My Blueberry Nights (2007)
My Blueberry Nights (2007)
Oder: Wong Kar Westlich
Nach der harten Trennung der dreijährigen Beziehnung zu ihrem Freund findet sich Elisabeth (Norah Jones) verzweifelt in den Gassen New Yorks wieder. Voller Wut stürmt sie in das nächstbeste Café, knallt ihren Schlüssel auf den Tresen und teilt dem Barkeeper Jeremy (Jude Law) mit, dass er demjenigen, der ihn abholt, bitte doch alles Wüste sagen soll. Doch dieser kommt nicht, und Elisabeths spätnächtliche Besuche häufen sich, in denen sie sinnlich die letzte Heidelbeertorte verzehrt und sich in melancholischer Zweisamkeit mit Jeremy unterhält.
Eines Tages entschliesst sie sich, ihrem traurigen Herz wieder Mut zu geben, und verlässt New York abrupt, um eine Reise durch die USA anzutreten. Auf ihrem Trip, bei dem sie auf mehreren Stationen Halt macht, um als Kellnerin zu jobben, trifft sie auf vielerlei Gestalten, die es durchaus mit ihrer Bedauernswertigkeit aufnehmen können.
Da wäre zum einen der dem Alkohol verfallene Cop Arnie (David Strathairn) und dessen ihm entfremdete Ehefrau Sue Lynne (Rachel Weisz). Später trifft Elisabeth auf die Glücksspielerin Leslie (Natalie Portmann), mit der sie eine Weile durch die Gegend zieht. Doch je besser sie diese Personen kennenlernt, desto weniger scheinen sie ihre eigenen Probleme zu beschäftigen. Und dann ist da ja noch Jeremy, der fieberhaft versucht, sein verlorenes Soulmate wiederzufinden...
Kinofilm-Rating
My Blueberry Nights ist dieses Jahr Eröffungsfilm des Filmfestivals in Cannes, und beinhaltet gleich zwei Debuts: Regisseur Kar Wai Wongs ersten englischsprachigen Film, und Jazz-Star Norah Jones in ihrer Erstlingsrolle auf der grossen Leinwand.
Der Film, ein typisches B-Movie, ist in drei Kapitel aufgeteilt: Elisabeth mit Jeremy, Elisabeth als Lizzie mit Arnie, und Elisabeth als Beth mit Leslie. Diese Episoden wirken ziemlich isoliert und nur marginal zusammenhängend. Der erste Teil ist mit ruckelnden Bildern recht stilvoll umgesetzt, und lässt dennoch bald einen Drang nach einem Szenenwechsel aufkommen, welcher auch rechtzeitig kommt. Diesen schafft der viel zu lange zweite Teil leider nicht, die Nebencharaktere sind wenig interessant, oder vielleicht auch zu schlecht erklärt. Natalie Portmans Auftritt im letzten Teil bringt den Film sofort auf ein neues Niveau, und auch die Geschichte nimmt endlich konkrete Formen an, obwohl die Ereignisse verhältnismässig offensichtlich sind.
Auf die brennende Frage, ob Norah Jones denn auch schauspielern kann, gibt es eigentlich nur eine Antwort: Ja. Der Freund des Multitalents ist neben Mikrofon und Piano auch die Kamera, und sie ist sehr fotogen, was Wong auch ausnützt und dem Zuschauer viele Closeups und Supercloseups präsentiert. Das gibt schöne Bilder, welche auch die Hauptstärke des Films sind. Und wer gut aufpasst, der kann auch das Déjà-Vu am Ende des Films voraussehen.
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4.1 Sterne (49 Bewertungen) | 6 Kommentare



