The Mist (2007)

Der Nebel

The Mist (2007) Der Nebel

Oder: Wer hat den Durchblick?

The Mist

Du kommst hier ned rein!

Über eine amerikanische Kleinstadt fegt ein wüster Sturm. Es blitzt, es windet und natürlich fällt ein alter Baum vom Garten ausgerechnet durch das Fenster in das Atelier des Plakatemalers David Drayton (Thomas Jane) und hinterlässt zusäztliches Chaos. Auch der Baum des Nachbarn Brent Norton (Andre Braugher) fällt zerstörerischerweise auf das Bootshaus, was die beiden sich eh nicht besonders sympathischen Männer zum Austausch von Versicherungsinfos nötigt. Ausserdem müssen sie, einem weiteren umgefallenen Baum sei Dank, zusammen in Draytons Auto in den lokalen Supermarkt fahren, um Essen und Flickmaterial zu kaufen.

The Mist

Feinstaubbelastung?

Dort, im "Foodstore", versammeln sich allerhand Menschen. Alle in Angst, in Panik und voller Verwunderung ab dem Nebel, der auf einmal aufzieht. Schnell hat die undurchsichtige Masse den Supermarkt eingehüllt, da kommt auch schon der erste Mann mit blutiger Nase gelaufen. Er habe etwas im Nebel gesehen, etwas Grauenvolles. Die Leute im Markt können das kaum glauben und so spaltet sich die Gruppe in verschiedene Untergruppen, die versuchen, mit der neuen Situation zurecht zu kommen.

The Mist

Der da wars!

Allen voran die bibelfeste und streng gläubige Mrs. Carmody (Marcia Gay Harden), die nun anfängt von Gottes Zorn zu reden und versucht, die verängstigten Leute auf ihre Seite zu ziehen. Denn als die ersten überdimensionalen Stechmücken auftauchen, von mutigen (oder dummen?) Menschen (die sich in den Nebel wagten) nur noch Unterkörper zurückgezogen werden und die Nacht anbricht, hat auch der Letzte verstanden, dass dieser Nebel etwas birgt, das an Gefährlichkeit kaum zu überbieten ist.

Doch während draussen der Bär tobt, tut Mrs. Carmody ihr übriges. Sie hetzt ihre Leute auf die "Ungläubigen" und fordert ein Menschenopfer, um Gott zu besänftigen. Ihre Wahl fällt ausgerechnet auf David Draytons Sohn....


Kinofilm-Rating

Regisseur Frank Darabont mag die Bücher von Stephen King. Denn die Umsetzung der Kurzgeschichte The Mist ist nach The Shawshank Redemption und The Green Mile eine weitere grosse Arbeit nach den Geschichten des Mannes aus Portland. Und einmal mehr beweist der Regisseur seine Fähigkeit, aus einer kurzen Story einen Film zu machen, der über zwei Stunden fast durchgehend interessant, spannend und schlussendlich sogar dramatisch ist.

Aller Anfang ist schwer. So braucht The Mist ein bisschen, bis er die Gänge kommt. Da werden anfänglich vor allem einmal ein paar Hauptpersonen vorgestellt und es darf gerätselt werden, was denn da im Militärstützpunkt in den Bergen so alles gewerkelt wird. Als der Nebel dann seine Position einnimmt und die ersten Opfer zu beklagen sind, legt auch der Film einen Gang zu. Positiv ist zu vermerken, dass zwar draussen in Nebel allerlei Gevieche rumfliegt und kreucht, aber der eigentliche Horror sich im Innern des Ladens abspielt.

Eine hervorragend aufspielende Marcia Gay Harden (sie erhielt damals einen Oscar für ihre Rolle in Pollock und wurde für Mystic River nominiert) stellt sich dem Duell mit dem Punisher Thomas Jane und gewinnt dieses schlussendlich auf überzeugende Weise. Und das obwohl sich Thomas Jane gar nicht als grosser Held aufspielt, sondern den einfachen Mann mit Pfausbacken und Doppelkinn gibt, der seinen Sohn retten will. Aber gegen die immer wahnsinniger werdende Dame mit ihrem Gefuchtel und Geplappere muss Thomas Jane schauspielerisch den Kürzeren ziehen.

In Nebenrollen kommen Laurie Holden (die schon in Silent Hill mit Grusligem zu tun hatte) oder William Sadler (Die Hard 2) leider nur beschränkt zur Geltung. Das gleiche gilt auch für Chris Owen (American Pie 2), während Toby Jones (Infamous, Finding Neverland) bei einer seiner Szenen einen spontanen Zwischenapplaus im Kinosaal auslöste.

Verfilmungen von Stephen King-Büchern sind meist eine zwiespältige Sache. In The Mist schaffen die Macher aber gekonnt den Spagat zwischen menschlichem Horror von Nebenan und den grusligen Viechern aus dem Nebel, die zwar das eine oder andere Mal etwas gar lustig animiert sind, aber zwischendurch auch echtes Staunen hervorlocken. Dazu kommen die schreckhaften Menschen zwischendurch schön auf ihre Kosten und blutgeile Zuschauer kriegen ebenfalls Szenen mit abgetrennten Körperteilen oder aufplatzenden Plustern zu sehen.

Fazit: The Mist ist eine kleine Überraschung. Was auf den ersten Blick wie ein hundsgewöhnlicher Gruselfilm aussieht, hat bei näherer Betrachtung einiges mehr zu bieten. Getragen von überzeugenden Darstellern, ein paar ekligen Viechern und einem Schluss, der an die Knochen geht, vermag sich The Mist ohne Probleme in der Spitzengruppe der King-Verfilmungen festsetzen.

3.8 Sterne
3.8 Sterne (99 Bewertungen) | 40 Kommentare

4.54.5
12.01.2008 / muri