Mr. Brooks (2007)
Mr. Brooks - Der Mörder in Dir
Mr. Brooks (2007) Mr. Brooks - Der Mörder in Dir
Oder: Die Stimme in mir!
Mr. Brooks (Kevin Costner) ist soeben zum "Mann des Jahres" gewählt worden. Seine Frau liebt ihn, seine Tochter studiert und das Geschäft läuft super. Eigentlich eine perfekte Welt, wenn da nicht diese Abhängigkeit wäre, die den Mann mit Brille schon in früheren Jahren aus dem Haus gezwungen hat. Er dachte, er hätte sie im Griff, doch heute Abend bricht die Lust durch. Die Lust, jemanden zu töten. Denn Mr. Brooks ist der "Thumbprint Killer".
Angetrieben von seinem Alter Ego (William Hurt) macht sich Mr. Brooks auf, ein Pärchen zu erledigen. Dumm nur, dass ausgerechnet heute Abend ein Zeuge (Dane Cook) auftaucht, Fotos schiesst und sich bald darauf bei Mr. Brooks im Büro meldet. Doch der junge Mann will nicht etwa Geld als Gegenleistung für seine Verschwiegenheit. Nein, er will dabei sein, wenn Mr. Brooks den nächsten Mord plant und durchführt.
Diese Tatsache bringt Mr. Brooks in eine Zwickmühle. Denn dieser eine Rückfall ins Mordbusiness war eine Ausnahme. Er ist schon seit zwei Jahren clean und ist sehr daran interessiert, seine "Sucht" definitiv zu besiegen. Aber mit einem Druck machenden Jüngling, der sich von nun an "Mr. Smith" nennt, an seiner Seite, ist das schwierig. Dazu kommt noch, dass die Polizistin Tracy Atwood (Demi Moore), die bereits früher die Untersuchungen im "Thumbprint Killer"-Fall geleitet hatte, erneut aufmerksam geworden ist und ausgerechnet "Mr. Smith" als Verdächtigen nicht mehr ausschliesst.
DVD-Rating
Kevin Costner spielte in seiner Karriere nur wenige "Bösewichte", und wenn, dann hatten sie immer ihre sympathischen Seiten (A Perfect World als Beispiel). Mr. Brooks nun zeigt den smarten Kalifornier als Killer, der von inneren Zwängen und Stimulation bei seinen Taten, immer wieder gedrängt wird, sich ein neue Opfer zu suchen. Diesen wahnsinnigen, aber in seinen Taten stets kontrollierten Antrieb verspürt er von seinem Altersego, gespielt von William Hurt, der Mr. Brooks fast stetig begleitet wie der kleine Mann im Ohr (diese Idee ist allerdings nicht neu). Selbst wenn er sich vehemment vornimmt vom Morden zu lassen, ist der Zwang, der ihn immer wieder zu weiteren Taten verführt, einfach zu stark.
Mr. Brooks kratzt am Gewissen des Zuschauers. Der scheinbar gut betuchte und freundliche Familienvater wird von einem Voyeuristen, der sich Mr. Smith nennt, erpresst um ihn mit auf eine seiner Tötungstouren zu nehmen. Hier fühlt man sich mit Brooks verbunden, wer wird schon gerne von arroganten Dummköpfen an der Nase herum geführt? Ist Earl Brooks also ein Antiheld? Jein. Dazu ist sein Drang Paare beim "Kopulieren" umzubringen und sie nachher auf kunstvolle Weise wieder zu arrangieren, einfach zu krankhaft. Und doch kann man nicht davon lassen, wissen zu wollen, wie Earl aus dieser beschissenen Situation rausfindet.
Soweit so gut, leider wird das mit einer etwas übertriebenen Nebenhandlung, deren Fazit es ist, dass "schlechte Gene" weitergereicht werden, alles ein bisschen too much. Die Story bleibt ausserdem vorhersehbar, wenn auch geschickt eingefädelt. Ein Twist ist allerdings so klar wie Klosbrühe, während ein weiterer mich tatsächlich überrascht hat.
Costner und William Hurt, Costners imaginäres Gewissen, spielen stets gut aufgelegt, Dane Cook bleibt die undankbare Aufgabe einen höchst unsympathischen Typen zu spielen - das macht er ganz okay, aber nicht überragend. Dann spielt noch eine gewisse Demi Moore mit, die sich inzwischen ja recht rar gemacht hat auf der Leinwand. Deren Part und Nebenhandlung sind allerdings weder nötig noch wirklich überzeugend. Darauf hätte man durchaus verzichten und dafür mehr Tiefe in die Gedankenwelt von Mr. Brooks bringen können, vielleicht wäre dann mehr Psychogramm in der Art von One Hour Photo möglich gewesen.
Mr. Brooks ist ein durchaus gut gemachter Film, dessen Story man gerne folgt, will man doch wissen wie der Herr Brooks aus dem ganzen Schlamassel wieder rauskommt. Wie nachhatig das Ganze schliesslich ist, wird wie so oft die Zeit zeigen.
Extras: In der Bonusecke finden sich sechs nicht verwendete bzw. verlängerte Szenen sowie ein in drei Teile gesplittetes Making Of, hier als Featuettes bezeichnet,von insgesamt ca. 30 Minuten Länge. Im Gegensatz zur US-DVD muss man auf einen Audiokommentar von Regisseur und Drehbuchautor verzichten. Der Bildtransfer, der insbesondere mit viel Dunkelheit unmzugehen hat, ist ausgesprochen überzeugend, während sich die Tonspur vor allem auf Dialoge und sparsames Ambiente stützt.
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4.2 Sterne (49 Bewertungen) | 2 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 07.05.2008
- Bildformat: 1.78:1 (16:9 anamorph)
- Sprachen: Deutsch (DTS, DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Deleted Scenes; 3 Featurettes; Infos zu Cast & Crew; Fotogalerie; Kinotrailer.



