwin, Zach Hopkins, Chip Love, Eduardo Antonio Garcia, Gene Jones, Myk Watford, Boots Southerland, Kathy Lamkin

» The Internet Movie database (IMDb)


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99 Kommentare

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Zitat jon (2008-11-21 20:06:01)

Carla Jean stirbt für mich ganz ohne Frage, denn hier ist es Chigurhs "Pflicht", sie zu töten. Da gibt es kein wenn und aber.

Hast recht. Im Buch stehts unmissverständlich. Allerdings bekommen wird da auch eine ausgedehnte Erklärung mit, die damit endet, dass sich Carla Jean mehr oder weniger mit ihrem Schicksal abfindet, Ausserdem weigert sie sich nicht, die Münze anzusagen. Sie sagt dafür das Falsche.

Zitat El Chupanebrey

Was genau ist die Bedeutung der Szene, in welcher Chigurh versucht, den Raben abzuschiessen?

Lustig, ich hatte irgendwie das Gefühl, dass die Szene eine Erfindung der Coens war, doch die Szene kommt auch im Buch vor. Ich bleibe bei meiner/imdb-Interpretation. Aber vielleicht könnt ihr ja noch was daraus rausholen:

Zitat No Country for Old Men, Seite 98f.

The headlights picked up some kind of large bird sitting on the aluminium bridgerail up ahead and Chigurh pushed the button to let the window down. Cool air coming in off the lake. he took the pistol from beside the box and cocked and leveled it out the window, resting the barrel on the rearview mirror. The pistol had been fitted with a silencer sweated onto the end of the barrel. The silencer was made out of brass mapp-gas burners fitted into a hairspray can and the whole thing stuffed with fiberglass roofing insulation and painted flat black. He fired just as the bird crouched and spread its wings.
It flared wildly in the lights, very white, turning and lifting away into the darkness. The shot had hit the rail and caromed off into the night and the rail hummed dully in the slipstream and ceased. Chigurh laid the pistol in the seat and put the window back up again.


@El Chupanebrey: Nur weil ich nichts mit dem Film anfangen kann musst du nicht denken du könntest mich in die Krachbumm-Action-Kind Sparte drücken. ;)

Nur weil ich mich an Transformers 2 nicht sattsehen kann heisst das noch lange nicht, dass ich Filme nur oberflächlich anschaue oder das ich als "Mainstream-Hollywood" Zuschauer sowieso nichts kapieren würde... Zu meinen absoluten Lieblingsfilmen gehören Filme wie Gran Torino, Scarface, Die Pate-Trilogie, A History of Violence, Donnie Brasco aber halt auch Filme wie Transformers 2, Dark Knight, Equilibrium, Matrix-Trilogie und viele andere Filme speziell aus der Action- und Scifi-Sparte.

Wenn ich als Beispiel mal Gran Torino mit No Country for Old Men vergleiche fällt mir vor allem eins auf: Ich habe nicht ca. 6x auf die Uhr geschaut um zu schauen wie lang das hier noch dauern würde. Gleiches für A History of Violence oder natürlich Scarface... Mag sein, dass ich die Story von No Country for Old Men etwas zu stark banalisiere, trotzdem kann ich in keinster Weise nachvollziehen wieso man den Film so glorifizieren sollte wie es hier einige tun.

Vor allem den Oscar für die beste Nebenrolle ist für mich halt einfach in keinster Weise ersichtlich. Ja, ich nehme ihm den Psycho ab aber das hat eher mit seinem Aussehen und seiner Frisur zu tun, nicht mit einer schauspielerischen Glanzleistung. Zudem: Wo kommt hier diese gnadenlose Spannung auf? Jedenfalls nicht bei diesem Schnitt wo man den Haupt-Protagonisten in einer Szene bei diesem Pool sieht und in der nächsten tot am Boden liegt... Ich dachte da nur: "Ja toll und das wars jetzt oder wie?" In diesem Film wird zu keinem Zeitpunkt auch nur annährend soviel Spannung aufgebaut wie bei Gran Torino, Scarface oder A History of Violence.

Aber ich hab eins gelernt: Versuche nicht mit Leuten die von einem Film, einem Buch oder sonst irgendwas so dermassen überzeugt sind zu diskutieren und deshalb lass ichs lieber sein hehe. Ich für meinen Teil bleibe dabei, dass ich absolut enttäuscht bin von diesem sogenannten "Meisterwerk".

[Editiert von unicron am 2009-08-03 23:32:34]

Zitat Dirty Harry (2009-08-02 23:41:56)

So entsteht ein grosser Film, den man auch noch in 50 Jahren geniessen kann. Zugegeben, mit dem Preis, dass der eine oder andere Mainstreamkonsument auf der Strecke bleibt. Mir tuts nicht Leid. 8) ;)

Grosses, fettes Ausrufezeichen dahinter. :)

@unicron
Gut, dass Johnny Depp langsam reif für den Oscar ist, darüber sind wir uns wohl einig. Aber das macht die Leistung von Javier Bardem ja nicht unbedingt schlechter, oder?

Zum Film: Ich kann schon verstehen, warum dich der Film nicht umgehauen hat. Also gewissermassen.

Genau das, was du am Film kritisierst (zumindest was ich dabei herauslese), ist aber genau seine Stärke!

Du sagst, die Spannung war für dich nicht da, die Schauspieler waren nicht so gut und den Humor hast du offenbar gar nicht ernst bemerkt. Das stimmt vielleicht, wenn man mit der Oberflächenreizen-verwöhnten Erwartung eines Hollywood-Konsumenten an den Film herangeht. Jawohl, Spannung im Sinne von schnellen Schnitten und viel Krachwumm, gute Schauspieler im Sinne von möglichst auffälligem Gebaren (du hast Johnny Depp angesprochen) und Humor im Sinne von im Sekundentakt aneinandergereihtem Slapstick wirst du hier nicht finden!

"No Country for Old Men" glänzt gerade dadurch, dass diese drei Dinge in hervorragender Weise enthalten und kombiniert worden sind... aber eben ziemlich subtil. Seine enorme Spannung, seine fantastischen Schauspieler und sein cleverer Humor sind eben nicht aufdringlich, nicht oberflächlich, sondern tiefgreifend in der Story verwurzelt und darum auch intensiver und echter.

So entsteht ein grosser Film, den man auch noch in 50 Jahren geniessen kann. Zugegeben, mit dem Preis, dass der eine oder andere Mainstreamkonsument auf der Strecke bleibt. Mir tuts nicht Leid. 8) ;)

Oje...

Zitat unicron (2009-08-02 22:02:36)

Bester Film?
Kann mir jemand erklären wieso? Ich jedenfalls verstehe es nicht.

1. Die Coens haben aus einem schwierig umzusetzenden Buch einen spannenden und durchaus filmischen Thriller gemacht.
2. Der Film wird dem Buch mehr als gerecht und überträgt dessen vielschichtigen Inhalt würdig auf die Leinwand.
3. Der Film ist, auch wenns auf den ersten Blick anders aussieht, verdammt anspruchsvoll.

Der Film ist okey, mehr aber auch nicht. Die Story? Ein Mann findet ein paar Leichen in der Wüste und nimmt die 2mio Dollar mit, ein durchgeknallter, sich durch die Einöde mordender Psycho jagt ihn. Ein Sheriff versucht ihn zu finden um ihm zu helfen, schafft es nicht, der Typ stirbt. Der Psycho geht zum Haus der Witwe, ob er sie tötet oder nicht weiss man nicht, danach hat er einen Autounfall und läuft davon. Ende. Wieso ist dieser Film der beste Film des Jahres?

Die Story ist übernommen, das weisst du hoffentlich. Und so wie du dich ausdrückst, kann man auch Filmperlen wie Citizen Kane oder Once Upon a Time in the West als völlig überbewertet darstellen.
Citizen Kane? Ein alter, reicher Mann stirbt, ein anderer Mann will herausfinden, was es mit den letzten Worten des Magnaten ("Rosebud...") auf sich hat. Dazu befragt er mehrere Leute, die erzählen, was der Tote sein Leben lang denn so gemacht hat und am Ende stellt sich heraus, dass

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Rosebud sein Schlitten war, aber niemand findet es raus.

Ende. Meilenstein der Filmgeschichte?
Once Upon a Time in the West? Eine Familie wird umgelegt und die Witwe des Familienoberhaupts wird von drei mysteriösen Männern einzeln besucht. Die drei Männer haben untereinander etwas auszudiskutieren. Es gibt Schiessereien und es sterben ein paar Leute. Ende. Ein Meisterstück bezüglich Storyaufbau und Spannung?
JA!!!
Denn du banalisierst eine Story und lässt das Entscheidende ausser Acht: den Inhalt! Die Dialoge! Den Spannungsbogen. Diesbezüglich ist No Country for Old Men ein Meisterwerk. Wenn Sheriff Bell in seinem Südstaatendialekt die alten Zeiten besingt (Gut, womöglich hast du den Film auch auf Deutsch gesehen...) oder sich an einen Traum erinnert, oder wenn Chigurh Moss sagt, er könne nicht fliehen - das sind alles Momente, die entweder vor Spannung oder vor Eindringlichkeit geladen zu sein scheinen. Aber das scheint irgendwie an dir vorbeigegangen zu sein...

Schauspieler?
Tommy Lee Jones spielte den Sheriff ok, halt ähnlich wie soviele seiner Rollen, herausragend find ich hier nix.

Wer ausser Tommy Lee Jones könnte den müden Polizisten, der sich selbst als Auslaufmodell betrachtet, besser spielen? Seine Szenen wirken echt und authentisch. Hättest du es lieber, wenn er durch die Gegend ziehen und Leute, die in seinen Augen Falsches tun, umlegen würde - um der Action Willen? Wäre das für dich eine gute Schauspielleistung?

Der Psycho? Jo okey, er kommt richtig gut rüber, authentisch irgendwie und man kauft ihm wirklich ab, dass er nicht ganz richtig im Kopf ist.

Was willst du denn noch?!

Aber dafür einen Oscar? Geniale Schauspieler wie Johnny Depp zB haben immer noch keinen Oscar bekommen aber der Typ kriegt einen für diese Leistung? Ich versteh echt gar nichts mehr.

Es bekommen nicht immer die besten Schauspieler Oscars. Aber wenn einer aus seiner Rolle das Maximum rausholt - wie Javier Bardem hier - dann verdient er den Oscar!

[Editiert von El Chupanebrey am 2009-08-02 23:09:32]