La môme (2007)

La vie en rose

La môme (2007) La vie en rose

Oder: Der Spatz mit Krallen

Was klein anfängt...

Was klein anfängt...

Die Mutter verwahrlost, der Vater anderweitig busy landet die kleine Edith in einem Hurenhaus in der Normandie. Die herzliche Titine (Emanuel Seigner) vernarrt sich sofort in das blauäugige Mädchen und kümmert sich liebevoll um die Kleine. Schon Ediths Mutter sang für die Armen, aber erst mit Titines Liedern, die Edith in der Badewanne jeweils vorgesungen werden, wird der Gesang zum Teil ihres Lebens. Ediths Stimme ist gut genug, dass sie sich nicht auch prostituieren muss, wie das von zwiespältigen Männern gefordert wird. Sie kann damit sogar den Nachtclubbesitzer Louis Leplee (Gérard Dpardieu) überzeugen, der sie engagiert und als Môme Piaf gross rausbringen möchte.

... kommt am Ende gross raus!

... kommt am Ende gross raus!

Der totale Durchbruch gelingt Edith (Marion Cotillard) aber erst nach Leplees Tod. Als Edith Piaf schafft sie es bis nach New York und lebt das Leben einer Diva, auch wenn sie ihre Gossenattitüde niemals ganz ablegen kann. Auch in der Liebe läuft es prima. Boxweltmeister Marcel Cedan (Jean-Pierre Martins) ist der Mann ihres Lebens. Doch der wilde Lebenswandel mit Drogen aller Art fordert seinen Tribut. Vor ausverkauften Häusern kippt Edith Piaf regelmässig von der Bühne. Wird sie trotz ihrer Gebrechen noch einmal im Pariser Olympia einen allerletzten grossen Auftritt haben können?


DVD-Rating

Was erwartet man von einem biographischen Film über die grosse Edith Piaf, den berühmten "Spatz von Paris"? Natürlich jede Menge gute Musik. Und die wird auch geboten. Die Originalstimme der exzentrischen Französin verzaubert und lässt nicht mehr los. Und Marion Cotillard schafft es, dem Playback soviel Leben einzuhauchen, dass man die Piaf selbst singen sieht.

Dieser Film ist wirklich überwältigend und wird vollständig von Marion Cotillard und der Stimme Edith Piafs getragen. Das Leben der Porträtierten gibt auch jede Menge Stoff, da sich Schicksalsschlag um Schicksalsschlag ereignet. Die Filmemacher sind sich auch nicht zu schade, die dunklen und hässlichen Seiten der Piaf zu zeigen.

Trotz dem guten Stoff haben die Filmemacher meiner Meinung nach den Film ziemlich vergeigt. An der schauspielerischen Leistung ist nichts zu kritisieren, im Gegenteil, das Set ist mit viel Aufwand hergerichtet. Doch ohne Vorwissen zum Leben von Edith Piaf hat man in Bezug auf die Story viel zu wenig von dem Film. Zu meinem Glück hatte ich das fast halbstündige Making-of zuerst angesehen, sonst hätte ich absolut keine Ahnung gehabt, wer diese vielen Leute um die Piaf sind. Man lernt niemanden richtig kennen, es werden nur ab und zu Namen gebrüllt, doch ist selten klar, in welcher Relation diese Menschen zu Edith stehen.

Einen ganz fetten Minuspunkt bekommt der Film auch für seine Zeitsprünge. Normalerweise macht mir so was wirklich nichts aus, aber hier wurde es bis zum Exzess übertrieben. Wie gesagt, das Leben der Piaf bietet genug Stoff für einen spannenden Film, da hätte eine weniger sprunghafte Inszenierung der Story gut getan. Einige Szenen scheinen auch komplett sinnlos, wie eine Fahrt durch eine Amerikanische Wüste, die in einem Kaktus endet.

Bei Extras wurde leider ziemlich gespart. Ein halbstündiges Making-of und die Filmographien einiger Schauspielerinnen und Schauspieler soll das Thema Edith Piaf abdecken. Da hätte ich lieber zum Beispiel eine Auflistung ihrer grössten Hits gesehen. Dafür werden Trailerfreunde auf ihre Kosten kommen.

Als Fazit kann ich sagen: Der Film ist wirklich gut gemacht. Die Schauspieler, allen voran Marion Cotillard als Edith Piaf, überzeugen. Die Ausstattung ist sehr detailverliebt gemacht. Doch ohne Vorkenntnisse der Piaf'schen Biographie ist man ziemlich verloren. Vielleicht wäre das Geld für die DVD besser in ein Buch und eine CD investiert.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.54.5

 

25.10.2007 / nwe

Community:

Bewertung: 3.9 (39 Bewertungen)

 

 

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