Ne touchez pas la Hache (2007)
Die Herzogin von Langeais
Ne touchez pas la Hache (2007) Die Herzogin von Langeais
Oder: Ach, die Liebe...
General Armand de Montriveau (Guillaume Dépardieu) lernt auf einem Fest in der noblen Pariser Gesellschaft des 18. Jahrhunderts die Duchesse Antoinette de Langeais (Jeanne Balibar) kennen und verliebt sich sogleich unsterblich in sie. Sie hingegen geniesst es, umworben zu werden und spielt mit ihm ein Spiel, indem sie sich ihm immer wieder verweigert.
Der völlig niedergeschlagene Armand fühlt sich dadurch erniedrigt und plant seine Rache an der unberechenbaren Geliebten. Währenddessen wird sich diese ihrer Gefühle aber bewusst und versucht, Armand zurückzugewinnen. Doch dieser bleibt hart und ignoriert sie konsequent. Zu Tode betrübt verschwindet Antoinette aus Paris und geht in ein Kloster. In Armand beginnen sich nun aber doch wieder Gefühle zu regen, und er macht sich auf die Suche nach der geflohenen Antoinette. Verzweifelt durchforstet er alle Klöster Europas, in der Hoffnung, sie wiederzufinden. Fündig wird er allerdings erst nach fünf Jahren...
Kinofilm-Rating
Let's get straight to the point: Ne touchez pas la Hache ist stinklangweilig. Satte 137 Minuten lang quält uns Jacques Rivette mit einer sehr dialoglastigen, handlungsarmen Geschichte, die, vereinfacht gesagt, folgendermassen abläuft: Zuerst rennt ein Mann einer Frau hinterher, danach die Frau dem Mann und zu guter Letzt wieder der Mann der Frau.
Der Film, der auf einer Novelle von Honoré de Balzac beruht, hat dessen Sätze teilweise wortwörtlich übernommen, was den Zugang zusätzlich erschwert. Denn merke: geschriebenes Wort gleich nicht gesprochenes Wort. Zudem muss der Zuschauer auch noch Lesearbeit leisten: wie in guten alten Stummfilmzeiten werden immer wieder erklärende Zwischentitel eingeschaltet. Gemäss Regisseur Rivette sollte Balzac in möglichst reiner Form wiedergegeben werden. Ob die wörtliche Transkribierung der Novelle wirklich die einzig mögliche Lösung hierzu bietet, dahinter sei ein Fragezeichen gesetzt. Eine etwas freiere Adaption hätte möglicherweise eine weniger einschläfernde Wirkung gehabt. Zugegebenermassen ist das bei dieser Geschichte nicht sehr einfach.
Balzac in einen zeitgemässen, spannenden Film umzusetzen, ist ein schwieriges Unterfangen. Im vorliegenden Fall ist dieses jedenfalls gescheitert. Der Kulturfreund, der diese Schlussfolgerung als unwürdiges Urteil eines unqualifizierten Banausen scheltet, soll davor erst mal in sich gehen und sich ganz ehrlich fragen, ob er gedanklich während der eben überstandenen 137 Minuten wirklich jede Sekunde bei der Sache war. Kino jedenfalls besitzt unzählige Möglichkeiten, eine packende Geschichte zu erzählen. Gleichzeitig darf dabei gerne auch ein gewisses Mass an Denkarbeit seitens des Zuschauers gefordert werden. Doch eine 1:1-Adaption einer ohnehin nicht gerade vor Spannung triefenden Vorlage ist für beide Seiten verschwendete Zeit.
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2.0 Sterne (3 Bewertungen) | 2 Kommentare


